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ANTIQUARIATE

 

 

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ANTIQUARIATE

 

 

 

 

Psychotherapie

 

 

 

 

 

 

Unterscheiden Sie die Handlungs-  und die Einstellungs­ebene!

 

Zum Nichtwollen gehört die innere Ausgeglichenheit und die Übereinstim­mung mit der eigenen Vergangenheit! Gedanken wie „Ich hatte eine schwierige Vergangenheit“ und „Ich habe Dinge erlebt, an die ich nicht erinnert werden möchte“ sind unzulässig. Alfred Adler hat klugerweise gesagt, „wenn Gott dem Kind einen Gefallen tun will, dann legt er ihm Schwierigkeiten in den Weg“. Also – wenn Sie einer solchen „Gnade“ teilhaftig geworden sind, dann dürfen Sie sich dieser Gnade nicht unwürdig erweisen, indem Sie sie gering achten.

Beseitigen Sie Rachegedanken! Decken Sie die Bereiche auf, über die Sie nicht nachdenken wollen, über die Sie nicht reden wollen! Forsten Sie die Trümmerwüsten auf!

Die Einstellung zur Vergangenheit! Was war richtig, was war falsch? Das soll hier ja gerade gezeigt werden, dass es im Rahmen der Selbststeuerung die Möglichkeit gibt, über richtig und falsch zu urteilen. Aber wenn Sie Ihren Blick auf Ihre Vergangenheit richten, dann ist die Frage, was war richtig, was war falsch, eine überflüssige oder schädliche Fragestellung. Machen Sie einen Schritt in Richtung der Ästhetikdimension: Begeben Sie sich von der Hand­lungs­ebene auf die Einstellungsebene! Die Frage nach richtigem und falschen Verhalten ist eine Frage nach Schuld und Wiedergutmachung und gehört in die Handlungs­ebene und gegebenenfalls in den Gerichtssaal. Das ist ein Problem, das irgendwann gelöst und damit abgeschlossen sein wird.

Nicht abgeschlossen sein wird dagegen der Umgang mit der Vergangenheit auf der Einstellungsebene. Hier lähmt Sie der Gedanke an die eigene Schuld, und der Gedanke an fremde Schuld erzeugt Rachegedanken. Das sind die Vor­aus­setzungen dafür, dass Sie aus Ihrer Vergangenheit eine Trümmerwüste machen, oder sich von dem Gedanken an den Täter, der Sie verletzte, beherr­schen lassen und auf diese Weise, wie gesagt, ein zweites Mal verletzt wer­den. Der Gedanke an die Schuld ist nämlich ein Geschenk an das Neben­ich. Er wird in Ihnen eine Depression auslösen. Am Ende wird dieser Gedanke zwanghaft und beherrscht ihr Denken total. Deshalb ist es so wichtig, auf der Einstellungsebene den Gedanken an die Schuld zu verbannen. Zulässig ist hier nur das Bemühen um Verständnis, um Einsicht, um Einfühlung – Verständnis für Ihr eigenes und für fremdes Verhalten – egal, ob falsch oder richtig. So verhindern Sie die Entstehung neuer Trümmerwüsten, forsten alte Trümmer­wüs­ten auf und machen die positiven Erlebnisse und Gefühle, die es in jeder Vergangenheit gibt, Ihrer Erinnerung zugänglich.

Das ist ein Experiment, das man mit sich selbst macht. Es schafft, und das ist das Ziel, ein Wohlbe­hagen im Umgang mit der eigenen Vergangenheit, das außerhalb des Erwar­tungs­hori­zontes liegt. Diese Einstellungsänderung schließt das Gefühl der Trau­er mit ein. Ein tiefes Gefühl der Trauer, das sich von Intentionen befreit hat, also von Rachegedanken und von dem Bedürfnis, einen Verlust rückgän­gig zu machen, ist vom Glücksgefühl nicht unterscheidbar. Beachten Sie: Die innere Verfassung ist die gleiche wie bei der Kontemplation: Große ästhetische Distanz und Rücknahme der Intention.

Ich sprach von den Schätzen Ihrer Vergangenheit, die Sie heben sollten, davon, dass Sie damals jünger waren als heute, dass Ihre Gefühle damals intensiver waren als heute. Das gilt ganz besonders dann, wenn Sie beim Blick in die Vergangenheit über Ihr Geburtsdatum hinausgehen, in die allgemeine Geschichte hinein. Wem gehört diese weitere Vergangenheit? Den Menschen, die sie erlebt haben? Die sind tot. Den Historikern? Denen gehört gar nichts. Sie verwalten die Vergangenheit allenfalls. Aber wer ist der Eigentümer? Das sind Sie! Die Vergangenheit gehört Ihnen, und wenn wir von dem Gedanken der Ichidentität ausgehen, dann waren Sie es sogar, der sie durchlebt hat. Ich werde darauf zurück kommen.  

