_______________________________________________________________________

 

   

 

         

ANTIQUARIATE

 

 

___  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

___

 

ANTIQUARIATE

 

 

 

 

Kinder-u. Jugend-Pädagogik

 

 

 

 

 

 

Eine Reise zu sich selbst

Von Körpererfahrungen, Sinneswahrnehmungen und der Subjektivität des Erlebens

 

Wer kennt sie nicht, die verschiedenen Sichtweisen, mit denen Menschen Gleiches unterschiedlich betrachten und beurteilen? Begriffe wie sinnvoll / es macht Sinn bedeuten so viel wie eine Erkenntnis bringen / logisch nachvollziehbar sein. Denn einen Sinn machen solche Wahrnehmungen und Handlungen, die sich unter Gebrauch der dem Menschen verfügbaren sensorischen, motorischen, kognitiven und affektiven Strukturen allgemeingültig - d. h. von der Mehrzahl der Menschen - als vernünftig und normal betrachtet werden; ohne klare Grenze zur Abnormalität oder mit Abgrenzung zu einer Abnormalität, welche die jeweilige Gesellschaft festlegt. Der Prozess des Orientierens von der Reizaufnahme bis hin zum Output ist durch seine Subjektivität so facettenreich wie die Vielfalt der Individuen. Das macht unsere Welt so reich an variierenden Arrangements und persönlichkeitsgebundenen Vorlieben und Abneigungen!

Heute wird Wahrnehmen nach pädagogischem Erklärungsmodell begriffen als abhängig von der Person des Wahrnehmenden und dem wahrzunehmenden Objekt mit besonderer Beeinflussung durch Vorerfahrungen, Wissen, Emotionen, Entwicklungs- und Charakterbesonderheiten eines Menschen und den sozialen Strukturen seiner Mitwelt. Hieraus ergeben sich Fördermöglichkeiten zum Umdenken. Denn der Anfang jeglichen Lernens bedeutet, das Wagnis des Umdenkens einzugehen, indem vertraute Standpunkte aufgegeben werden und zeitweilig eine Verunsicherung hinzunehmen ist, um dann zu neuen Erkenntnissen zu gelangen.

Die Reise zu sich selbst als ein Sich-über-sich-selbst-klar-Werden impliziert einerseits einen Horchauftrag in das Körperinnere und andererseits genaues Studieren der Signale aus der Mitwelt. Damit erscheint eine funktionierende Sensorik als Dreh- und Angelpunkt für ein Sich-Orientieren. Erfahrungen mit dem eigenen Körper sind immer auch Erfahrungen mit allen Sinnen bei selbst-ständigem Erkunden und Erleben in Zusammenhängen.

Die Wahrnehmung als Teilbereich der Körpererfahrung ist ein Basiselement für die psychische, motorische und soziale Entfaltung der Persönlichkeit. Dazu ist ein intaktes Wahrnehmungssystem aus allen Sinnesorganen notwendig. Letztere brauchen Anregungen und Übung, müssen benutzt werden, um nicht zu verkümmern.

Das Gruppenbild der Sinne zeigt unsere sieben Familienmitglieder, oder besser, es zeigt sechs von uns: den Haut-, Muskel-, Schmeck-, Riech-, Seh- und Hörsinn. Der Siebente, der Gleichgewichtssinn, konnte wieder einmal nicht still halten. Du siehst ihn auf dem Geländer herumturnen.

Wir arbeiten immer zusammen. Jeder von uns liefert dem Gehirn seinen Teil an Informationen, auf den er spezialisiert ist. Das Gehirn sammelt unsere Mitteilungen, bewertet sie und fügt alle unsere Signale zu einer “Gesamtinfo” zusammen. 

Sinnliche Erfahrungen in richtiger Weise miteinander zu verbinden, ist eine wichtige Voraussetzung für jegliches Lernen. So lässt sich bspw. das ganzheitliche Kennenlernen dessen, was einen Apfel ausmacht, nur erfassen über das Sehenswerte seiner Schale (Farbnuancen, -sprenkel und Unebenheiten), das Klangstarke beim Hineinbeißen (ohrenbetäubende Knack-Geräusche im Kopf als Resonanzraum), das Fühlbare (Runzeln, Knubbeln, raue oder glatte Schale), das Schmackhafte und Duftaromatische (würzig, süß, sauer, saftig) sowie über das Bewegliche beim Balanceakt des Pflückens. 

