_______________________________________________________________________

 

   

 

         

ANTIQUARIATE

 

 

___  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

___

 

ANTIQUARIATE

 

 

 

 

Psychotherapie

 

 

 

 

 

 

Trümmerwüsten in der Zukunft

Zuwendung ohne Intention ist dazu da, um Trümmerwüsten in der Zukunft aufzuräumen! Blinde Flecke! Aufgaben, die Sie seit längerem vor sich her geschoben haben. Probleme, an die Sie nicht erinnert werden wollen, über die Sie nicht reden wollen, an die Sie nicht denken wollen. Das sind blinde Flecken in Ihrem Zukunftsausblick. Die sollten Sie nicht tolerieren! Solche Tabubereiche darf es nicht geben.

Sie entstehen auf ähnliche Weise wie die besprochenen Trümmerwüsten der Vergangenheit. Ursache sind seelische Verletzungen, Unzulänglich­keits­gefüh­le, Versagensängste. Das Problem liegt darin, dass Sie es hier wieder mit starken Gefühlen zu tun haben. Sie brauchen eine innere Stabilität, um sich ihnen zu nähern. Das heißt, Sie müssen sich selbst beobachten. Wenn Gefahr be­steht, dass Sie in eine Depression abgleiten, dann weichen Sie dem Problem aus und verhalten Sie sich so, wie oben im Zusammenhang mit der Depression beschrieben - meditieren Sie „Ich bin tot...“

Ansonsten nähern Sie sich dem Problem und zwar „ohne Intention“ - das ist das Entscheidende! Der innere Widerstand, der sich aufgetürmt hat, das ist der oben beschriebene „Berg“. Wenn keine Intention da ist, dann fällt er in sich selbst zusammen. Oft genug werden Sie sich dem Problem, der ungelösten Aufgabe nähern, ohne etwas zu tun, ohne etwas zur Lösung beizutragen. Sie stehen am Rande des verbotenen Bereiches und schauen nur umher. Aber Sie sehen, dass der Berg nicht mehr da ist. So löst sich das Tabu auf.

Die Zuwendung ohne Intention ist eine Sache strenger Selbstbeobachtung. Denn das zwanghafte Denken „Du musst!“, „Nun reiß Dich endlich zusammen!“ „Nun sei nicht so faul!“ „So wird aus Dir nie etwas!“ „Du musst Deinen inneren Schweinehund überwinden!“ – bedingt durch Erziehung und Tradition – ist im Men­schen normalerweise tief verankert.

Machen Sie sich Gesetze!

Das Wollen und die Einführung eines Gesetzes

 Alle seelischen Probleme haben einen Suchtcharakter. Aus der Sucht kann man sich nur mit Hilfe eines Gesetzes befreien. Daraus ergeben sich drei Probleme:  

Die richtige Einstellung zum Gesetz finden,

Praktische Erfahrungen sammeln mit der Einführung eines Gesetzes und

Suchtverhalten überall dort aufdecken, wo es vorherrscht. 

Wie oben schon gesagt: Die Sucht ist der Urtyp aller seelischen Erkrankungen überhaupt. Wichtig für Sie ist, dass Sie die hier eingeführten  Begriffe nicht nur theoretisch erfassen. Denn - wie gesagt - ein Regelkreis aus Ursache und Wirkung ist immer nur von Bedeutung, wenn die eigene Person, Ihre Person, einbezogen wird. Das heißt in diesem Zusammenhang, Begriffe wie Gesetz und Freiheit, Ästhetik und Intention müssen jeweils ein Echo in Ihrem Inneren hervorrufen.

 

...ein Echo im Inneren?

Wenn Sie diese Zeilen hier lesen, dann ist das ein Vorgang auf einer bestimmten Bewusstseinsebene, der Handlungsebene.

Fragen Sie sich jetzt einmal, mit welcher Intention Sie lesen! Beobachten Sie sich! So lange Sie lesen, verweilen Sie noch auf der gleichen Ebene. Aber indem Sie diese Frage an sich richten, begeben Sie sich auf eine andere, höhere Ebene.

