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ANTIQUARIATE

 

 

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ANTIQUARIATE

 

 

 

 

Psychotherapie

 

 

 

 

 

 

Orientieren Sie sich an den vier Dimensionen!

 

Also - wie man sieht: Eindimensionales Denken reicht hier nicht aus. Es genügt auch nicht, dass Sie ein Mensch sind, der bis drei zählen kann. Hier müssen Sie mindestens bis vier zählen können. Vier an der Zahl sind die wesentlichen Dimensionen:

 

Intention: Die wird bewusst zurückgenommen: Muße, Nichtwollen, Konzentration auf den Augenblick!

 

 

 

 

Ästhetik: Das ist die Wahrnehmung der eigenen Person in ihrer neuen Gestalt.

 

 

 

 

Gesetz: Die neue Gestalt wird bedingt durch das neue Gesetz: Die Einführung des Gesetzes ist ein Schritt in Richtung der Gesetzesachse. Die Ordnung im Sinne Ihrer Persönlichkeits­struktur steigt an!

 

 

 

 

Freiheit: Halten Sie das Bewusstsein der Freiheit aufrecht! Durch Ihre alten Gewohnheiten waren Sie eng an die Bedürfnisse des Augenblicks gekettet. Eine der alten Gewohn­heiten wird jetzt geändert. Doch das schränkt Ihre Freiheit, also die Gesamtheit Ihrer Lebensmöglichkeiten, nicht ein! Gesetz und Freiheit sind voneinander unabhängig! Das ist eine wichtige Einsicht, die Sie gegen Ihre augenblicks- und gewohn­heitsbedingten Bedürfnisse behaupten müs­sen!  

Zusammengefasst lauten diese Sätze:

 Ästhetik und Intention:

Der Fortschritt in Richtung der Ästhetikachse

verbindet sich mit der Rücknahme der Intention und umgekehrt.

Gesetz und Freiheit:

Die Einführung des Gesetzes

bedeutet keine Einschränkung der Freiheit.

 Das Ganze nennt sich Vier-Achsen-Stratagem. Die darin enthaltenen Vorstel­lungen müssen Sie sich aneignen. Aus ihnen folgt auch:

 

Dass man einen Versuch nicht beliebig oft wieder holen kann,

 

 

 

 

dass Sie die Intention während der Übergangsphase zurücknehmen müssen, um alle Kräfte auf einen Punkt zu konzentrieren,

 

 

 

 

dass Sie wählen müssen zwischen der Fortsetzung einer alten, schädlichen Gewohnheit und der Einführung einer neuen Gewohnheit mit verlockenden Zukunftsaussichten.

Von der Eindringlichkeit dieser Gedanken und Bilder ist der Erfolg der Bemühung abhängig.

Es ist das, was man früher die Herbeirufung der guten Geister genannt hat. Diese Parallele zu sehen, lehrt uns vielleicht, die Einstellungen unserer Vorfahren besser zu verstehen. Wir sehen dann, dass sie möglicherweise in Hinsicht auf das Problem der Selbststeuerung fortgeschrittener waren als wir.

Dann wären diese Bemühungen dazu angetan, unseren Hochmut gegenüber den Denkmustern der Alten abzubauen. Wenn sie auch Vorstellungen hatten, die uns gelegentlich ein Lächeln abverlangen; die eigenen Schwierigkeiten werden uns zeigen: Es kommt nicht auf den bestimmten Inhalt der hier beschworenen Bilder an, sondern auf ihre Stärke und als Folge davon auf ihre Wirkung. Entweder sie bringen uns dazu, ein neues Gesetz durchzusetzen und uns daran zu halten oder nicht. Das allein ist entscheidend.

 

Verzicht

Sind Sie vorbereitet auf das Gefühl der Leere?

 

Ein neues Gesetz, das man sich auferlegt - etwa das Gesetz, „Ich will nicht mehr rauchen“ -, bedeutet im Allgemeinen einen Verzicht.