Die Sinnesgeschichten zum Lesen und Vorlesen beschreiben in lustiger Art und Weise die Arbeit der einzelnen Sinnesmodalitäten. Auf detaillierte Darstellungen neuronaler Prozesse wird bewusst verzichtet. Im Buch “Lustige Sinnesgeschichten für kleine und große Leute” (Jackel 2003) veranschaulichen Illustrationen die physiologischen Abläufe in den Sinnessystemen. Andere spaßige bis skurrile Szenenbilder stellen Situationen der Eigen- und Mitweltbeobachtung vor, die zu einem Wechsel in der Perspektive anregen wollen. Auch Handlungsanregungen zum Experimentieren mit allen Sinnen gibt es, um die eigene Wahrnehmungsfähigkeit neu zu entdecken und ungewohnte Sichtweisen gewohnter Sachverhalte einnehmen zu können sowie gewohntes Verhalten zu durchbrechen. Die Spielvorschläge verknüpfen sinnliches Erleben und kognitives Lernen. Sie sind geeignet für Einzel- und Gruppenspiele in Kindergarten, Schule oder an Geburtstagen und Sommerfesten. Und schließlich gibt es Zusatzinformationen, Denkanstöße und Erkundungsanregungen für kleine und große Leute, die sich mit dem Buch zum Schmökern zurückziehen wollen.

Sinnestraining darf nicht zur alleinigen Aufgabe von Spezialisten werden, denen Eltern ihre Kinder anvertrauen (Erzieher, Pädagogen) oder die im Bereich der Rehabilitation (Ergotherapeuten, Motopäden, Mototherapeuten) mit Patienten jeglichen Alters arbeiten, bei denen entweder die Sinnesorgane oder die Verarbeitungswege als pathologisch eingestuft werden. Eltern geben heute bereitwillig und oft vorschnell die Verantwortung für einen Lernbereich ihrer Kinder ab an sogenannte Spezialisten, sei es aus Verunsicherung, aus dem Wissen um die eigene Inkompetenz heraus, aus Bequemlichkeit oder sei es deshalb, weil sie selbst zu keinen Spürinformationen (mehr) fähig sind. Das Buch “Lustige Sinnesgeschichten für kleine und große Leute” will diese Brücke schlagen zwischen Klein und Groß, gemeinsam die Reise zu sich selbst anzutreten und über alle Sinnesmodalitäten sich und die Mitwelt “neu”, d. h. in ganzheitlichem Kontext zu entdecken.

Es sei ausdrücklich betont, dass natürlich stets alle Sinnesmodalitäten beim Wahrnehmen zusammenarbeiten. Das schließt nicht aus, in bestimmten Spiel-Animationen den einen oder anderen Sinn in den Vordergrund zu stellen und dessen Arbeit damit sowohl bewusst werden zu lassen als auch gezielt zu fördern. So sind die im Folgenden beschriebenen Sinnes-Spiele der Übersichtlichkeit halber nach den einzelnen Sinnessystemen geordnet - wohl wissend, dass weitere Sinnesorgane stets mit gefördert werden. 

 

Sinnes-Spiele:

Geschichten, Zusatzinformationen, Denkanstöße, Spielanimationen und Erkundungsanregungen

 

1. Zur Zusammenarbeit der Sinne:

Alle Sinne arbeiten auf Hochtouren:

Hast du Lust auf einen Waldspaziergang? Auf dem Weg hinauf zum Waldrand riechst du lange noch die Autoabgase der Stadt. Einige Meter im Wald dann steigt ein würziger Duft von Farnkraut, Moos und feuchtem Waldboden in deine Nase. Du atmest durch die Nase ein, tief aus dem Bauch heraus in vier Schritten, hältst die Luft vier Schritte lang, atmest ebenfalls durch die Nase in vier Schritten aus. Nach einer Atempause von vier Schritten wird wieder eingeatmet. Auf einer Waldlichtung siehst du Waldbeeren. Es sind hellrote Himbeeren und Walderdbeeren. Sie schmecken zuckersüß, warm und würzig. Deine Augen freuen sich über das saftige Juni-Grün um dich herum. Lustig, wie das Licht durch das Blattgrün flippert. Und was ist das? Du hörst die Stille. Dann erschallt der Warnruf eines Eichelhähers. Deine Hände berühren die raue Baumrinde. Stachelige Tannennadeln schlagen dir ins Gesicht und kratzen an den Armen. Muskel- und Gleichgewichtssinn werden beide gefordert, wenn du auf einem liegenden Baumstamm balancierst und über Unebenheiten wie Wurzelwerk und Geäst läufst. Wohltuend empfinden es dann deine Füße, führt dich der Weg über einen weichen Teppich aus Tannennadeln und Moos ... (nach Jackel 2003, S. 64).   

