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Korruption als Alternative
zur filigranen Feinarbeit durch Fleiß und Können, um zu reüssieren - ist das
überhaupt noch vorstellbar? Natürlich ist das vorstellbar, auch nach der Lektüre
der jeden gutgläubigen Bürger sprachlos machenden Auflistung jener
Institutionen, Lobbyisten, Wirtschaftsführer und Politiker - welche als jüngsten
Streich auch die Gründung der 'Bad Banks' in 'bewährte' Händen legten -, nur
bedarf es hierzu der breiten Aufklärung. Diese ist, abgesehen von einschlägigen,
investigativen Publikationen, nur als gewollt mager zur bezeichnen. Der
Kreis jener, deren Einfluß auf Machtentscheidungen unser Land maßgebend prägt,
wacht mit bösartigen Reflexen darüber, daß entweder euphemisiert wird, denn
Aufdeckung nicht vermieden werden kann, oder sie schwingt das Zepter des
gutmenschlichen 'Sponsorings', wie Einfluß- und Vorteilsnahme Fakten entstellend
benannt wird. Solche Vernebelungstaktiken zeigt Tillack exemplarisch an etlichen
Beispielen auf; bezeichnend hierfür wertet er die 'Tradition des
Amtsgeheimnisses', die Bestechung und Betrug erleichtere... Dem Leser eröffnen
sich in dem knapp 300seitigen Buch Perspektiven, deren krumme und schiefe Linien
ihm bislang nicht aufgefallen sein mögen, und das ist das Verdienst des Autors,
ein neues (hinterfragendes) Sehen zu lehren und sich nicht mit floskelhaften
Beschwörungen, alles werde aufgedeckt, zufrieden zu geben. Sein Buch reiht sich
damit ein in die Riege unerschrockener Journalisten, von denen man wünschte, daß
sie sich auch in den Massenblättern artikulieren könnten. Damit würde zwar nicht
die Basis von Korruption entzogen, deren stillschweigende Duldung hingegen
erschwert und die Attitüde des Unvermeidbaren, hinter der sich die Beteiligten
gerne verbergen, als ächtenswert gebranntmarkt.
HOFFMANN&CAMPE,
2009, ISBN 3-455-50109-4, 19,95 Euro (Geb.)
Der
Verlag: www.hoca.de in
Hamburg
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