|
|
Der Autor,
Redakteur bei der SZ, schlägt um sich: polemisch und - wie man die Süddeutsche
einzuordnen weiß - linkslasting. Discounter werden als rüde Preisdrücker von
Waren und Personal dargestellt, ihre Methoden benannt und als verachtenswert
deklariert - alles wie gehabt. Nun fragt sich der kritische Leser, der Kotteders
analytisches Geschick hinterfragt, weshalb der Mann Seiten über Seiten damit
füllt? Er tut's, um ein wenig Geld aus dem Markt der sich aufklärerisch gebenden
Bücher zu ziehen. Auch das ist legitim, ebenso legitim, wie sich Diskountketten
der Kunden versichern, indem sie ihnen etwas bieten, was diese erwerben wollen.
So funktioniert Markltwirtschaft nun einmal. Und wer als Personal in diesem
Markt arbeitet, der muß sich die Frage nach seiner Qualifikation gefallen
lassen. Kann er wenig, kann er gar nichts? Dann wird ihn sein Arbeitgeber
entsprechend entlohnen. Dank dafür, daß er Unqualifizierte beschäftigt, ist ihm
dabei nicht einmal sicher, denn die Diffamierungskampagnen machen dem
natürlichen Instinkt, der darauf hinweist, daß Markt in letzter Konsequenz nur
auf Qualität und Güte reagiert, den Garaus. Wie also soll die Welt des freien
Handelsmarktes nach des Autors Meinung aussehen? Man lese in der SZ nach, da
steht es oft und gerne. So aber, wie sich am Schreibtisch diese Welt wundervoll
reglementieren und ideologisch unterfüttern läßt, ist sie nicht. Der Autor und
Konsument in Personalunion sollte daher ehrlicherweise zuerst an sich die Frage
richten, wie er denn rein privatim marktgesetzlich handelt und welche Parameter
des geldwerten Erfolges er u.a. an den Kauf von Industrieaktien anlegt? Und nach
welchen Kriterien erwirbt er langlebige Wirtschaftsgüter? Wo betankt er
sein Fahrzeug? An der teuersten Zapfsäule? Alle diese Fragen werden nicht
gestellt und somit nicht beantwort. Sie wären es aber wert beantwortet zu
werden, und zwar um der Glaubwürdigkeit wegen, die hier einer bei anderen
vermißt und ihnen als Motiv puren Geiz - und damit Ausbeutung Dritter -
attestiert. Der Leser sollte auch geizig sein und 18 Euro für dieses Werk
einsparen. Es ist es wegen der stark subjektivierenden Grundhaltung des
Verfassers nicht wert gekauft zu werden.
DROEMER KNAUR, 2007, ISBN
3-42677-92-50,
8,95 Euro (brosch.)
Der
Verlag: www.droemer-knaur.de in
München
|
|