 

Im Jahreskreislauf:

Im Frühjahr genießen es deine Füße, nicht länger in hoch geschlossenen Schuhen eingesperrt zu sein und deine Augen nehmen gierig die Farben der Frühblüher und das frische Blattgrün auf. Im Sommer brennt die Mittagshitze auf deiner Haut und Schweiß kitzelt dich in den Kniekehlen. Im Herbst spürst du die feinen Spinnweben im Gesicht und du riechst den Nebel. Im Winter beißen dich Frost und scharfer Ostwind auf Stirn, Nase und Wangen. Finde weitere Beispiele für sinn-volle Empfindungen im Jahreskreislauf. (Jackel 2003, S. 64)

  

Interessantes über die Sinnesfamilie bei deinem Hund:

Dein Hund hat eine besondere Schnüffelnase. Außerdem wachsen ihm Tasthaare an Schnauze, Kiefer und Augenbrauen, so dass er genau weiß, wie breit sein Kopf ist. So wird er ihn nirgendwo hineinstecken, wo er ihn nicht wieder herausbekommt. Seine besonders guten und beweglichen Lauschohren sorgen dafür, dass er den Schall aus allen Richtungen prima aufnehmen kann. Dafür sieht er nicht so gut wie du; jedoch: seine Augen sind besser als die deinen auf Bewegungen ausgerichtet. In Abbildung 3 wird bei deinem Hund durch die Übergröße bestimmter Körperpartien angezeigt, wie empfindlich diese Teile bei ihm sind.

 

2. Zur Arbeit des Gleichgewichtssinns:

 

Farben hüpfen:

Du brauchst: Hüpfpunkte in verschiedenen Farben; sie werden auf der Spielfläche ausgelegt.

So wird gespielt: Der Zauberer lässt nur diejenigen aus der Spielgruppe in seinem Bewegungsgarten spielen, die mit 10 Hopsern bei geschlossenen Beinen auf Hüpfpunkten einer Farbe zur anderen Seite kommen, ohne andere Kinder wegzudrängen. Schwieriger wird das Spiel, wenn man nur auf einem Bein hüpfen und stehen darf.

Herunterrutschen:  

Das kleine Vorhofsäckchen Sacculus reagiert mit den Auf- und Ab-Bewegungen. Wenn du mit dem Fahrstuhl von oben herunter in das Erdgeschoss fährst oder das Treppengeländer herunterrutschst, muss es arbeiten. 

Über Stock und Stein:

Du brauchst: Stelzen oder Lauf-Dollis, Teppichfliesen, Zeitungspapier, Springseile, Softbälle, Pappkartons

So wird gespielt: Baue dir zusammen mit deinen Spielkameraden eine Spiel-Landschaft auf. Benutzt das genannte Spielzeug. Die Teppichfliesen sind kleine Inseln zwischen reißenden Gebirgsbächen. Sie müsst ihr bei eurer Hindernis-Reise erreichen. Die Zeitungsseiten sind gefährliche Stromschnellen unten am Fluss. Ihr müsst sie umlaufen oder darüber hinwegsteigen. Entlang der Springseile als Wegmarkierungen könnt ihr an den steilen Felswänden entlangstelzen. Die Softbälle sind Felsbrocken, die mit den Stelzen oder Lauf-Dollis während des Laufens in Pappkartons (Öffnung seitlich aufgelegt) buxiert werden.