Also - noch einmal die Frage: „Mit welcher Intention lesen Sie? Geht Ihre Intention dahin, ein bestimmtes Pensum dieses Lesestoffs zu erfüllen - innerhalb einer bestimmten Zeit?“ Wenn das der Fall ist, dann ist Ihre Intention im Augenblick sehr hoch.

Richten Sie jetzt die Frage an sich, wie Ihre derzeitige Haltung im Hinblick auf die eigenen Gesetze aussieht

 

- haben Sie zuviel geraucht? zuviel Alkohol getrunken?

Indem Sie diese Frage beantworten, begeben Sie sich wiederum auf die höhere Ebene. Angenommen, Sie sind zur Zeit mit Ihren Gesetzen im Einklang! Dann nehmen Sie bitte für einen Moment Ihre Intention zurück, also den Vorsatz, ein bestimmtes Lese­pensum einzuhalten! Lehnen Sie sich zurück, und genießen Sie Ihre Freiheit.

Die kann darin bestehen, aufzustehen und in den Himmel zu schauen. Auf diese Weise entsteht das Gefühl der Freiheit:

 

durch Rücknahme der Intention und

 

 

 

 

Einklang mit den eigenen Gesetzen -

es kann nur auf diese Weise entstehen. Wenn Sie nun zurückkehren zum Text und weiterlesen, dann spüren Sie, wie Ihre Intention wieder erwacht, und wie Sie auf die anfängliche Bewusstseinsebene zurückkehren.

Das bedeutet, Ihr ästhetischer Abstand, der sich zwischenzeitlich vergrößert hat, vermindert sich wieder. Allgemein gilt: Je mehr Sie sich konzentrieren, je erfolgreicher Sie arbeiten, desto kleiner wird dieser ästhetische Abstand - selbstvergessenes Tun. 

Bildhaftes Denken! Was ist ein Stratagem?

 Einklang mit den eigenen Gesetzen und Rücknahme der Intention -

nur auf diese Weise entsteht das Gefühl der Freiheit 

Das ist eine Formel, eine bildhafte Vorstellung, ein Bild, das eine bestimmte Aufgabe hat. Das Bild soll eine seelische Kraft entfalten.

Verinnerlichen Sie es, bewahren Sie es im Bewusstsein! Es soll Sie befähigen, sich in bestimmten Augenblicken in bestimmter Weise zu entschei­den und zwar zu entscheiden im Sinne Ihrer eigenen Gesetze.

Das wird hier später noch genauer erörtert werden. Thema ist, Strategien zu entfalten zur Gestaltung des eigenen Lebens. Eine Strategie ist immer situa­tionsgebunden, ist immer an die Erreichung eines bestimmten Zieles gebun­den.

Wenn Strategien aber einen allgemeingültigen Kern aufweisen, dann ist dieser strategische Kern ein Stratagem. Die oben genannte Formel, „das Gefühl der Freiheit folgt aus dem Einklang mit den eigenen Gesetzen und einer Rücknahme der Intention“ ist also ein Stratagem.

Unser Ziel hier ist, Stratageme zu entwickeln. Ihre, des Lesers, Möglichkeit ist es, diese Stratageme zu verinnerlichen. Gestalten Sie das Leben mit ihrer Hilfe! Gleichzeitig testen Sie die Strategeme. Denn entweder sie entfalten die seelische Kraft, die ihnen hier zugeschrieben wird, dann sind sie gut, oder sie tun es nicht, dann verwerfen Sie sie wieder.

 

Wollen Sie Ihr Verhalten ändern?

Öffnen Sie sich einen Horizont neuer Freiheiten!

Sich ein Gesetz auferlegen! Sein eigenes Verhalten zu ändern, wie es der im Zusammenhang mit dem Entzugsdiagramm erwähnte Alkoholiker versuchte! Das ist wirklich von entscheidender Bedeutung!

