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ANTIQUARIATE

 

 

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ANTIQUARIATE

 

 

 

 

Psychotherapie

 

 

 

 

Gewinnen Sie das Gefühl der Zufriedenheit

Nichtwollen und inneres Gleichgewicht

 

Im Folgenden wird versucht, Ihnen ein Gefühl der Zufriedenheit zu vermitteln. Der Erfolg, falls er sich einstellen wird, kann nur ein Teilerfolg sein. Denn wirkliche Zufriedenheit können Sie nur erlangen, wenn Sie sich einigermaßen sicher fühlen. Und Sicherheit fühlen Sie nur, wenn Sie sich Ihrer selbst sicher sind.  Und das sind Sie nur, wenn Sie sich Gesetze geben können, an die Sie sich halten. Aber Gesetze wiederum, können Sie sich nur geben, wenn Sie über ein gewisses Maß an innerer Stabilität, also an Zufriedenheit verfügen. Wie Sie sehen, entsteht daraus ein Kreislauf. Zufriedenheit und Selbstsicher­heit gewinnen Sie in einem stufenförmigen Prozess. Befassen wir uns also zunächst mit dem Gefühl der Zufriedenheit. Beachten Sie immer, an welchem Punkt unseres Koordinatensystems Sie sich befinden: Unter der Überschrift „Wie groß ist Ihre Willenskraft“ wurde schon der Kontemplationspunkt beschrieben: Er ist gekennzeichnet durch Rücknahme der Intention und Vergrößerung der ästhetischen Entfernung von der eigenen Person.  

Die Einstellung zur Vergangenheit ins Positive wenden!

Die Einstellung zur Vergangenheit ins Positive wenden ist auch eine Art „positives Denken“. Aber dieses Denken muss auf die Vergangenheit begrenzt sein. Es konzentriert sich ganz bewusst auf die Vergangenheit. Persönliche Kränkungen! Betrogensein! Von solchen Verletzungen müssen Sie sich befreien. Das setzt allerdings Entscheidungsfindung voraus. Nichtwollen heißt, Sie wollen die Vergangenheit nicht anders haben als sie ist. Wenn Sie betrogen worden sind: Sie wollen der Betrogene sein! Sie und ich betrügen nicht! Aber wir wissen, dass es in der Welt Betrüger gibt. Wo es Betrüger gibt, gibt es auch Betrogene. Wir wollen nicht betrogen sein? Sind wir etwas Besseres? Nein! Also wollen wir der Betrogene sein. Wenn wir den Täter anzeigen und den Schaden nachweisen können, dann klagen wir eine Wieder­gut­machung ein. Aber dazu sind keine Emotionen, keine Rachegelüste nötig. Vielleicht waren wir naiv, als wir betrogen wurden. Jetzt sind wir nicht mehr naiv. Ein zweites Mal werden wir nicht betrogen. Also können wir dem Betrüger dankbar sein. Wir haben durch ihn gelernt. Den Schaden, den er uns zugefügt hat, betrachten wir als Lehrgeld, das wir gezahlt haben. Wozu also Rachegedanken?

Es gibt natürlich auch Schäden, die nicht wieder gutzuma­chen sind. Dann bleibt nur die Trauer. Genießen Sie die Vorzüge des Rechtstaates, und überlassen Sie dem die gerichtliche Aufarbeitung. Ziehen Sie sich selbst so bald wie möglich aus dem Verfahren heraus. Ihr eigenes Denken wird in solcher Situation ganz von dem Gedanken an den Täter beherrscht. Lassen Sie sich nicht ein zweites Mal von ihm verletzen! Denken Sie, dass Sie ihm verziehen haben! Nur so können Sie sich von dem Gedanken lösen. Aggres­sio­nen, Hass, Rachegedanken schaffen eine Verbindung zu dem Schädiger. Diese Verbin­dung lösen Sie auf! Sie hegen keine Rachegedanken mehr, Sie denken nicht mehr an ihn, er interessiert Sie nicht mehr. In jedem Fall müssen Sie Ihr Denken kontrollieren. Das heißt, einen Schritt in Richtung der Ästhetik­dimen­sion machen.

