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ANTIQUARIATE

 

 

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ANTIQUARIATE

 

 

 

 

Psychotherapie

 

 

 

 

 

 

 

Ästhetik und Intention, Gesetz und Freiheit

Die Gesetze, die hier entwickelt werden bezüglich Ästhetik und Intention, Gesetz und Freiheit sind so allgemein, dass sie nicht nur auf die eigene Person anwendbar sind, sondern auf die Gesellschaft als Ganzes. Deshalb soll der Blick im Folgenden etwas angehoben werden über die eigenen Grenzen hinaus und, wenn möglich, das Verhältnis zum gesellschaftlichen Umfeld klären. 

Ein Blick zurück:

Hier ein kurzer Rückblick in Bezug auf die eigene Person: Es gibt Situationen, in denen zur Abwehr einer Gefahr entschlossenes Planen oder Handeln erforder­lich ist. Eventuell muss Ihre Antwort schnell erfolgen, damit sie wirkungsvoll ist.

Außerdem gibt es in Ihnen ein Wesen, das Nebenich, das Ihnen solche Situationen vorgaukeln will, wenn gar keine reale Gefahr vorliegt.

Müssen Sie also handeln oder nicht handeln? Auf einer unteren Bewusstseins­ebe­ne erscheinen Ihnen beide Situationen gleichwer­tig, nicht unterscheidbar. Nur von einer höheren Bewusstseinsebene aus können Sie erkennen, ob Sie handeln müssen oder nicht. Sonst sind Sie einer unwirklichen Gefahr, die Ihnen das Nebenich vorgaukelt, einer Depression, hilflos ausgeliefert.

Sie müssen lernen, diese Unterscheidung zu treffen, damit Sie wissen, wann Sie wirklich handeln müssen. Vielleicht müssen Sie sofort handeln und so entschieden wie möglich, vielleicht später nach sorgfältiger Planung und Vorbereitung.

Aber davon zu unterscheiden lernen Sie Situationen, in denen sich Ihnen unwirkliche Gefahren aufdrängen. In diesen Situationen reagieren Sie am besten, indem Sie nichts tun, auch nichts denken, den Zustand des Nichtwollens anstreben, etwa nach der Formel „Ich bin schon tot“, „Ich habe mir das Leben genommen“, „Will ich etwas anders haben als es ist?“ Antwort: „Nein, ich nehme alles so, wie es ist.“ Wo Sie allein in einem Boot auf dem Ozean schwimmen und jedem anderen den Zugang verwehren. Wo Sie davon ausgehen, dass alles vorherbestimmt ist, Sie auch gestern nicht anders handeln konnten, als Sie gehandelt haben, Sie auch morgen nicht anders handeln können, als Sie handeln werden, so dass Sie sich jetzt keine Gedanken darüber zu machen brauchen. 

Wollen oder Nichtwollen?

Also: Wir lernen zwei Situationen von einander zu unter­scheiden, die uns zunächst gleich erschienen sind. Die eine fordert unsere Intention heraus, die andere fordert von uns, dass wir die Intention ganz zurücknehmen.

Die höhere Bewusstseinsebene bedeutet, sich von der eigenen Person entfernen, ein Wissen vom Wissen, einen ästhetischen Abstand gewinnen. Nur dieser ästhetische Abstand erlaubt eine bewusste Beeinflussung des Willens, der Intention.

Ästhetik und Intention sind zwei Größen, die Sie eigenständig beeinflussen können. Sie sind nicht automatisch mit einander verknüpft, sondern unabhängig voneinander - Orthogonalität von Ästhetik und Intention.

Hinzu kommt, wie wir gesehen haben, die Orthogonalität von Gesetz und Freiheit. Sie lehrt uns, auszuscheren aus der Rebellion der Gesetzlosen.  

Sie halten ein Juwel in der Hand

Orthogonalität von Ästhetik und Intention – eine Insel -,

Orthogonalität von Gesetz und Freiheit – ein Kontinent in unserem Ozean. 

Im Ozean entdeckt – das bedeutet, Sie haben diese beiden Stratageme in sich selbst entdeckt. Beide zusammen bilden ein Juwel. Sie spannen einen vierdimensionalen Raum auf aus den Achsen Ästhetik und Intention, Gesetz und Freiheit. Mit seinen scharfen, geschliffenen Kanten und glatten Oberflächen glänzt das Juwel und wirft Licht in alle Richtungen. Entfaltet wird dieser vierdimensionale Raum im Buch „Dimensionen des Bewusstseins“ des Verfassers. Von diesem Buch sagte der Literaturwissen­schaft­ler Prof. Dietrich Schwanitz, dass es seine Blindheit beseitigt habe – eine Blindheit, die man in dem Augenblick erkenne, da sie verschwinde. Das Juwel bekommt auch noch einen Namen.