 

3. Zur Arbeit des Hautsinns:

 

Thermorezeptoren:

Probiere im Freibad aus: Du liegst in der Sonne und willst nun ins Wasser gehen. Erst steigst du langsam ins Becken ohne dich vorher abzuduschen. Ich weiß, das sollte man schon wegen der Sauberkeit nicht tun. Aber für unseren Versuch kannst du einmal eine Ausnahme machen. Wie fühlt sich die Wassertemperatur im Schwimmbecken für die an? Später liegst du wieder in der Sonne und willst ins Wasser gehen. Nun duschst du dich vorher kalt ab. Wie fühlt sich jetzt die Temperatur im Schwimmbecken für dich an? Warum ist dein Temperaturgefühl jetzt anders? Sprich mit deinen Eltern oder Lehrern über messbare Temperaturen und empfundene Temperaturveränderungen (Jackel 2003, S. 32).

  

Kalt oder warm?

Du kannst auch einmal eine Minute lang (zähle bis 60) deine rechte Hand in eine Schüssel mit heißem, deine linke in eine Schüssel mit kaltem Wasser tauchen und dann beide Hände in lauwarmes Wasser halten. Wie empfindest du die Temperaturveränderungen in beiden Händen? (Jackel 2003, S. 32).  

Welche Süßigkeit ist das? 

Auf deinem Geburtstag haben deine Gäste viel Spaß an einem Spiel, bei dem sie Süßigkeiten an deren Form und Verpackung ertasten sollen.

Du brauchst: große Schüssel, Kopftuch, verschiedene Süßigkeiten (Kleinteile); mehr Süßigkeiten als Kinder

So wird gespielt: In der Kreismitte steht die gefüllte Schüssel; abgedeckt mit dem Tuch. Im Uhrzeigersinn nacheinander dürfen alle je einmal in die Schüssel greifen, die Süßigkeiten ertasten und eine davon benennen (Marken- oder Produktname). Wer richtig ertastet hat, darf das Teil aufessen.

 

4. Zur Arbeit des Muskelsinns:

 

Ein Kobold entführt eine ganze Kindergruppe zu einem Urwaldgewässer. Dort kommt es zur “Krokodilmahlzeit”.

Ihr braucht: Betttuch oder große Tischdecke; die Kinder sitzen um das Tuch. Ihre Beine ragen unter das Tuch in den “Urwaldfluss” hinein, wo sich ein weiteres Kind als “Krokodil” bewegt.

So wird gespielt: Jedes Kind im Spielkreis fasst das Tuch am Saum und wabert es leicht. Das Tuch bildet die Oberfläche des Urwaldgewässers. Das Krokodil bewegt sich in tiefster Gangart unter dem wabernden Tuch und hält nach einer “Mahlzeit” Ausschau. Plötzlich fasst es ein Kind an den Beinen und will es unter das Tuch ziehen. Dieses Kind versucht durch Anspannen seiner Bein- und Gesäßmuskeln, dem Krokodil Widerstand zu leisten. Schließlich aber muss das Krokodil siegen. Und das Kind wird schreiend unter das Tuch gezogen (es darf schaurig schreien), wo es seinerseits zu einem hungrigen Krokodil wird und zuschnappt.

 

Ein Rätsel:

Das Zwerchfell ist ein großer Muskel unterhalb der Rippen. Er hilft dir beim Atmen. Zieht er sich schärfer als normalerweise zusammen, musst du heftig einatmen. Dein Körper hüpft dabei ruckartig hoch und gibt einen “Hicks”-Laut von sich. Was ist das eigentlich? Lies nach in einem Kinder-Sachbuch zum menschlichen Körper.

 

Einladung zum Grimassieren:

Du hast mehr als 40 Gesichtsmuskeln. Jetzt sollst du einmal einige davon bewusst anspannen und ihnen dann wieder freien Lauf lassen. Benutze einen Handspiegel.

Ziehe deine Augenbrauen hoch - senke sie wieder.

Spitze deinen Mund - lasse wieder locker.

Kneife deine Augen zusammen - öffne sie wieder.

Stelle deine Zähne aufeinander, beiße fest zu und zeige jeden einzelnen Zahn - lockere den Biss wieder.

Presse deine Lippen fest aufeinander - öffne sie wieder.

Drücke bei geschlossenem Mund deine Zunge gegen die Zähne - lasse sie wieder zurückgleiten.

Beobachte dabei deinen Gesichtsausdruck im Handspiegel. Wann ist er mürrisch, grimmig, erstaunt, angestrengt und wann ohne besonderen Ausdruck? (Jackel 2003, S. 38).