Damit haben Sie eine Entscheidung getroffen: Nämlich sich von dem Betrüger, von dem Schädiger abzuwenden. Jemandem, der eine Rachezere­monie verfolgt, vielleicht sein Leben lang, gelingt es nicht, sich innerlich von dem Schädiger zu lösen. Falls Sie von Ihrem Ehepartner betrogen worden sind, vielleicht von einem Alkoholiker, von einem Lebenspartner, der süchtig ist und mehrmals gelobt hat, von seinem Suchtmittel abzulassen, dann fällt Ihnen diese Entscheidung nicht so leicht. Wichtig aber ist, ob Sie zu einer Entschei­dung überhaupt fähig sind. Es gibt Beziehungen, bei denen die Partner in einen Dauerstreit ver­strickt sind. Sie verletzten sich gegenseitig verbal oder sogar körperlich und unter­gra­ben damit syste­ma­tisch das Selbstvertrauen des Partners. Wenn dann jeder von beiden glaubt, dass er allein nicht mehr weiterleben kann, dann ent­steht aus Anklammerungs­bedürfnis und Hass eine unauflösliche, selbstzer­störe­rische Verbindung. Dann ist die Entscheidung, sich abzuwenden, gar nicht mehr möglich.

Die Fähigkeit, sich zu entscheiden, ist eine Frage der Logik. Eine Aussage ist wahr, oder sie ist nicht wahr. Ein Drittes gibt es nicht. So einfach ist das. Mit solcher Erkenntnis beginnt die Logik. Dieses Entweder-Oder ist die Wahl­mög­lichkeit bei jeder Entscheidung. Manche Menschen glauben, sie könnten ohne Logik leben. Die wollen sich grundsätzlich nicht entscheiden. Lieber suchen sie nach dem Dritten, das es nicht gibt.  

Trümmerwüsten in der Erinnerung

Ihre Erinnerung ist das Auge, mit dem Sie in die Vergangenheit blicken. Wenn es dort Bereiche gibt, an die Sie nicht erinnert werden wollen, dann entspricht das einem blinden Fleck, einer Trümmerwüste. Unter der Überschrift „Gegensteuern“ oben wurde beschrieben, wie Sie sich gegen das depressive Denken wehren müssen. Das depressive Denken will Ihnen die Gegenwart entreißen und Ihnen stattdessen die Vergangenheit vor Augen führen, in der Sie versagt und Schuld auf sich geladen haben, oder die Zukunft, in der Sie möglicherweise wieder versagen werden. Ich nehme an, dass Sie inzwischen gelernt haben, mit Ihrem Nebenich umzugehen. Sie wissen, wie Sie sich im Falle einer akuten Depression verhalten müssen, was Sie denken müssen, was Sie nicht denken dürfen.

Wenn Sie diese innere Sicherheit und Stabilität besitzen, dann haben Sie die Freiheit, sich mit Ihrer Vergangenheit zu befassen. Es sind solche inneren Kämpfe, die die blinden Flecken, Trümmerwüsten, zurück gelassen haben. Versetzen Sie sich in Ihre damalige Situation zurück. Erleben Sie nach, wie sich Ihr Ich damals gefühlt hat. Es war damals verletzbarer und unsicherer als heute. Eine Niederlage, eine Kränkung wurde als existentielle Bedrohung empfunden. Aus Angst hat Ihr Ich, als die Gefahr vorüber war, in einer Art kindlicher Trotzreaktion. einen ganzen Lebensabschnitt zur Tabuzone erklärt. Und das wirkt heute noch nach. Das bildet heute den blinden Fleck. Das bildet heute die Trümmerwüste. Aber ein blinder Fleck ist eine Art von Blindheit. Die dulden Sie nicht! Versetzen Sie sich in Ihr damaliges Ich zurück, lassen Sie die nega­ti­ven Gefühle wieder lebendig werden: Angst, Schuldgefühl, Hass und Zorn. Viel­leicht haben Sie damals Schuld auf sich geladen, vielleicht haben andere sich Ihnen gegenüber schuldig gemacht. Wenn das schwerwiegende Schuld ist, die noch nicht verjährt ist, decken Sie sie auf, bringen Sie sie zur Sprache, zur Anzeige.