Verzichten bedeutet die Gefahr, dass man sich einer inneren Leere ausgesetzt sieht. Hier kommen Kunst und Kultur ins Spiel. Wenn Sie anfangen, sich selbst als Bestandteil einer Jahrtausende alten Kunst- und Kulturtradition zu fühlen, dann bieten sich unendlich viele Möglichkeiten an, diese Leere auszufüllen. Das führt auf einen Bildungskatalog, einen Kanon, wie er etwa in dem Buch „Bildung – alles, was man wissen muss“ von Dietrich Schwanitz definiert wird. Eine solche Richtschnur ist von Bedeutung für den Unterricht, für den Unterrichtenden in der Schule und für jeden anderen.

Aber wir sind durch ein egoistisches Motiv auf ihn gestoßen, nicht etwa als Dienst an der Kultur. Wenn der Verzicht eine innere Leere spüren lässt, dann ist eine ästhetische Weiterbildung von ausschlaggebender Bedeutung: Zu wissen, was man schön finden kann, und zu wissen, wie man lernt, etwas schön zu finden. Eine neue Bewusstseins­ebene finden!

Mit der Frage nach Lebensführung, Lebensgestaltung, ist die Frage nach dem Lebenssinn eng verbunden. Der einzelne muss sich nicht herausgefordert fühlen, das Rad neu zu erfinden. Er sollte wissen, dass andere schon vor ihm das Rad erfunden haben. Die Erkenntnis, dass andere vor ihm auch schon etwas geleistet haben, ist vielleicht ein Schlag gegen seine Eitelkeit, aber ein heilsamer Schlag. Also - man muss sich eingebunden fühlen in die eigene Geschichte.

Mit „Bildung“ soll man Sie verschonen? Sie haben genug andere Probleme? Da muss man Sie nicht auch noch an Ihre unglückselige Schulzeit erinnern? „Bildung“ sei relativ, meinen Sie vielleicht? Die ergebe sich einfach aus der Interessenlage einer Gesellschaftsschicht. Heute werde „Bildung“ in Frage gestellt, dekonstruiert. Man gehe doch einmal ins Theater, meinen Sie vielleicht; dort könne man sehen, was vom „bürgerlichen Bildungsbegriff“ übrig geblieben ist. Eine Zigarette sei Ihnen jetzt lieber? Falls Sie eine solche zwiespältige Einstellung zu dem Begriff Bildung haben, sollten Sie Ihre Einstellung überprüfen. Vielleicht hilft es, wenn Sie sich mit dem Begriff der „Ichidentität“ befassen:

 

Ich-Identität

Schauen Sie in sich selbst hinein!

 

Wenn Sie in sich selbst hineinschauen und -hören, dann beobachten Sie einige merkwürdige Eigenschaften des Ichs. Diese Eigenschaften können Sie entweder, wie gesagt, in sich selbst beobachten oder bei Erwin Schrödinger in seinem Buch „Meine Weltansicht“ beschrieben finden: Ihr Ich von heute fühlt sich identisch mit Ihrem Ich von gestern. Dieses Ichgefühl ist unabhängig von Ihren persönlichen Eigenschaften und Merkmalen: Ob Sie Gedächtnisinhalte verlieren, welche vergessen oder dazu gewinnen, ob Sie Fähig­keiten verlieren oder dazu gewinnen: Ihr Ichgefühl, Ihre Ichidentität, bleibt davon unberührt.

Versuchen Sie zu erkennen, wie Ihr Wesenskern, Ihr Ich, vollkommen unabhängig ist von irgendwelchen körperlichen oder geistigen Eigenschaften, Fähigkeiten, Erinnerungen, Kenntnissen, die Sie heute besitzen, die sich aber von heute auf morgen verändern können. So gewinnen Sie Abstand von Ihrem Ich. Es ist Ihnen schon während Ihres ganzen Lebens erhalten geblieben. Alles Mögliche hat sich geändert; aber dieser Kern blieb erhalten. Wenn Sie zu ihm vordringen, dann spüren Sie Ihr eigenschaftsloses Ich. Das eigenschaftslose Ich! Das ist aber nicht mehr von anderen Ichs zu unterscheiden!

