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Als eine Zurschaustellung
ungenutzter Möglichkeiten, so könnte man den Kontext, in dem das Buch zur
gegenwärtigen nationalökonomischen Lage Stellung bezieht, bezeichnen. Diese
Sichtweise ist nicht neu und eigentlich schon recht strapaziert worden
(Schumpeter), gleichwohl versteht es der Autor, dem Leser vor Augen zu führen,
welche negative Energie freigesetzt wird, wenn eine Wirtschaft sukzessive zu
implodieren beginnt. Implodieren als Modus vivendi des Untergangs in
Zusammenspiel mit sich daraus formierenden Innovationsleistungen? Diese hier
vertretende These hat ihren Reiz, ist jedoch von rein virtueller Natur. Um
beides als Auferstehung aus den Trümmern politischer Unvernunft qua Rahmengebung
zu nutzen, setzte dies durchsetzungsfähige Möglichkeiten des Umsteuern voraus -
und davon kann realiter keine Rede sein. In diesem Sinne versagt das Buch. Nicht
aus Unvermögen, vielmehr aufgrund des Ausschlusses der Unvernunft und Ignoranz
aller Marktbeteiligten. Politisch-ökonomische Rahmengebung ist das eine und
fatal genug in seiner Ignoranz - Gegenhalten mittels Aufklärung die andere,
ebenso fatale, denn sie will keiner vernehmen. So werden die Gesetze des Marktes
als die Innovation und Kreativität vernichtenden Elemente fortschreiten und
Unsummen Kapitals verbrennen, ehe Besinnung einkehrt. Die Geschichte der
Ökonomie (Mankiw) lehrt dies, und es sind jene Tal-und-Berg-Wellenbewegungen, die dem
Insider signalisieren, wann welche Woge über das Land hereinbrechen wird. Er
kann und wird sich gemäß seiner Kenntnisse wappnen können, was der Mehrheit
passiver Marktteilnehmer unmöglich ist. Dies klar zu benennen und darauf
hinzuweisen, wie eine ignorante Wirtschaftspolitik die freiheitlich-systemische
Marktorientierung des einzelnen ruiniert, ist leider das Manko des Buches. Seine
Daten beziehen sich auf den Wandel der industriegesellschaft als artifizielles
Wesen, das zwar in der Welt, aber nicht in dem Maße mit der Wirklichkeit
kongruent ist, wie es für den Leser sein müßte, um Nutzen aus der Vielzahl
ungenutzter Möglichkeiten - die sich auch ihm bieten - ziehen zu können. So
bleibt er Zuschauer und fragt sich, wem solche akademische Abhandlung eigentlich
Nutzen bringt. Die ihre Grundlage kennen, müssen nicht belehrt werden; die sie
nicht kennen, bleiben ratlos außen vor.
BANKAKADEMIE
VERLAG, 2006, ISBN
3-93751-939-4, 34,90
Euro (brosch.)
Der
Verlag: www.verlag.bankakademie in Frankfurt am Main
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