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ANTIQUARIATE

 

 

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ANTIQUARIATE

 

 

 

 

Psychotherapie

 

 

 

 

 

 

Rückblick

Die vorstehenden Rubriken sind unter dem Titel „Der Seiltänzer“ als Buch erschienen. Das Buch kann für 12 Euro bei Amazon oder vom Verlag über www.verlag-spiel.de bezogen werden.

Die immerwährende Frage ist, wie soll der Mensch sein Leben gestalten?

Das Buch möchte eine neue Sichtweise in die Wissenschaft vom Menschen einbringen. Es strebt die gleichen Ziele an wie andere Bücher aus dem Bereich der Lebenshilfe. Aber die Methode und die Ergeb­nisse sind ganz andere.

Die Erkenntnisse dieser Autoren resultieren aus dem argumentativen Denken und aus der Trennung von Subjekt und Objekt. Diese Trennung und dieses Denken gelten als Kriterien der Wissenschaftlichkeit. Dabei wird der Mensch allerdings immer nur von außen, durch Beobachtung seines Verhaltens wahrge­nom­men. Die Tren­nung von Subjekt und Objekt ist zu einem Dogma geworden.

Das vorliegende Buch zeichnet sich durch eine grundsätzlich andere Perspektive aus. Statt von außen wird der Mensch von innen wahrgenom­men. Die Trennung von Subjekt und Objekt wird aufgehoben. Introspek­tion! Das Subjekt selbst wird zum Objekt. Damit wird der Anspruch auf Wissenschaftlichkeit keinesfalls aufgegeben. Denn jedes Subjekt kann die Experimente, die hier beschrieben werden, in sich selbst nachvollziehen und damit die Ergebnisse verifizieren.

Mit Introspektion wird keine neue Innerlichkeit angestrebt. Vielmehr werden durch Experimente im Bewusstseinsraum allgemeingültige Erkennt­nisse gewonnen. Daraus leiten sich neue Begriffe wie „Nebenich“, „Bewusst­­­seins­radius“, „Stratagem“ und „Vier-Achsen-Stratagem her. Sie sind mächtige Werk­zeu­ge der Erkenntnis. Zahlreiche Erscheinungen in Geschichte, Kunst und in der psychischen Welt sind nur mit ihrer Hilfe zu erklären und zu verstehen.

Da hier Neuland betreten wird, ist es möglich, sich in einer ganz einfa­chen Sprache auszudrücken und die Methode des genetischen Lernens, des Selbst­entdeckungs­ler­nens anzuwenden. Das legt auch die direkte Anspra­che und Handlungs­auffor­derung an den Leser als Stilelement nahe. So wird der Leser ganz allmählich an die neuen Begriffe herangeführt. Was sich hier im Exposé kompliziert und theoretisch anhören mag, verliert diesen Charakter vollkommen, wenn es dem Leser im Buch durch den experimentellen Zugang unmittelbar erfahrbar gemacht wird.

Dieser Perspektivwechsel führt zu der Erkenntnis, dass der bisher beschrittene argumentative Weg grundsätzlich verfehlt war. Er führt nur zur Formulierung von moralischen Appellen und guten Vorsätzen, die bald wieder vergessen werden. Die neue Perspektive rückt das Bewusstsein in den Mittelpunkt. Im Laufe der Menschheitsgeschichte hat das Bewusstsein eine kontinuierliche Entwicklung durchlaufen. Solche Entwicklung findet aber auch spiegelbildlich innerhalb eines individuellen Lebenslaufes statt. Damit rücken die allgemeine Geschichte und das individuelle Leben des Einzelnen in eine Nachbarschaft und Verwandtschaft miteinander.

Während die Hirnforschung noch darüber diskutiert, ob es Willensfreiheit und Bewusstsein überhaupt gibt, gelangt der hier vorgelegte Text zu einer neuen Ethik, die eine wunderbare Klarheit und überraschende Symmetrie­eigen­schaften besitzt.

Um Vorsätze einzuhalten, fehlen dem Menschen normalerweise alle Voraussetzungen. Deshalb ist es notwendig, dass er sich zunächst einmal von allen bisher gemachten Vorsätzen befreit.