Wenn man eine solche Verhaltensänderung plant und den Blick in die Zukunft richtet, dann ist dieser Blick von Blindheit umschleiert. Zunächst ist tatsächlich nur ein nötiger Verzicht erkennbar. In diesem Augenblick ist von den zusätzlichen Freiheiten, die der Visions-, der Wachstumszweig des Entzugsdiagramms verspricht, nichts zu sehen. Deshalb ist es so wichtig, die Einführung eines Gesetzes einmal bewusst vollzogen zu haben.

Wie beim Herausklettern aus einem Brunnenloch erlebt man dann die Erweiterung des Blickfeldes. Man erlebt, wie sich ein Horizont von Freiheiten und Möglichkeiten eröffnet, an die vorher nicht zu denken war. Im Augenblick des Verzichtes jedoch entsteht ein Gefühl der Leere. Die kann durch eine Hinwendung zur eigenen Geschichte, zur Kultur, zur Bildung ausgefüllt werden.

Aus dem Gefühl der Leere erwachsen aber auch kindliche, unbewusste Ängste. Hier gibt es nur eines: Das bewusste Ertragenlernen, wie oben im Zusammenhang mit den „starken Gefühlen“ beschrieben!

 

Überprüfen Sie Ihre Beziehung zur Logik!

Die bewusste Einführung eines Gesetzes hat wieder etwas mit Logik zu tun: Eine klare Entscheidung ist nötig - eine Ja-Nein-Entschei­dung, wie oben schon beschrieben:

Gilt das Gesetz, oder gilt es nicht?

Hier müssen drei Zeitzonen klar unterschieden werden:

1) Eine Zeitspanne bis zum Tag X, während der das Gesetz noch nicht gilt.

2) Der Tag X, an dem sich eine bewusste Verhal­tensän­derung vollzieht.

3) Die Zeit nach dem Tag X: Dann gilt das Gesetz und wird nicht mehr in Frage gestellt. Das Musterbeispiel eines Entscheidungsprozesses!

 

Wichtig ist: Der Nutzen zeigt sich erst später

Man muss die Aussage: „Die Einhaltung des Gesetzes bedeutet keine Einschränkung der Freiheit“, also das erwähnte „Wachstumsprinzip“, stets vor Augen haben dabei. Doch dass dem wirklich so ist, erkennt man erst später.

Der Nutzen vermehrt sich mit der Zeit: 

-Zuerst stellt sich der direkte Nutzen ein, der auto­ma­tisch aus dem Verzicht auf eine schädliche Gewohnheit erwächst.

-Man erlernt die Technik zur Einführung eines Gesetzes. So wird die Einfüh­rung weiterer Gesetze erleichtert.

-Dann ergeben sich aber alle möglichen weiteren Folgen:

-Man gewinnt die Erfahrung, wie die Einführung eines Gesetzes das Lebens­gefühl anhebt.

-Mit der Anhebung des Lebensgefühls tun sich neue Lebenschancen auf.

-Zukunftsaussichten werden erschlos­sen, an die vorher nicht zu denken war.  

 

Beobachten Sie sich selbst!

Vernunft und Gelassenheit sind immer die Anzeichen für den richtigen Weg. Deshalb ist ein gewisses Maß an Selbst­beob­achtung erforderlich. Wenn das Lebensgefühl manisch wird, dann strebt man unweigerlich dahin, den erzielten Gewinn so schnell wie möglich wieder zu verspielen. Vernunft und die Anwen­dung der richtigen Technik: Das ist das A und O!

Wie gesagt, müssen Sie Ihre Gefühle beobachten – nicht kontrollieren. Negativ zu bewerten waren die „starken Gefühle“, durch die Sie vor Probleme gestellt wurden. Beobachten sollten Sie aber auch die starken positiven Gefühle, den Überschwang in einem Glücksmoment. Oben wurde schon Goethe zitiert: „Wenn ich zum Augenblicke sage, verweile doch, Du bist so schön!“ ...