 

Lernen Sie einschlafen!

 

Als Einschlafmittel wird eine Übung vorgestellt, die neu ist, und die insofern einzigartig ist, als man sich dabei nicht entspannen muss. Im Gegenteil: Man muss eine innere Spannung erzeugen und sich konzentrieren.

Das Gesetz des Einschlafens – ein Gesetz, dem das vegetative Nerven­system folgt! Um einzuschlafen, soll man sich entspannen. Aber manchmal geht das nicht, weil man entweder zu angespannt ist, oder weil man trotz Ent­spannung nicht einschläft. Im Folgenden wird eine Übung beschrieben, ein Experiment, das Sie mit sich selbst machen können. Sie entspannen sich nicht, sondern schlafen quasi “mit Gewalt“ ein. Möglicherweise sind Sie am Abend unausgeglichen, übermüdet; aber gleichzeitig fühlen Sie sich hellwach. Möglich ist, dass Sie mit dieser Übung einschlafen, träumen und bald wieder aufwachen. Dann wiederholen Sie bitte die Übung.

Ein Klient berichtet, er habe sich hellwach gefühlt, während er im Bett lag und diese Meditation machte. Doch plötzlich stand er mit der gleichen Hell­wach­heit in der Küche vor seinem Herd und bereitete Bratkartoffeln. Dabei erkannte er, dass er zuviel Salz an die Kartoffeln getan hatte. Ihm wurde klar, dass er die Kartoffeln nicht mehr essen konnte, und dass die Arbeit, die er hineingesteckt hatte, vergeblich gewesen war. Über diese Tatsache und über seine Fehlleistung ärgerte er sich – so lange, bis er aufwachte und bemerkte, dass die Szene am Herd geträumt war. Er lag im Bett; und es gab keine Kartoffeln, die versalzen waren. Darüber freute er sich, und der Ärger verflog langsam. Doch dann stieg neuer Ärger in ihm auf: Denn er begriff, dass er aufgewacht war, obwohl er eigentlich einschlafen wollte. Nun musste er die Einschlafmeditation noch einmal machen.  

 

Trikotspannung, eine Meditation

Gewinnen Sie Einfluss auf Ihr vegetatives Nervensystem!

 

Es ist das kortikale Nervensystem, das dem bewussten Willen folgt. Es besteht aus der Großhirnrinde und steuert die geistigen Funktio­nen des Denkens, Sprechens, Auffassens und Teile des äußeren Nervensystems.

Ich will hier nicht versuchen, den komplizierten Auf­bau des Nervensystems zu beschreiben. Nur noch dies: Der Gegenpol zur Kortikalperson ist der Teil des Nervensystems, der dem Bewusst­sein nicht unterworfen ist. Das ist das autonome Nervensystem oder Ve­getativum, dem wiederum Sympathikus und Parasympa­thikus zuzuord­nen sind.

Kortikales Nervensystem und das Vegetativum kann man auffassen als die körperliche Entsprechung des Gegensatzpaares von Wollen und Nichtwollen.

Damit rücken körperliche Vorgänge in den Wirkungsbereich dieser Polarität. Die Kortikalperson kann durch Meditation in das Vegetativum hineinwirken. Entspannungs­übungen bauen intentio­nale Spannungen ab und verändern den Zustand des Vege­ta­tivums. In entgegengesetzter Richtung wirkt eine Medita­tions­­übung, die einen Spannungszustand erzeugen soll: eine Spannung im äußeren Ner­vensystem, die ich Trikotspannung nenne. Dabei geht es nicht darum, das Spannungsgleichgewicht zwischen Sympathikus und Parasym­pathikus in der einen oder andern Richtung zu verschieben, sondern den Erre­gungszustand des Vegetativums insgesamt abzubauen.

 

Was bewirkt die Trikotspannung?

 

Die Trikotspannung wirkt gegen einige Arten von Kopf- und Bauch­schmerzen, gegen Schlaflosigkeit, und sie lässt die Morgenerektion des Mannes abklin­gen. Die Trikotspannung kann ausgedehnt werden bis zum Anus­schließmuskel. Eine bewusste, leichte Anspannung dieses Muskels ist eine Vorbeugung gegen Hämorrhoiden. Die Trikotspannung kann auch über den ganzen Körper ausgedehnt werden.

 

Meditieren Sie!

