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Zuwendung ohne Intention
ist dazu da, um Trümmerwüsten in der Zukunft aufzuräumen! Blinde Flecke!
Aufgaben, die Sie seit längerem vor sich her geschoben haben. Probleme, an die
Sie nicht erinnert werden wollen, über die Sie nicht reden wollen, an die Sie
nicht denken wollen. Das sind blinde Flecken in Ihrem Zukunftsausblick. Die
sollten Sie nicht tolerieren! Solche Tabubereiche darf es nicht geben.
Sie entstehen auf ähnliche
Weise wie die besprochenen Trümmerwüsten der Vergangenheit. Ursache sind
seelische Verletzungen, Unzulänglichkeitsgefühle, Versagensängste. Das
Problem liegt darin, dass Sie es hier wieder mit starken Gefühlen zu tun haben.
Sie brauchen eine innere Stabilität, um sich ihnen zu nähern. Das heißt, Sie
müssen sich selbst beobachten. Wenn Gefahr besteht, dass Sie in eine Depression
abgleiten, dann weichen Sie dem Problem aus und verhalten Sie sich so, wie oben
im Zusammenhang mit der Depression beschrieben - meditieren Sie „Ich bin tot...“
Ansonsten nähern Sie sich
dem Problem und zwar „ohne Intention“ - das ist das Entscheidende! Der innere
Widerstand, der sich aufgetürmt hat, das ist der oben beschriebene „Berg“. Wenn
keine Intention da ist, dann fällt er in sich selbst zusammen. Oft genug werden
Sie sich dem Problem, der ungelösten Aufgabe nähern, ohne etwas zu tun, ohne
etwas zur Lösung beizutragen. Sie stehen am Rande des verbotenen Bereiches und
schauen nur umher. Aber Sie sehen, dass der Berg nicht mehr da ist. So löst sich
das Tabu auf.
Die Zuwendung ohne
Intention ist eine Sache strenger Selbstbeobachtung. Denn das zwanghafte Denken
„Du musst!“, „Nun reiß Dich endlich zusammen!“ „Nun sei nicht so faul!“ „So wird
aus Dir nie etwas!“ „Du musst Deinen inneren Schweinehund überwinden!“ – bedingt
durch Erziehung und Tradition – ist im Menschen normalerweise tief verankert.
Machen Sie sich Gesetze!
Alle seelischen Probleme
haben einen Suchtcharakter. Aus der Sucht kann man sich nur mit Hilfe eines
Gesetzes befreien. Daraus ergeben sich drei Probleme:
Die
richtige Einstellung zum Gesetz finden,
Praktische Erfahrungen sammeln mit der Einführung eines Gesetzes und
Suchtverhalten überall
dort aufdecken, wo es vorherrscht.
Wie oben schon gesagt: Die
Sucht ist der Urtyp aller seelischen Erkrankungen überhaupt. Wichtig für Sie
ist, dass Sie die hier eingeführten Begriffe nicht nur theoretisch erfassen.
Denn - wie gesagt - ein Regelkreis aus Ursache und Wirkung ist immer nur von
Bedeutung, wenn die eigene Person, Ihre Person, einbezogen wird. Das heißt in
diesem Zusammenhang, Begriffe wie Gesetz und Freiheit, Ästhetik und Intention
müssen jeweils ein Echo in Ihrem Inneren hervorrufen.
...ein Echo im Inneren?
Wenn Sie diese Zeilen hier
lesen, dann ist das ein Vorgang auf einer bestimmten Bewusstseinsebene, der
Handlungsebene.
Fragen Sie sich jetzt
einmal, mit welcher Intention Sie lesen! Beobachten Sie sich! So lange Sie
lesen, verweilen Sie noch auf der gleichen Ebene. Aber indem Sie diese Frage an
sich richten, begeben Sie sich auf eine andere, höhere Ebene.