Um einen blinden Fleck zu erzeugen, sind aber auch Erlebnisse ausreichend, die weniger schwerwiegend sind. Machen Sie die Gefühle wieder lebendig und nehmen Sie Ihnen die existentielle, lebensbedrohliche Bedeutung, die ihnen noch anhaftet. Verzeihen Sie die Fehler, ihre eigenen oder die anderer. Ein anderer Mensch hat Sie verletzt? Prüfen Sie Ihre Erinnerung! Wollte dieser Mensch Sie verletzen? Vielleicht haben Sie sein Verhalten falsch gedeutet? Das Tabu muss sich auflösen. Aus der Trümmerwüste, die sich hinter dem blinden Fleck verbarg, muss ein lebendiges Feld werden. Sie waren damals noch jünger als heute, Ihre Gefühle waren damals noch intensiver. Das gilt auch für die positiven Erlebnisse und Gefühle, die durch das Tabu zugedeckt worden sind. Diesen Schatz aus Ihrer Vergangenheit gilt es zu heben. Er bereichert Sie.   

Sind Sie ein Looser, sind Sie ein Verlierertyp?

Verzeihen Sie die dumme Frage. Es ist tatsächlich eine dumme Frage. Aber bekanntlich gibt es Menschen, die ihre Umwelt in Gewinner und Verlierer einteilen. Sich selbst zählen diese Menschen oft zu den Gewinnern. Jedoch: Einen anderen Menschen als „Looser“ zu bezeichnen, ist ein Zeichen von Hochmut und damit von Dummheit.

Es gibt nur eine einzige Möglichkeit, wirklich zum Looser zu werden. Das passiert nämlich dann, wenn Sie sich selbst als solchen bezeichnen. Und im letzten Abschnitt haben wir gerade gesehen, wie dieser seelische Vorgang abläuft. Das ist dann eine der beschriebenen, kindlichen Trotzreaktionen. Und diesmal geht der Trotz in seiner kindlichen Maßlosigkeit gleich so weit, die ganze bisher gelebte Vergangenheit in einem Stück zu verwerfen und als Trümmerwüste zu hinterlassen.

Na, wenn das so ist, dann braucht man nicht erst lange nach dem Feld zu suchen, das aufzuräumen ist. 

Haben Sie etwas falsch gemacht, etwas Falsches gesagt?

Ärgern Sie sich über Fehler, die Sie begangen haben – heute, gestern oder vor längerer Zeit? Dieser Ärger überschattet Ihre Vergangenheit. Er stellt sich automatisch ein, und es nicht so einfach ihn los zu werden. Aber geben Sie Ihrem Denken die Richtung vor: Es soll diesen Ärger so schnell wie möglich überwinden. Denn was dem Ärger zugrunde liegt, ist magisches Denken: Sie müssten nur Ihren Ärger immer weiter treiben und immer intensiver über das Problem nachdenken, darüber nachdenken, was Sie eigentlich hätten tun oder sagen sollen, dann wird sich die Vergangenheit dem anpassen und endlich so werden, wie sie sein soll. Ersetzen sie alle diese inneren Monologe durch einen einzigen Gedanken: „Ich wollte es so.“ Denn Sie befassen sich hier mit der Vergangenheit, und die lässt sich nicht ändern, und wie Sie in Zukunft handeln oder sprechen werden, ist jetzt nicht Ihr Problem. „Ich wollte so handeln, ich wollte so reden.“ Das entspricht der oben beschriebenen Meditation „Will ich irgendetwas anders haben? Nein!“  

Wollen Sie sich einer Sucht entziehen?

