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Da haben wir sie nun en
masse: die Apokalpytiker, die Gurus, die Krisenhansels, all jene, die sich
berufen fühlen, dem biederen Publikum zu veranschaulichen, woher wozu und
weshalb die Krise so ist wie sie ist. Wie ist sie denn? Davon steht auf 256
Seiten nichts, was der ökonomisch Interessierte nicht in Lehrbüchern seit
Jahrzehnten nachlesen konnte (sofern er ernstes Interesse besaß: vgl. MANKIW 'Grundzüge der
Volkswirtschaftslehre'). Weshalb also ein gebundenes Buch für 18 Euro auf den
Markt werfen und ein TV-populäres Gesicht aufs Cover drücken? Der Leser wird
sich selbst die Antwort geben dürfen, der Rezensent verweigert sich. Es ist ihm
zu blöd. Was verkündet der Autor also coram publico: Daß eine maßlose
Zockermentalität zum Absturz des Finanzmarktes führte, daß Zahlen und Fakten
verfälscht oder schöngeredet wurden, daß 'der kleine Mann' ausgeplündert wurde
und und und... Dies alles ist dem ökonomisch gebildeten Leser längst bekannt,
und er weiß um des 'kleinen Mannes' Intentionen, wenn es ums leistungsfreie
Geldmachen geht: Spitzensätze fürs Tagesgeld bilden das Fundament der
Selbstüberschätzung, Vertrauen in Anlageberater den Stimulus für das Gefühl,
durch ihn cleverer als alle anderen - die ja Deppen sind - den eigenen
Wertschöpfungsprozeß in Gang zu halten. Pro domo, versteht sich und das aus
Gründen der Selbstbehauptung im Markt. Man dürfe sich doch nicht unterbuttern
lassen! Sagt er. Und so rundet sich das Bild von der großen Krise zur kleinen
Krise des maßlos gierigen 'kleinen Mann', der die Banker vor sich hertreibt,
weil sie ihn als Kunden nicht verlieren dürfen und wollen - und mit immer
halsbrecherischen Zertifikationen für Finanzkonstrukte sorgen, die
ausschließlich im Schneeballsystem funktionieren und nichts anderes als
Junk-Bonds sind. Und von denen weiß sogar 'der kleine Mann', daß hierbei den
Letzten die Hunde beißen. All das steht in diesem Buche nicht - weshalb
auch? Weil dies unpopulär ist. Bedeutsamer erscheint dem Autor von
Verschwörungstheorien zu reden und von Zinseszinseffekten. Beide tragen nicht
die Säulen des Finanzsystems. Jene bestehen einzig und allein aus der Gier eben
jenes 'kleinen Mannes', der die Großen am Tische fressen sieht und sich nicht
mehr mit Krümeln zufriedengibt. Er blendet dabei aus, daß Geld erst durch Masse
entsteht und diese (Anleger-)Masse statisch und nicht homogen ist. Deren Statik
resultiert aus jenem verinnerlichten Slogan, der Nehmen, was man nur bekommen
kann, als das eherne Gebot der sich zu kurz gekommen Fühlenden in die Tat
umsetzt. Und so werden aus Tätern Opfer und vice versa. So einfach stellt sich
die Krise dar, die in erster Linie eine ethisch-moralische und erst dann eine
sogenannte Finanzkrise ist. Dieses Buch ist daher wie das reale
Finanzmarkt-Leben: Tünche statt Essenz!
DROEMER-KNAUR, 2009, ISBN
3-4262-75-06-6,
18,00 Euro (geb.)
Der
Verlag:
www.droemer-knaur.de in München
BANKAKADEMIE
VERLAG, 2006, ISBN
3-93751-939-4, 34,90
Euro (brosch.)
Der
Verlag: www.verlag.bankakademie in Frankfurt am Main
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