Also - noch einmal die
Frage: „Mit welcher Intention lesen Sie? Geht Ihre Intention dahin, ein
bestimmtes Pensum dieses Lesestoffs zu erfüllen - innerhalb einer bestimmten
Zeit?“ Wenn das der Fall ist, dann ist Ihre Intention im Augenblick sehr hoch.
Richten Sie jetzt die
Frage an sich, wie Ihre derzeitige Haltung im Hinblick auf die eigenen Gesetze
aussieht
- haben Sie zuviel
geraucht? zuviel Alkohol getrunken?
Indem Sie diese Frage
beantworten, begeben Sie sich wiederum auf die höhere Ebene. Angenommen, Sie
sind zur Zeit mit Ihren Gesetzen im Einklang! Dann nehmen Sie bitte für einen
Moment Ihre Intention zurück, also den Vorsatz, ein bestimmtes Lesepensum
einzuhalten! Lehnen Sie sich zurück, und genießen Sie Ihre Freiheit.
Die kann darin bestehen,
aufzustehen und in den Himmel zu schauen. Auf diese Weise entsteht das Gefühl
der Freiheit:
durch Rücknahme der
Intention und
Einklang mit den eigenen
Gesetzen -
es kann nur auf diese
Weise entstehen. Wenn Sie nun zurückkehren zum Text und weiterlesen, dann spüren
Sie, wie Ihre Intention wieder erwacht, und wie Sie auf die anfängliche
Bewusstseinsebene zurückkehren.
Das bedeutet, Ihr
ästhetischer Abstand, der sich zwischenzeitlich vergrößert hat, vermindert sich
wieder. Allgemein gilt: Je mehr Sie sich konzentrieren, je erfolgreicher Sie
arbeiten, desto kleiner wird dieser ästhetische Abstand - selbstvergessenes
Tun.
Bildhaftes Denken! Was ist
ein Stratagem?
Einklang mit den eigenen
Gesetzen und Rücknahme der Intention -
nur auf diese Weise
entsteht das Gefühl der Freiheit
Das ist eine Formel, eine
bildhafte Vorstellung, ein Bild, das eine bestimmte Aufgabe hat. Das Bild soll
eine seelische Kraft entfalten.
Verinnerlichen Sie es,
bewahren Sie es im Bewusstsein! Es soll Sie befähigen, sich in bestimmten
Augenblicken in bestimmter Weise zu entscheiden und zwar zu entscheiden im
Sinne Ihrer eigenen Gesetze.
Das wird hier später noch
genauer erörtert werden. Thema ist, Strategien zu entfalten zur Gestaltung des
eigenen Lebens. Eine Strategie ist immer situationsgebunden, ist immer an die
Erreichung eines bestimmten Zieles gebunden.
Wenn Strategien aber einen
allgemeingültigen Kern aufweisen, dann ist dieser strategische Kern ein
Stratagem. Die oben genannte Formel, „das Gefühl der Freiheit folgt aus dem
Einklang mit den eigenen Gesetzen und einer Rücknahme der Intention“ ist also
ein Stratagem.
Unser Ziel hier ist,
Stratageme zu entwickeln. Ihre, des Lesers, Möglichkeit ist es, diese Stratageme
zu verinnerlichen. Gestalten Sie das Leben mit ihrer Hilfe! Gleichzeitig testen
Sie die Strategeme. Denn entweder sie entfalten die seelische Kraft, die ihnen
hier zugeschrieben wird, dann sind sie gut, oder sie tun es nicht, dann
verwerfen Sie sie wieder.
Öffnen Sie sich einen
Horizont neuer Freiheiten!
Sich ein Gesetz
auferlegen! Sein eigenes Verhalten zu ändern, wie es der im Zusammenhang mit dem
Entzugsdiagramm erwähnte Alkoholiker versuchte! Das ist wirklich von
entscheidender Bedeutung!