Wenn Sie süchtig sind, stehen Sie vor ähnlichen Problemen. Oben wurde schon davon gesprochen, dass Sucht heute oft als Krankheit angesehen wird. Wenn Sie krank sind, brauchen Sie eine Therapie; wenn Sie schwer krank sind, brauchen Sie eine besonders gute Therapie, einen besonders guten Therapeuten. Nun soll der Therapeut doch einmal beweisen, wie gut er ist, indem er Sie therapiert! Eine Chance für Sie, das Gewicht Ihrer Persönlichkeit aufzuwerten! Wie machen Sie das? Indem Sie reihenweise die Therapeuten an dieser Aufgabe scheitern lassen. Das war jetzt nicht ernst gemeint. Aber richtig ist: Es gibt nur einen Menschen, der Ihnen helfen kann, sich von Ihrer Sucht zu befreien. Das sind Sie selbst. Wenn Sie dabei therapeutische Hilfe haben, dann ist das gut. Nehmen Sie die in Anspruch. Aber die Frage, ob jemand Ihnen dabei hilft, und wer Ihnen dabei hilft, ist von untergeordneter Bedeutung. Nur Sie selbst kön­nen sich helfen!

Falls Sie Alkoholiker sind: Sie wollen nicht mehr trinken, aber Sie haben eine Trinkerkarriere hinter sich. Die Zukunft soll nicht so sein wie die Vergangenheit! Die automatische Antwort darauf ist, dass Sie Ihre Vergangenheit abwerten, zu einer Trümmerwüste erklären, sie unter ein Tabu stellen. So soll es nicht weiter gehen! Daraus ergibt sich eine Aufgabe, die Sie sofort in Angriff nehmen kön­nen. Die besteht darin, dass Sie ganz genau zwischen Zukunft und Vergangenheit unterscheiden. 

Machen Sie sich keine Vorsätze!

Was Sie im Augenblick anstreben ist der Zustand des Nichtwollens. Davon ist die Zukunft nicht betroffen. Also schließen Sie die Zukunft aus Ihrer Be­trach­­tung aus. Machen Sie sich keine Vorsätze! An Silvester für das Neue Jahr: Keine Vorsätze! Nichtwollen! Wie im Falle des Betrogenseins: Sie sind Trinker, also wollen Sie Trinker sein. Man weiß ja, dass es Trinker gibt. Wollen Sie etwas Besseres sein? Nein! Damit ist die Frage nach der Zukunft im Augenblick erledigt. Denn Sie befassen sich jetzt mit der Vergangenheit. Sehen Sie die positiven Seiten Ihrer Sucht: Die Sucht hat Ihnen Lebenseinsich­ten verschafft, die Sie als Nichtsüchtiger niemals gehabt hätten. Sie hat Ihnen spezielle Erlebnisse verschafft. Es besteht kein Grund, diese Erlebnisse unter ein Tabu zu stellen. Reden Sie über sie! Reden Sie darüber mit sich selbst, aber auch zu Menschen, die Ihnen nahe stehen, oder zu Mitgliedern in einer Selbsthilfegruppe. Die Sucht hat Ihnen Niederlagen, Verlus­te, Schädigungen eingetragen. Sehen Sie die als das Lehrgeld an, das Sie be­zahlt haben - Lehrgeld für die Erfahrungen, die Sie anderen voraus haben. Machen Sie sich keine Selbstvorwürfe! Das würden Ihnen die Mitglieder der Anonymen Alkoho­liker auch sagen: „Sie müssen Ihre Vergangenheit und sich selbst so akzeptie­ren wie Sie sind.“ Sehen Sie das, was Ihnen widerfahren ist und die Tatsache, dass Sie darüber reden können, und dass es Menschen gibt, die Ihnen zuhören, als eine Bereicherung an!

 

Verantwortlich (c) für Text und Inhalt: Dr. Georg M. Peters

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Dr. Georg M. Peters ist Buchautor zum Themenkreis

 

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