Schrödinger gelangt so zum Begriff der Ichidentität: Jedes Ich ist mit jedem anderen Ich in Gegenwart und Vergangenheit gleich, identisch, von ihm nicht unterscheidbar. In dem Buch „Eine Seereise zum Ich“ von Georg M. Peters wird diese Identität, die wörtlich zu nehmen ist, an Beispielen plausibel gemacht.

 

Die Ethik der Ich-Identität

 

Die Ichidentität kann nur auf der Grundlage eines objektivierten Ichbewusstseins festgestellt werden. Wie oben schon gesagt: Diese höchste Form des Ichbewusstseins prägt die Ära, in der wir heute leben. Sie begann etwa um 1900, zu der Zeit, in der der Bewusstseinsradius zu Null wurde, und die Ära des Ichbewusstseins endete. Sie ist auch die Ära der Ichidentität!

Damit findet auch die berühmte „goldene Regel“ ihre theoretische Begründung: Seit der Reformationszeit, seit dem sechzehnten Jahrhundert beruht die Ethik von Staat und Bürger auf der „goldenen Regel“. Sie lautet: 

Der wohlverstandene Egoismus des Einzelnen

ist mit den ge­sellschaftlichen Interessen deckungsgleich. 

Der Bürger orientiert seine Lebenseinstellung an der goldenen Re­gel, und der Staat schafft die Rahmenbedingungen dafür, dass die sozialen Wechsel­wirkungen tatsächlich gemäß dieser Regel ablaufen. Das ist die Ethik der Ichidentität, die Ethik der Menschenrechte: 

Eine Verhaltensregel ist dann gültig,

wenn sie einerseits wirksam,

anderseits für jedes beliebige Ich

nachvollziehbar ist. 

Jedes beliebige Ich! Das ist das eigenschaftslose Ich der Ichidentität.

"Handele so, dass die Zielsetzung deines Willens zur Grund­lage einer allgemeinen Gesetzgebung werden könnte," sagt Immanuel Kant, der den „deutschen Idealismus“ begründet hat. 

 

Nehmen Sie den Begriff der Ich-Identität wörtlich!

 

Demnach haben Sie Goethes Gedichte selbst geschrieben! An den Mond: 

„Füllest wieder Busch und Tal,

still mit Nebelglanz,

lösest endlich auch einmal

meine Seele ganz.“  

Ihr eigenes Werk! Dann können Sie doch die klassischen Gedichte mit den Augen und dem Stolz des Schöpfers betrachten! Zwei Bedrängnisse würden dabei gleichzeitig ihre Bedeutung verlieren: Zum einen löste sich der schulische Druck, der Zwang, sich mit Bildung zu befassen, in Nichts auf. Andererseits kümmerte Sie die moderne In-Frage-Stellung des Bildungsbe­griffes nicht mehr. Bildung ist für Sie dann eine schöne Landschaft, in der Sie nach Belieben herum spazieren können.

Die Ichidentität verleiht dem Dichter Unsterblichkeit; aber genauso verleiht sie Ihnen Unsterblichkeit.

Wie hieß es doch gleich:  

„Fest gemauert in der Erden,

steht die Form aus Lehm gebrannt.

Heute soll die Glocke werden,

frisch Gesellen seid zur Hand.“  

Wenn das von Ihnen stammt – haben Sie das nicht gut gesagt? Übertragen Sie diese offene Einstellung auf die gesamte Vergangenheit, auf die Kunst, auf die Geschichte.

 Es gibt nicht „die Geschichte“,

es gibt nur „Ihre Geschichte“ 

Ziel einer solchen Einstellungsänderung ist immer noch, Sie zu wappnen, gegen das Gefühl der Leere, das sich einstellt, wenn Sie sich von einer schädlichen Gewohnheit, von einer Sucht, von einem krankhaften Verhalten, das zur Sucht geworden ist, befreien

 

Verantwortlich (c) für Text und Inhalt: Dr. Georg M. Peters

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Dr. Georg M. Peters ist Buchautor zum Themenkreis

 

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