Wenn man eine solche
Verhaltensänderung plant und den Blick in die Zukunft richtet, dann ist dieser
Blick von Blindheit umschleiert. Zunächst ist tatsächlich nur ein nötiger
Verzicht erkennbar. In diesem Augenblick ist von den zusätzlichen Freiheiten,
die der Visions-, der Wachstumszweig des Entzugsdiagramms verspricht, nichts zu
sehen. Deshalb ist es so wichtig, die Einführung eines Gesetzes einmal bewusst
vollzogen zu haben.
Wie beim Herausklettern
aus einem Brunnenloch erlebt man dann die Erweiterung des Blickfeldes. Man
erlebt, wie sich ein Horizont von Freiheiten und Möglichkeiten eröffnet, an die
vorher nicht zu denken war. Im Augenblick des Verzichtes jedoch entsteht ein
Gefühl der Leere. Die kann durch eine Hinwendung zur eigenen Geschichte, zur
Kultur, zur Bildung ausgefüllt werden.
Aus dem Gefühl der Leere
erwachsen aber auch kindliche, unbewusste Ängste. Hier gibt es nur eines: Das
bewusste Ertragenlernen, wie oben im Zusammenhang mit den „starken Gefühlen“
beschrieben!
Überprüfen Sie Ihre Beziehung
zur Logik!
Die bewusste Einführung
eines Gesetzes hat wieder etwas mit Logik zu tun: Eine klare Entscheidung ist
nötig - eine Ja-Nein-Entscheidung, wie oben schon beschrieben:
Gilt das Gesetz, oder gilt
es nicht?
Hier müssen drei Zeitzonen
klar unterschieden werden:
1) Eine Zeitspanne bis zum
Tag X, während der das Gesetz noch nicht gilt.
2) Der Tag X, an dem sich
eine bewusste Verhaltensänderung vollzieht.
3) Die Zeit nach dem Tag
X: Dann gilt das Gesetz und wird nicht mehr in Frage gestellt. Das
Musterbeispiel eines Entscheidungsprozesses!
Wichtig ist: Der Nutzen zeigt
sich erst später
Man muss die Aussage: „Die
Einhaltung des Gesetzes bedeutet keine Einschränkung der Freiheit“, also das
erwähnte „Wachstumsprinzip“, stets vor Augen haben dabei. Doch dass dem wirklich
so ist, erkennt man erst später.
Der Nutzen vermehrt sich
mit der Zeit:
-Zuerst stellt sich der
direkte Nutzen ein, der automatisch aus dem Verzicht auf eine schädliche
Gewohnheit erwächst.
-Man erlernt die Technik
zur Einführung eines Gesetzes. So wird die Einführung weiterer Gesetze
erleichtert.
-Dann ergeben sich aber
alle möglichen weiteren Folgen:
-Man gewinnt die
Erfahrung, wie die Einführung eines Gesetzes das Lebensgefühl anhebt.
-Mit der Anhebung des
Lebensgefühls tun sich neue Lebenschancen auf.
-Zukunftsaussichten werden
erschlossen, an die vorher nicht zu denken war.
Beobachten Sie sich selbst!
Vernunft und Gelassenheit
sind immer die Anzeichen für den richtigen Weg. Deshalb ist ein gewisses Maß an
Selbstbeobachtung erforderlich. Wenn das Lebensgefühl manisch wird, dann
strebt man unweigerlich dahin, den erzielten Gewinn so schnell wie möglich
wieder zu verspielen. Vernunft und die Anwendung der richtigen Technik: Das ist
das A und O!
Wie gesagt, müssen Sie
Ihre Gefühle beobachten – nicht kontrollieren. Negativ zu bewerten waren die
„starken Gefühle“, durch die Sie vor Probleme gestellt wurden. Beobachten
sollten Sie aber auch die starken positiven Gefühle, den Überschwang in einem
Glücksmoment. Oben wurde schon Goethe zitiert: „Wenn ich zum Augenblicke sage,
verweile doch, Du bist so schön!“ ...
