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ANTIQUARIATE

 

 

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ANTIQUARIATE

 

 

 

 

Management

 

 

 

 

 

 

Qualifikationsanforderungen

an heutige Manager

 

Stellen abbauen trotz stolzer Gewinne? Heuschrecken – eine Plage oder ein Segen? Kann man mit deutschen Strukturen und Kosten in der globalisierten Welt konkurrieren? Ist der Geiz das geilste, oder ist Qualität nicht doch geiler? Wie ist man als Manager solchen Herausforderungen gewachsen?  

Das Ziel ist klar: Manager haben die Verantwortung dafür, Werte zu schaffen und dadurch Wohlstand zu mehren - nicht für den Manager selbst, sondern für Kunden, Lieferanten, Kreditgeber, Mitarbeiter, Investoren, also „quer durch“. Allein deren „Wert“-Schätzung bringt den Erfolg. Diese Erkenntnis schiebt das Streben nach Karriere, Macht, Positionen und Statussymbolen in den Hintergrund – dahin, wo es hingehört. Diese Dinge ergeben sich, aber sie definieren nicht das Selbstverständnis eines Managers. 

Um Werte zu schaffen und Wohlstand zu mehren muss ein Manager auf drei Tätigkeitsgebieten gut sein: Entscheidungen treffen und umsetzen, Menschen führen und verkaufen. Nahezu jedes Thema der Management-Literatur kann man einem dieser drei Bereiche zuordnen. Es soll hier aber nicht darum gehen, was Manager tun, sondern was sie dazu befähigt

Eine Kernqualifikation ist Kompetenz. Darunter fällt Fachwissen sowie Kenntnisse des Marktes, der Konkurrenzsituation, der Mitarbeiterstrukturen, usw. Wichtig für Manager ist das Wissen über Zusammenhänge, Einflussfaktoren, welche Aktionen welche Ergebnisse erzeugen, mehr als Detailkenntnisse.. Kompetenz wird erzeugt durch Erfahrung, auch durch leidvolle. Eine Abkürzung gibt es da nicht. Mit Kompetenz ist die deutsche Wirtschaft groß geworden. Auf sie alleine sollte man sich aber nicht mehr verlassen. 

Die zweite ist Intuition. Kompetenz ist zwar die Basis, aber ohne Intuition bleiben Manager nur Technokraten. Intuition ist die Quelle von Innovation, also jener Kraft, die die kreative Lösung hervorbringt, die den Markt nicht nur befriedigt, sondern den Markt schafft. Der iPod ist ein gutes Beispiel. Intuition ist weiterhin die Fähigkeit, „um die Ecke sehen zu können“. Intuition ist das „dritte Auge“, das Entwicklungen richtig einschätzt und fast hellseherisch vorhersieht. Siehe die Einführung von Hybrid-Autos von Lexus. Intuition ist der „Bauch“, der die richtigen Entscheidungen trifft, auch wenn nicht alle Informationen vorliegen, oder trotz aller Kennzahlen, Spreadsheets und Risikoanalysen. 

Die dritte ist Energie. Sie würde ich über alles stellen, und es überrascht, dass sie in der Management-Literatur kaum erwähnt wird.  

Energie wird durch „Self-Mastery“ freigesetzt. Self-Mastery ist das konsequente und freudvolle Anwenden unserer Fähigkeiten und Talente mit Blick auf ein Ziel (Sie wissen schon: Werte schaffen...), und die damit verbundene Weiterentwicklung dieser Fähigkeiten und Talente. Wir können das auch als „lernende Selbstverwirklichung“ oder schlicht als „Wachstum“ bezeichnen. Auf jeden Fall fühlt es sich an, als wäre oder würde man Teil von etwas Größerem. 

Dieser Hinweis auf die innere Quelle der Energie ist wichtig, damit wir sie nicht mit Aktionismus verwechseln. Manager mit Energie sind intrinsisch motiviert, sie machen nicht nur ihren Job. Sie lachen innerlich über die Motivationsversuche ihrer Chefs. Sie überwinden Hindernisse, ohne sich frustrieren zu lassen. Sie verkörpern Integrität und Verantwortungsgefühl, „Corporate Governance“-Pamphlete sind eigentlich überflüssig, Korruption ist undenkbar. Sie setzen visionäre Ziele, verfolgen Sie mit einer Freude, die andere mitreißt, bleiben dabei aber bescheiden. Sie pflegen einen kooperativen Führungsstil, nicht weil er ihnen beigebracht wurde, sondern weil er sich aus ihrem Selbstverständnis heraus so ergibt. Sie sehen Veränderung als den Weg aus den Problemen und sie genießen Vertrauen auch und gerade bei unpopulären Maßnahmen. Energetische Manager „energetisieren“ andere und damit das Unternehmen. Das ist ein Naturgesetz, dazu müssen sie gar nicht mehr viel tun.

Es gibt auch in schlechtlaufenden Branchen immer Unternehmen, denen es gut geht, die eine motivierte Mitarbeiterschaft haben und dies auch ausstrahlen.  

Oft wird behauptet, Intuition und Energie seien angeborene Fähigkeiten – man hat sie oder man hat sie nicht. Meiner Erfahrung nach sind sie tatsächlich angeboren – aber in allen Menschen, wenn auch in unterschiedlich starker Ausprägung. Ich glaube auch, dass man sie pflegen und weiterentwickeln kann. Voraussetzung dafür ist aber, dass man glaubt, dass es möglich ist und sich dann darauf fokussiert.  

Dann brechen Dämme!

 

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Verantwortlich (c) für Text und Inhalt: Josef Wenzl, München

 

 

 
 
 

Ad personam

 

 

 

Josef Wenzl ist Geschäftsführer der

 

deutschen Niederlassung eines amerikanischen IT-Konzerns.