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ANTIQUARIATE

 

 

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ANTIQUARIATE

 

 

 

HENKEL 'Die Ethik des Erfolges' 

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Was gibt es zu Hans-Olaf Henkel zu sagen? Was gibt es zu Gertraud Höhler zu sagen? Nichts wirklich Neues. Ein bewährter Kunstgriff ist es in Kreisen von Vielschreibern, sich des 'Spin-offs' zu bedienen. Früher ergab dies Fortsetzungsromane, in der Sachbuchszene heute Sachbuchsteilvorlagen. Es muß ein neuer Aspekt her, der das allbekannte Feld der Erkenntnis aus neuer Perspektive beleuchtet. Dann kommen solche Sachen heraus wie dieses Buch, das der Rezensent nicht zufriedenstellend besprechen kann, weil er nicht herausfindet, worin die Beschaffenheit der vielen Worte liegt: in der semantischen Neuausrichtung, in ihrer beifallssicheren Diktion, in dem Redefluß, der nur eines beweist, nämlich die Professionalität der Wort- und Themenwahl? Also schlägt er den Buchdeckel zu und ist froh, nicht auch noch für die Lektüre bezahlt haben zu müssen. Wie wär's, Herr Henkel, mit einem neuen Plot: Management bei Streußelschnecke? Klingt doch amüsant und macht irgendwie neugierig. Irgendwie? Ja, denn der Name verspricht wieder Zustimmung zu den Thesen und Abnicken des Gejammers, wie übel doch alles in Wirklichkeit sei. Solche Autoren braucht das Land nicht. Übrigens, Herr Henkel: Ethik entstammt dem Griechischen ta ethika und bedeutet etymologisch 'Die Sittenlehre' (des Aristoteles). Der wiederum ist Schöpfer der Analytik, die in seiner Kategorienlehre unter 'Tun und 'Haltung' recht wirkungsvoll beweist, daß, wer Erfolg anstrebt, ihn nicht haben kann, berücksichtigte er die Postulate der Ethik. Sie kollidieren miteinander, sie korrelieren nicht. Was also soll der Titel anderes, als gerade die populäre Diskussion über eine Geisteshaltung, die nur heuchlerisch zu nennen ist, zu nutzen, um im Gespräch zu bleiben? Jene Ansprüche, die in diesem Buch so sonor angemeldet werden, sind Quasi-Ansprüche, denn sie zu realisieren bedeutete, ein Rätesystem von Ethikern zu gründen, das Moralität, Habitus und Genie nach Kassenlage zu definieren die Aufgabe hätte. Anders nämlich kann  Erfolg nicht bewertet werden als eben nach Kassenlage. Und die muß nicht in Geldwert gemessen werden, sondern nach Opportunitäten, wie sie beispielgebend in allen -ismen zum Ausdruck kommen. Also lassen wir den Erfolg so, wie man ihn allgemein versteht: als Geld- und Reputationsmaschinerie  einer freien Gesellschaft. Pro domo oder zum Nutzen der Allgemeinheit. 

ECON, 2008, ISBN 3-4301-1428-65, 22,00 Euro (HC)

Der Verlag: www.econ-verlag.de  in München