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ANTIQUARIATE

 

 

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ANTIQUARIATE

 

 

 

BRIX  'Dynamisierung der Wirtschaft durch Dezentralisation mittels moderner Informationstechnologie'

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Der Autor, promovierter Wirtschaftsfachmann, stellt die Frage, wie man das System der sozialen Marktwirtschaft zu dynamisieren vermag und skizziert in einem ausgezeichneten analytischen Beitrag sogleich die Antwort: indem man es in Cluster - also in zellulare Subsysteme - aufteilt und den daraus resultierenden schöpferischen Output zur Steigerung von Effizienz nutzt und damit Synergien erzeugt. Der These des Autors, es ergäben sich mittels Schaffung von Deregularien per se Innovation, Kreativität und Optimismus bei jenen, die diesen Prozeß als Teilnehmende und Teilhabende initiieren und begleiten, kann man aus der Lebenserfahrung heraus, daß schöpferisches Handeln ohne Einzwängung durch Dritte gesamtgesellschaftlichen Fortschritt erst ermöglicht, nur zustimmen. Denn: Das soziale System der Existenzsicherung des inaktiven Einzelnen durch finanzielle Transferleistungen würde durch ebendiese Clusterbildung in technologischer, wissenschaftlicher und bildungspolitischer Hinsicht nur gefördert werden, nicht aber, wie die Gegner aller Dezentralisierungsbestrebungen betonen, handlungsgesetztlich - also transaktionell - beschnitten. Dem tritt der Autor vehement entgegen und verweist  auf die Vorzüge der Organisation der von ihm sobezeichneten Kompartimente. Er argumentiert stringent unter Hinweis auf die Mikroorganisation der Natur, die, so führt er aus, zellular organisiert ist, was sich jedem, so er ideologisch unverblendet ist und nicht die Makroorganisation von Milieus, d.h. das dort vorherrschende milieutheoretische Element der erzwungenen Subysteme favorisiert, erschließen müßte. Müßte! Leider weist die empirische Verhaltensforschung nach, daß Reformbestrebungen in erster Linie von jenen abgelehnt werden, die an ihr vorrangig partizipieren würden, also wirtschaftlich inaktive, randständige und bildungsferne Gruppen. Deren selbstberufene Vertreter betonen die Fürsorgepflicht für ihre Klientel und verhindern, was späterhin nur unter dem Druck drohender Verelendung umgesetzt werden kann: jene nutzvolle und humane Organisation intelligenter Zellen, die, sich eigengesetzlich fortbildend und weiter aufteilend, zum Wohl aller in Leistungsbereitschaft und Leistungswillen manifestiert. Den rein spekulativen und erkenntnistheoretischen Ansatz vermeidet der Autor durch eine klare, plastische und dem Leser sich zuwendende Sprache, die monströse Fachtermini vermeidet und statt dessen in klar gegliederter Form auf rund 250 Seiten darstellt, was dargestellt werden muß, um einen Begriff davon zu bekommen, wie Wirtschaft in tradierter Weise funktioniert und wie sie vor Elan der Marktteilnehmer geradezu sprühen könnte, würde man sie solcherart konditionieren, wie sie es werden müßte, um endlich der Stagnation, verursacht durch Resignation, Phlegma und Uneinsichtigkeit zu entkommnen. Der Autor gibt sich jedoch keiner Illusion hin: Hierzu gehören Menschen, die Leistung lieben und Leistung fördern. Und um die zu reaktivieren wäre wohl ein weiteres Buch erforderlich.

PRINCIPAL, 1. Aufl. 2006, ISBN 3-89969-027-3, 13,50 Euro (PB)

Der Verlag: www.principal.de  in Münster