Wenn Sie sich einer Sucht
entziehen wollen, sind solche Momente kritisch. Denn das Suchtmittel ruft Ihnen
zu, das Glücksgefühl durch Einnahme des Suchtmittels noch zu vertiefen. Das
Glücksgefühl hebt den Augenblick hervor als einen besonderen Augenblick. Und die
Besonderheit legt es nahe, von der asketischen Regel eine Ausnahme zu machen. So
wird der Rückfall in die Sucht vorbereitet. „Einmal ist kein mal!“
Sie geraten somit in die
Situation eines Seilkünstlers, der Gefahr läuft, nach links oder nach rechts
abzustürzen. Links lauert ein starkes Gefühl, rechts lauert ein Glücksgefühl,
ein manisches Gefühl. Um den Absturz zu verhindern, brauchen Sie Ihren
Gleichgewichtssinn.
Wenn Sie zuviel rauchen
und gleichzeitig zu viel essen; Probleme mit dem Rauchen haben und Ihr
Körpergewicht in die Höhe geht: In dem Augenblick, da Sie sich mit beiden
Problemen gleichzeitig befassen, ist Ihr Askeseplan schon gescheitert.
Überhaupt auch nur den Versuch zu machen, beide Probleme gleichzeitig anzugehen,
ist ein Anzeichen für Manie.
Wenn dann unklar ist, wo
der Tag X für den Beginn des Rauchverzichtes liegt, und wo der Tag Y für den
Beginn der Essensumstellung liegt, und wenn man auch noch die Ermahnungen von
Angehörigen ernst nimmt – „nun iss doch nicht so viel! Kannst Du nicht etwas
weniger rauchen!“ -, dann befindet man sich auf einem Weg abwärts in die
Depression und in den gefürchteten Jo-Jo-Effekt hinein.
Halten Sie die Tage X und Y
klar auseinander:
Die Tage X und Y müssen
einen gewissen Abstand von einander haben, und sie müssen genau definiert sein.
Wenn der Tag X hinter
Ihnen, der Tag Y vor Ihnen liegt, dann heißt das: Sie verzichten auf das
Rauchen! Sie ertragen das Nichtrauchen und warten auf den Zeitpunkt, da Sie sich
dieser Entscheidung sicher sind. Sie warten auf den Zeitpunkt, da Sie in dieser
Sache keine Zweifel mehr haben und Ihnen das Nichtrauchen zur sicheren
Gewohnheit geworden ist. So lange muss der Tag Y noch vor Ihnen liegen.
Und das bedeutet eben ganz
eindeutig: Bis zu diesem Zeitpunkt stellen Sie Ihr Essverhalten nicht in
Frage. Sie freuen sich darüber, dass es Ihnen schmeckt, freuen sich darüber,
dass Sie „nicht vom Fleische fallen“ und offenbar keine Krankheit haben, die mit
Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust einhergeht. Sie genießen das Essen und
fühlen keine Reue in Hinsicht auf Genüsse, die Sie sich gegönnt haben. Das
ändert sich erst mit dem Tag Y.
Aber, wie gesagt, wenn
jemand nicht fähig ist, sich klar zu entscheiden, - Tag X liegt hinter mir, Tag
Y liegt vor mir! Jetzt liegen beide Tage hinter mir! - oder wenn der Betreffende
aus irgendeinem Grunde nicht bereit ist, solche klaren Entscheidungen zu
treffen, dann kann er sich diese Auseinandersetzungen sparen. In den meisten
solchen Fällen ist auch dieser Verzicht auf klare Entscheidungen wieder keine
klare Entscheidung und der Betreffende lebt dahin - mit Zigaretten, mal mehr
mal weniger, mit einem schlechten Gewissen, mal mehr mal weniger, mit
wechselnden Essgewohnheiten, verbunden mit Reue - mal mehr, mal weniger.
Verantwortlich (c) für Text und Inhalt: Dr. Georg M. Peters
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