 

Das Gesetz in der großen Politik

      Überprüfen Sie Ihr soziales Engagement!

Die sozial-revolutionären Bewegungen des zwanzigsten Jahrhunderts haben einen entscheidenden Fehler gemacht. Sie gingen immer davon aus, dass der Mensch durch seine Umgebung geformt werde. „Das Sein bestimmt das Bewusstsein.“ Das gesell­schaft­liche Umfeld definiert den Charakter des Menschen. Um einen „neuen Menschen“ zu schaffen, muss man eine neue Gesellschaft einrichten.

Bei unseren bisherigen Betrachtungen stand das Individuum, die eigene Person, im Vordergrund. Dabei betrachteten wir die eigene Person, die eigene Lebensführung von einer höheren Bewusst­seinsebene aus. Wir bekamen die Einstellungsebene in den Blick und erlebten unsere eigenen Einstellungen als veränderlich, lernten, uns selbst hinzunehmen mit dem Ziel, uns zu verändern.

Alle sozial-revolutionären Bewegungen gehen aus von der Betrachtung der gesamten Gesellschaft. Nun wollen wir hier nicht der gegenteiligen Übertreibung verfallen und die gesellschaftlichen Verhältnisse völlig ignorieren.

Falls an unserer Lebenshaltung etwas neu sein sollte, und sich durch die neuen Einsichten unser Leben ändern sollte, dann wäre das eine Revolution im Kleinen, in unserem Inneren. Der Lauf der Geschichte hat aber gezeigt, dass auf eine Revolution im Kleinen, in der inneren Welt, auch immer eine Revolution im Großen, in der äußeren Welt folgt.

Bei solcher Umwälzung erfasst ein neues Bewusstsein seine Umwelt unter dem Blickwinkel einer neuen Ästhetik. Im acht­zehnten Jahrhundert folgte etwa auf den Schub der Aufklärung die Reform des Bildungswesens. Das wäre nun genau das, was heute Not täte: Eine Reform des Bildungswesens.

In spielerischer Form können wir uns diesem Gegenstand zuwenden und ausprobieren, ob sich aus unserem Blickwinkel des „richtigen Denkens“ heraus eine neue Aussicht auf das Bildungs­wesen ergibt. Wir hatten schon in der Rubrik vom Februar 2010 gesehen, dass die Logik mit einem eindeutigen Entweder-Oder beginnt. Können wir im heutigen Schulwesen etwa Spuren eines richtungslosen Lavierens entdecken, einer Suche nach dem Dritten, das es nicht gibt? Müssen wir vielleicht die Einstellung zur Autorität ganz allgemein überprüfen?

Fragen wir also insgesamt nach der Einstellung unserer Gesellschaft in Bezug auf Autorität und Gesetz. Wir werden feststellen, dass unsere Gesellschaft in vieler Hinsicht durch ein richtungsloses Lavieren gekennzeichnet ist. Drei Beispiele mögen das beschreiben.

 

Die Bedeutung der Autorität, drei Beispiele

Betimmen Sie den richtigen Kurs!

Wenn Sie sich mit Problemen befassen, die die gesamte Gesellschaft betreffen, dann müssen Sie zwei Extremeinstellungen vermeiden. Die eine ist, wie schon gesagt, der Fanatismus, die andere ist die Politikverdrossenheit, die Einstellung „Was geht mich das überhaupt an?!“

Die fanatische Haltung macht den Fehler, dass sie auf jede Selbstkritik verzichtet: Ich oder wir, meine Gruppe, meine Partei, wissen was richtig ist. Diese Wahrheit müssen wir den anderen einbläuen!

Die andere, die verdrossene oder uninteressierte Haltung, geht davon aus, dass „mich das alles nicht interessieren muss!!“ Entweder, weil sowieso alles in die falsche Richtung läuft, und ich keinen Einfluss darauf habe. Oder weil es schon alles irgendwie in die richtige Richtung laufen wird. Denn wenn die Mehrheit meiner Mitmenschen einer Meinung ist, dann kann die nicht ganz falsch sein.

Leider sind alle diese Gewissheiten falsch. Es gibt nur eine Gewissheit. Nämlich die, dass es keine Gewissheit geben kann.

Es wurde schon gesagt: Wenn man an sich selbst fanatische Züge erkennt, dann weiß man, dass das eigene Weltbild falsch ist.

Die Vorstellung, „dass sowieso alles falsch läuft“, muss man als depressiven Gedanken entlarven. Er zeigt einem ebenfalls, dass das eigene Weltbild falsch ist.

Und der Gedanke, „die große Mehrheit kann sich nicht irren“ ist durch das „Dritte Reich“ widerlegt worden.