„Den inneren Schweinehund überwinden!“ „Der größte Sieg, den ein Mensch erringen kann, ist der über sich selbst“ – hat schon Platon gesagt, und so wird er seitdem überall zitiert. Als kalte Dusche kommt aber bald hinterher: „Die Summe aller Laster ist konstant!“ Man erkennt daran: Das Ziel der Selbstüberwindung ist ein hohes Ziel. Man redet zwar ständig darüber, glaubt aber nicht an einen Erfolg. So richten schließlich die Menschen ihre Hoffnung auf Hirnforschung und Pharmazie und auf einfache Rezepte, wie sie durch die Medien vermittelt werden. Im vorgelegten Buch wird der Leser gefragt: „Wollen Sie sich pharmako­logisieren lassen?“ Nötig ist eine viel grundlegendere Betrachtung! Dann enthüllt sich nämlich das Problem der Selbstüber­windung als ein Scheinproblem. Man kann kein Hochhaus bauen, wenn man nichts von Statik versteht.

Voraussetzung für inneres Wachstum und für die Einhaltung eines selbst­auferlegten Gesetzes ist immer, dass psychische Störungen wie Sucht­verhalten, Ängste, selbstzerstö­re­rische Emotionen, Depression und Fanatismus überwunden sind. Sie sind nur von innen heraus zu therapieren. Vorgestellt wird auch eine neue Theorie von Depression und Fanatismus, die beide Zustände in einen engen Zusammenhang rückt. Sie ist leicht verständ­lich und führt zu starken Vereinfachungen im Umgang mit den erwähnten Krank­heitsbildern. Und der Erfolg ist insofern messbar, als man ihn in der gegebenen Situation unmittelbar an sich selbst oder einem Klienten beobachten kann. In jedem Fall ist das Verschwinden der Depression eine sensationelle Erfahrung. An einem Klienten kann man ihn beobachten, nachdem man ein therapeutisches Ge­spräch geführt hat, wie es auf S.41 des erwähnten Buches beschrieben ist. Der Erfolg zeigt sich an äußeren Merkmalen der Gestik, Mimik und Sprache, die unüber­sehbar sind. An ihnen erkennt man das Verschwinden der Depression eher als der Betroffene selbst. Diese Erfahrung gemacht zu haben, ist die ein­zige Möglichkeit, sich von der Richtigkeit dieser Theorie zu überzeugen. Insgesamt ergibt sich ein Stufenmodell der Persönlichkeitsentwicklung. Keine Stufe kann erstiegen werden, ohne dass die vorherige Stufe eingenommen wurde.

Das Ursache-Wirkungsdenken ist in der Naturwissenschaft wirkungsvoll, aber nicht hier. Das sollte ja spätestens seit Freud allgemein bekannt sein. Viktor Frankl hat die „Psychologie der paradoxen Intentionen“ begründet. Die bedeutet für das Individuum, seine Intention auf das Gegenteil von dem zu richten, was es eigentlich will. Ein sehr realistischer Ansatz! Aber alle bisherigen Ansätze sind viel zu sehr auf enge Bereiche eingeengt. Sie sind zu sehr auf bestimmte Ausschnitte der Persönlichkeit und auf enge Zeitabschnitte ausgerichtet. Diese Grenzen ergeben sich aus dem Dogma der Trennung von Subjekt und Objekt. Wenn man diese Dogmatik überwindet, verschwinden auch die Grenzen, und die gesamte Persönlich­keit, das gesamte Leben und die gesamte Geschichte kommen in den Blick.

Die intrinsische Motivation des Menschen, sein Leben zu gestalten, wird bisher immer nur sporadisch angesprochen. Denn wenn der Mensch nur von außen betrachtet wird, spielt sie eine marginale Rolle. Erst durch die introspektive Methode wird der intrinsischen Motivation die zentrale Rolle zugewiesen, die ihr zukommt.