 

5. Zur Arbeit des Schmecksinns:

Sachinformation:

Das Geschmacksempfinden ist bei jedem Menschen verschieden. Was dem einen schmeckt, findet ein anderer ekelerregend. Farblich verfremdete Lebensmittel wirken in jedem Fall irritierend.

Beim “Hexen-Kaffeekränzchen”:

Wenn du zu Fasching eine Kinderparty geben darfst, kannst du sie in diesem Jahr zur Abwechslung einmal unter das Motto “Hexen-Kaffeekränzchen” stellen. Sind dann alle Hexen eingetroffen, stehen ihre Besen an der Wand, sitzen ihre Raben auf der Gardinenstange, nehmen die Gäste Platz und du servierst “Zauberbällchen mit Mäusekot auf püriertem Teichmoos”. Dazu reichst du “Brackwassersekt”.

 

Zutaten “Zauberbällchen mit Mäusekot” (gefärbte Rosinenbrötchen): 300g Mehl, 150g Quark, 6 Esslöffel (EL) Milch, 6 EL Speiseöl, 3 EL Rosinen, 3 EL Honig, 3 EL Kokosflocken, 1 Teelöffel Zimt, 1 Backpulver, 1 Prise Salz, gelbe Lebensmittelfarbe, Dosenmilch;

Zubereitung: Zutaten mit Handrührgerät durchrühren; mit bemehlten Händen faustgroße Bällchen formen; auf Backblech (mit Backtrennpapier) legen und etwas andrücken; mit Dosenmilch bestreichen; Backzeit: 200 Grad Celsius 20 Minuten (Achtung: je kleiner die Brötchen, desto kürzer die Backzeit). 

Zutaten für “ püriertes Teichmoos” (gefärbte Schlagsahne): süße Sahne, Zucker, grüne Lebensmittelfarbe;

Zubereitung: mit dem Handrührgerät aus süßer Sahne, Zucker und Lebensmittelfarbe Schlagsahne herstellen.

Zutaten für “Brackwassersekt” (gefärbtes Wasser): Wasser, grüne Lebensmittelfarbe, Zucker;

Zubereitung: Gläser mit angefeuchtetem Rand in Zucker tauchen; Wasser mit Lebensmittelfarbe verrühren; Gläser zur Hälfte füllen.

Serviervorschlag: Zauberbrötchen halbieren; mit gelber Schnittfläche nach oben in einem Klecks püriertem Teichmoos reichen; dazu Brackwassersekt oder Fliegenpilzsirup (rot gefärbte Limonade mit Sahnehaube) in durchsichtigen Gläsern (Jackel 2003, S. 44).

 

6. Zur Arbeit des Riechsinns:

Gewürzmischungen und gespickte Orangen:

 

Du kannst eine Duftmischung aus Orangen-, Mandarinen- oder Zitronenschalen, Anissternen, Zimtstangen und Gewürznelken in einer Schale auf die Heizung stellen. Duftet das intensiv und erinnert an Weihnachten! Ein Fest für Augen und Nase sind “gespickte Orangen”. Du piekst Gewürznelken in Form von Mustern in die Schalen von Orangen. Dann dekorierst du die Orangen zusammen mit Tannenzweigen und Zapfen als Tischschmuck in der Adventszeit. (Jackel 2003, S. 50)

 

Küche oder Bad?

Du brauchst: Essig, Kaffee, Spülmittel, Gewürzketschup, Duschgel, WC-Reiniger, Nagellackentferner, Zahnpasta ... Filmrollendosen oder Tupperzwerge, Schal

So wird gespielt: Du sollst zusammen mit deinen Spielkameraden die Düfte mit verbundenen Augen danach unterscheiden, ob sie in der Küche oder im Bad vorkommen. Supernasen können außerdem die einzelnen Gerüche benennen.

Entspannung im Wannenbad:

Wo es gut riecht, fühlt man sich bekanntlich auch wohl. Wenn du abends ein Wannenbad nehmen willst, kannst du einige Tropfen Duftöl ins Wasser geben. Bist du abgespannt und müde, beleben dich Rosmarin- oder Zitrusduft wieder. Bis du aufgedreht, beruhigt dich Rosenduft. Hast du eine Erkältung mit Halsschmerzen und Husten, nimm Eukalyptus und der Schleim löst sich. Schaue einmal in einer Drogerie nach Duftölen. Es gibt auch viele verschiedene Sorten für Duftlampen (Jackel 2003, S. 48).