 

Bei dieser Übung begeben Sie sich am besten in eine entspannte Rückenlage und schließen die Augen. Beim Einschlafenwollen begeben Sie sich in Ihre Schlafposition. Dann konzentrieren Sie sich auf die Gesichtsmus­keln im Augenbereich. Es geht um die Anspannung äußerer Nerven, die aber nicht zu Muskel­anspannungen führen soll. Das heißt, man geht bis an die Schwelle der Muskelanspannung. Spürt man aber, dass ein Muskel sich tatsächlich spannt, so nehme man die Spannung sofort wieder zurück. Ich nenne das im folgenden eine Grenzspannung, wobei unentschieden bleiben kann, ob es sich dabei um Nervenspannung oder Muskelspannung handelt. Es bewegt sich also nichts, wenn man zunächst eine Grenzspannung um die Augen herum erzeugt: Linkes Auge, rechtes Auge, Richtung jeweils nach oben, nach links, nach unten, nach rechts. Mehrmals wechseln: Linkes Auge, rechtes Auge! Dann weiter: Die Stirn hinauf, linke Seite der Stirn, rechte Seite der Stirn, und einen Zug erzeugen, der von der Stirn langsam nach oben und nach hinten an der Kopfhaut zieht. Fühlen Sie, wie eine 5 bis 10 mm dicke Schicht der Kopfhaut angespannt und wie eine Badekappe langsam über den Kopf gezogen wird!

Spüren Sie, wie die Grenzspannung, die Sie er­zeugen, langsam in Form eines Halbkreises, quasi als die Vorderkante der Kappe, die Oberseite Ihres Kopfes überzieht - langsam weiter nach hinten, der linke Teil der Kante rückt vor, der mittlere, der rechte, dann wieder der linke ein Stück, der mittlere und so weiter, bis sich das Halbrund langsam verkleinert, weil Ihr ganzer Kopf in­zwischen eingeschlossen ist und sich der Rand Ihrem Nacken nä­hert. Wenn man bei Kopfschmerzen auf einzelne schmerzende Fasern trifft, verfolge man sie im Zuge dieser Meditation in den Nackenbe­reich hinein, das Rückgrat entlang, eventuell bis in den Lendenwirbelbereich. Es kann sein, das man dabei einen Akupres­surpunkt findet, der die Kopfschmerzen zum Verschwinden bringt, wenn man seine Aufmerksamkeit auf diesen Punkt konzen­triert. Findet man eine solche schmerzende Faser nicht, dann hört man in dem Augenblick auf, in dem die Trikotspannung den Kopf einhüllt, der Kappenrand also den Halswirbel erreicht hat, und beginne, wenn nötig, mit der Übung von neuem, erzeuge die Trikotspannung also erneut, indem man mit dem Augenbereich beginnt. Wenn Sie bei dieser Übung ein Bedürfnis nach tiefen Atemzügen verspüren, geben Sie dem nach und werten das als ein Aufatmen!

 

Dehnen Sie die Trikotspannung über den ganzen Körper aus!

 

Setzen Sie bei Bauchschmerzen oder wenn Sie Einschlafen wollen die Übung fort, indem Sie quasi das Trikot vom Hals ausgehend über den Rumpf ziehen: Die Vorderseite, linke Seite, die Rückseite, rechte Seite des Brustkorbs entlang. Etwas tiefer wieder Brustseite, linke Seite, Rückseite, rechte Seite hinabgleitend - langsam fortschreitend bis zum Gesäß, dann am linken, am rechten Bein entlang, und wieder am Hals beginnend die Übung wiederholen - bis die Schmerzen abgeklungen sind.

Oder Sie machen die Übung zur Entspannung und beziehen dann auch die Arme - Oberarme, Unterarme, Hände, Finger - und in gleicher Weise die Beine mit ein.

Die Trikotspannung aktiviert das kortikale und einen Teil des äußeren Nervensystems, wirkt in Richtung auf eine Stärkung des Ichs und lässt die Erregung des Vegetativums abklingen. Diese versuchsweise Erfahrung wird einleuchtend, wenn man die drei erwähnten Symptome als Erregungszustände des vegetativen Nervensystems deutet, als Situationen, in denen das Ich in seiner angestammten Vorherrschaft eingeschränkt oder bedrängt wird - nach dem Motto: Wenn die Herrschaft außer Haus ist, dann tanzen die Mäuse auf den Tischen. Begleiten Sie deshalb die Medi­tation durch einen inneren Appell, einen inneren Monolog,: "Nun schert euch fort, ICH herrsche hier!!!"

 

Verantwortlich (c) für Text und Inhalt: Dr. Georg M. Peters

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Dr. Georg M. Peters ist Buchautor zum Themenkreis

 

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