Wenn Sie sich einer Sucht entziehen wollen, sind solche Momente kritisch. Denn das Suchtmittel ruft Ihnen zu, das Glücksgefühl durch Einnahme des Suchtmittels noch zu vertiefen. Das Glücksgefühl hebt den Augenblick hervor als einen besonderen Augenblick. Und die Besonderheit legt es nahe, von der asketischen Regel eine Ausnahme zu machen. So wird der Rückfall in die Sucht vorbereitet. „Einmal ist kein mal!“

Sie geraten somit in die Situation eines Seilkünstlers, der Gefahr läuft, nach links oder nach rechts abzustürzen. Links lauert ein starkes Gefühl, rechts lauert ein Glücksgefühl, ein manisches Gefühl. Um den Absturz zu verhindern, brauchen Sie Ihren Gleichgewichtssinn.

Wenn Sie zuviel rauchen und gleichzeitig zu viel essen; Probleme mit dem Rauchen haben und Ihr Körpergewicht in die Höhe geht: In dem Augenblick, da Sie sich mit beiden Problemen gleichzeitig befassen, ist Ihr Askeseplan schon gescheitert. Überhaupt auch nur den Versuch zu machen, beide Probleme gleichzeitig anzugehen, ist ein Anzeichen für Manie.

Wenn dann unklar ist, wo der Tag X für den Beginn des Rauchverzichtes liegt, und wo der Tag Y für den Beginn der Essensumstellung liegt, und wenn man auch noch die Ermahnungen von Angehörigen ernst nimmt – „nun iss doch nicht so viel! Kannst Du nicht etwas weniger rauchen!“ -, dann befindet man sich auf einem Weg abwärts in die Depression und in den gefürchteten Jo-Jo-Effekt hinein.

 

Halten Sie die Tage X und Y klar auseinander:

Die Tage X und Y müssen einen gewissen Abstand von einander haben, und sie müssen genau definiert sein.

Wenn der Tag X hinter Ihnen, der Tag Y vor Ihnen liegt, dann heißt das: Sie verzichten auf das Rauchen! Sie ertragen das Nichtrauchen und warten auf den Zeitpunkt, da Sie sich dieser Entscheidung sicher sind. Sie warten auf den Zeitpunkt, da Sie in dieser Sache keine Zweifel mehr haben und Ihnen das Nicht­rau­chen zur sicheren Gewohnheit geworden ist. So lange muss der Tag Y noch vor Ihnen liegen.

Und das bedeutet eben ganz eindeutig: Bis zu diesem Zeitpunkt stellen Sie Ihr Essverhalten nicht in Frage. Sie freuen sich darüber, dass es Ihnen schmeckt, freuen sich darüber, dass Sie „nicht vom Fleische fallen“ und offenbar keine Krankheit haben, die mit Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust einhergeht. Sie genießen das Essen und fühlen keine Reue in Hinsicht auf Genüsse, die Sie sich gegönnt haben.  Das ändert sich erst mit dem Tag Y.

Aber, wie gesagt, wenn jemand nicht fähig ist, sich klar zu entscheiden, - Tag X liegt hinter mir, Tag Y liegt vor mir! Jetzt liegen beide Tage hinter mir! - oder wenn der Betreffende aus irgendeinem Grunde nicht bereit ist, solche klaren Entscheidungen zu treffen, dann kann er sich diese Auseinandersetzungen sparen. In den meisten solchen Fällen ist auch dieser Verzicht auf klare Entscheidungen wieder keine klare Entscheidung und der Betreffende lebt da­hin - mit Zigaretten, mal mehr mal weniger, mit einem schlechten Gewissen, mal mehr mal weniger, mit wechselnden Essgewohnheiten, verbun­den mit Reue - mal mehr, mal weniger.

 

Verantwortlich (c) für Text und Inhalt: Dr. Georg M. Peters

>Rubrik März 2009 I Februar I Januar

Rubriken 2008: Dezember I November I Oktober I September

August I Juli I Juni I Mai I April I März I Februar I Januar

Rubriken 2007: Dezember I November I Oktober I September

August I Juli

 

Ihre Meinung zu diesem Text ist gefragt:

redaktion@deutscher-buchmarkt.de

 

 

 
 
 

 

Ad personam

 

 

Dr. Georg M. Peters ist Buchautor zum Themenkreis

 

'endogene Depressionen', verlegt im www.verlag-spiel.de