Ziel des Buches ist, dem Leser eine neue Einstellung zu sich selbst zu vermitteln. Er soll einen Abstand von sich, seinem Fühlen und Denken gewinnen, soll in der Lage sein, von sich in der dritten Person zu denken. Dabei lernt er, die verschiedenen Ebenen zu unterscheiden, auf denen er sich bewegt – etwa die Handlungsebene und die Einstellungsebene. Nur dadurch, dass er eine höhere Ebene einnimmt, kommt er in die Lage, auf der unteren Ebene etwas zu verändern – etwa sein Verhalten, seine Einstellung oder auch sein Denken. Auf der Handlungsebene hilft der Mensch etwa einem anderen auf ein Floß herauf und bewahrt ihn so vor dem Ertrinken. Etwas anderes ist die Einstellungsebene. Im Rahmen einer Meditation kann der Mensch durchaus auf einem Floß allein sein wollen, und andere am Hinaufklettern hindern. Die Meditationen, die hier vorgeschlagen werden, bewegen sich auf Bahnen, die noch unbekannt sind. Mit Autosuggestion haben sie absolut nichts zu tun.

In der Realität ist man auf die Hilfe anderer Menschen ange­wiesen. In gewisser Weise ist die ganze Welt auf Hilfe angewie­sen. Es ist aber immer gut, wenn der Helfer gesund ist. Das Buch gliedert sich in die Teile „Nichtwollen“ und „Wollen“. Um eine Phase des Nichtwollens überstehen zu können, muss man sich in der eigenen Umgebung wohl aufgehoben fühlen. Dieses Gefühl erwirbt man dadurch, dass man die eigenen Lebensumstände verändert, oder dadurch, dass man die Einstellung zu den eigenen Lebensumständen verändert. Handeln oder die Einstellung verändern – dieser Schritt von der einen Ebene auf die andere ist eine Bewegung entlang der Ästhetikdimension! Die wird im Allgemeinen zu wenig beachtet. Das Gefühl der Zufriedenheit ist die Voraussetzung für Gesundheit, und Gesundheit ist die Basis für erfolgreiches Handeln. Die Zielsetzung des Buches geht dahin, den Leser zum „selbst­vergessenen Tun“ zu befähigen – zum „Flow“, einem Indiz für Gesundheit. Die Zielsetzung des „selbstver­ges­senen Tuns“, etwa Hilfe für andere, Hilfe für die Welt, wird in dem Buch nicht näher definiert. Aber grund­sätzlich gilt: Bevor jemand handelt, muss er sich ernsthaft  fragen, in welchem Zustand er sich befindet. Die Antwort sollte entscheiden, ob er handelt oder bewusst nicht handelt. Denn sonst gilt: Als Depressiver zu handeln, zielt dahin, sich selbst zu zerstören. Als Fanatiker zu handeln, zielt dahin, die Welt zu zer­stö­ren.

Die Einführung eigener Gesetze wird bildhaft mit der Entwicklung des Knochengerüstes in der Evolution gleichgesetzt. Die Bildhaftigkeit ist nicht nur bedeutsam in Hinsicht auf die Verständlich­machung des Gesagten, sondern sie hat eine Bedeutung bei der Kreation von Leitbildern, Stratagemen. Das Knochengerüst ermöglicht dem Men­schen den aufrechten Gang. Selbstauferlegte Gesetze erfüllen im übertra­genen Sinn genau die gleiche Aufgabe.

Es entstehen neue Denkmo­delle wie die „Scheibenwischermeditation“, durch die die Einstel­lung zur Vergangenheit entspannt wird, wie die „Zuwendung ohne Inten­tion“, durch die die Einstellung zur Zukunft angstfrei gestaltet wird, wie die „Trikot­spannung“, durch die mögliche Einschlaf- oder Schlafstörun­gen beho­ben werden.

Eine Art Verdichtung erfährt das Gesagte im Bild des Vier-Achsen-Stratagems (s.S.162,163). Hier werden die Orthogonalitäts­bezie­hungen zwischen Intention und Ästhetik einerseits sowie Gesetz und Freiheit andererseits verdeutlicht. Die Ästhetikdimension ist die wichtigste der vier Dimensionen, da sich an ihr eine kontinuierliche Entwicklung sowohl im individuellen Rahmen als auch im historischen Rahmen ablesen lässt. Zur Verdichtung und Vergegenwärtigung dient auch die sogenannte Bezugsebene. Eine Meditationsebene (s.S.183), in der die im Text angesprochenen Leitsätze, Stratageme, funktional angeordnet und zusammengefasst werden.

 

Verantwortlich (c) für Text und Inhalt: Dr. Georg M. Peters

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Dr. Georg M. Peters ist Buchautor zum Themenkreis

 

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