Heute bemüht man sich endlich, von der Vorstellung weg zu kommen, dass die Nazi-Diktatur das Werk von einigen Verbrechern gewesen sei, die ihren Willen dem Volk aufgezwungen haben. Diese Diktatur wurde vom Willen der großen Mehrheit getragen. Und diese Mehrheit wurde von einem gutem Willen geleitet - ohne verbrecherische Absicht. Also ist auch die große Mehrheit nicht gegen Irrtümer gefeit. Das ist die einzige Lehre, die man heute daraus ziehen kann: Denn wenn die große Mehrheit sich damals irrte, wie kann ich sicher sein, dass sie sich nicht heute wieder irrt?

Die Mehrheit, die dem sogenannten „Zeitgeist“ folgt, begeht leicht den gleichen Fehler wie der Fanatiker: Nämlich die eigenen Gewissheiten nicht mehr in Frage zu stellen.

Die Ungewissheit erstreckt sich also in alle Richtungen. Es ist dieselbe Situation, wie wenn Sie sich auf einem Schiff über den Ozean bewegen, und der Himmel allseitig von grauen Wolken bedeckt ist. Daher ist es so wichtig, dass Sie einen Kompass bei sich haben, ihn zu bedienen wissen und mit seiner Hilfe und an Hand von Seekarten - so gut es geht - den richtigen Kurs bestimmen. Das soll heißen:

Informieren Sie sich und fühlen Sie sich verantwortlich! Hier also das erste Beispiel:

1) Autorität in Bildung und Schule

Die Schule zwischen den Zielen Lehre und Disziplin

Beim Versuch, der Grundsatzfrage auszuwei­chen – machen Sie da nicht mit!

Was ist mit unserem Schulsystem nicht in Ordnung?

Lebenswichtige Probleme, Fragen von Sein oder Nichtsein, verlieren ihre Sprengkraft, wenn man lernt, sie von einer höheren Bewusstseinsebene aus zu betrachten. Einstellungen, die vorher durch Tradition, Religion und Erziehung fixiert waren, erweisen sich dann als veränderlich. Bildung ist in ihren Folgen für den einzelnen, für die Gesellschaft als Ganzes und für die Zukunft die wichtigste Quelle überhaupt. Und deshalb ist es so verwunderlich, eine Folge falschen Denkens, dass Bildungsprobleme bisher nicht wirklich grundsätzlich diskutiert werden. Mit der Diskussion heutiger Probleme, Gewalt an den Schulen, Lehrermangel, Curricula, Einhaltung von Lehrplänen bleibt die Diskussion immer an der Oberfläche, an den Symptomen, haften.

Was hat die Kunst, richtig zu denken, mit der Schule zu tun? Also, das war nun wirklich eine sehr dumme Frage. Setzen! 

Versetzen Sie sich in die Lage eines Lehrers oder einer Lehrerin!

Eigentlich ist es unverantwortlich, junge Lehrerinnen und Lehrer, aber auch ältere, täglich Situationen auszusetzen, in denen sie von vornherein nicht bestehen können, in denen sie Verlet­zungen ausgesetzt sind, die sie nicht wieder los werden. Nicht unbedingt in Form von körperlicher Gewalt, aber in Form von verbaler Gewalt. Natürlich gibt es auch viel Routine und auch positive Erfahrungen und Erlebnisse in der Unterrichtssituation. Aber allein schon die Ungewissheit, wie die nächste Stunde verlaufen wird, bedeutet eine ständige und für manche uner­trägliche Belastung.

Einigkeit besteht weitgehend darüber, dass am Erziehungs- und Bildungssystem etwas nicht in Ordnung ist. Um eine Änderung der Verhältnisse herbeizuführen, egal wo, ob im gesellschaftlichen Bereich oder im eigenen, privaten gibt es immer zwei grundsätzlich verschiedene Betrachtungsweisen: Eine langfristige und eine kurzfristige.

Aber es gibt noch eine weitere Zweiteilung: Entweder ändere ich die Wirklichkeit oder ich ändere meine Einstellung zur Wirklichkeit. Diese vier Punkte fügen sich zwanglos wie folgt zusammen:  

Für eine Änderung im Augenblick

bleibt mir nur die Änderung der Einstellung.

Für eine Änderung der Wirklichkeit

kommt nur die langfristige Betrachtungsweise in Betracht.

 

(Diese Rubriken sind geschrieben in Anlehnung an das Buch „Eine Seereise zum Ich“ von Georg M. Peters, Verlag SPIEL.)

 

Verantwortlich (c) für Text und Inhalt: Dr. Georg M. Peters

 

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Dr. Georg M. Peters ist Buchautor zum Themenkreis

 

'endogene Depressionen', verlegt im www.verlag-spiel.de