7. Zur Arbeit des Sehsinns:

Kannst du dir vorstellen, wie das Gesicht dieses übellaunig dreinschauenden Menschen umgedreht aussieht? Erst nachdenken! Hast du die Lösung gefunden, darfst du das Bild umdrehen.

Kleidertausch:

An einem Kindergeburtstag lässt du dich mit deinen Gästen im Sitzkreis nieder. Ein Gast verlässt den Raum, die anderen tauschen 5 bis 6 Kleidungsstücke untereinander aus. Das Rate-Kind darf nun wieder hereinkommen und muss herausfinden, wer was mit wem getauscht hat. Auf einer Faschingsparty macht das Spiel besonderen Spaß.

Welche Süßigkeit fehlt?

Du brauchst: kleine Teile an Süßigkeiten; mehr Süßigkeiten als Kinder

So wird gespielt: In der Kreismitte liegen auf einem ausgebreiteten Tuch die Süßigkeiten. Bis auf einen deiner Gäste schließen alle die Augen (bei Mogelkindern drehen sich alle vom Tuch weg). Dieses Kind darf sich ein süßes Teil wegnehmen und unter seine Serviette legen. Nun schauen alle wieder auf die Süßigkeiten auf dem Tuch. Wer von den anderen zuerst das fehlende Teil nennt, darf jetzt zulangen. Jedes Kind bekommt 2 Teile. Wer diese bereits unter seiner Serviette gehortet hat, hilft einem anderen Kind bei der süßen Raterei. Zuletzt wird alles verzehrt

 

8. Zur Arbeit des Hörsinns:

Sachinformation:

Die Ohren hören Schwingungen in der Luft als Klänge und Töne, das heißt als Geräusche. Sie entstehen bspw., wenn ein Gegenstand angeschlagen, gerieben oder wenn Luft durchgeblasen wird. Musikinstrumente funktionieren auf diese Weise.

 

Ein “Orchester aus Natur-Instrumenten”:

Klanghölzer und Kastagnetten: Suche dir im Wald trockene, harte Aststücke. Schneide sie glatt ab, entrinde und poliere sie (Achtung: Das Messer immer vom Körper weg führen!). Jetzt legst du das Holz locker längs in die hohle Hand. So kann es gut schwingen. Mit dem anderen Holz schlägst du locker auf das Erste. Beobachte, welche Töne du mit unterschiedlich großen und dicken Ästen oder verschiedenen Holzarten erzeugen kannst. Kastagnetten kannst du herstellen, wenn du Kokosnüsse mit einer Holzsäge in zwei Hälften teilst und aushöhlst. Du schlägst die beiden Hälften im Takt der Musik mit ihren Öffnungen aufeinander.

Rasseln und Geräusch-Röhrchen: Hast du einen Zierkürbis aus dem letzten Jahr lange genug aufgehoben, hat er im Inneren kein Fruchtfleisch mehr und die harten Kerne rasseln beim Schütteln. Ein leises Geräusch erzeugst du mit einem teils mit Sand gefüllten und durch Korkstopfen (passend zugeschnitten) verschlossenen Installationsrohr-Rest (ca. 30 cm). Richtige Krachmacher-Dosen dagegen sind mit Steinen oder Muscheln gefüllte Cremedosen. Etwas sanfter klingen da Nüsse und Holzstückchen (Jackel 2003, S. 62).

                                                                  

Geräusche raten:

Du brauchst: Augenbinden, Wasser, Schüssel, Kieselsteinchen, Lachsack (Wer hat hier keinen?), Zahnbürste (neu), Locher, Papier

So wird gespielt: Du bist der Spielleiter. Du gießt Wasser aus, schüttest Kieselsteine in eine Schüssel, betätigst den Lachsack, putzt dir die Zähne (trocken putzen), durchlöcherst mit dem Locher ein Blatt Papier. Deine Rate-Kinder bekommen Augenbinden und müssen heraus horchen, mit welchen Materialien die Geräusche erzeugt wurden.

 

Literatur: Jackel, B. (2003). Lustige Sinnesgeschichten für kleine und große Leute. Sinnlich-sinnvolle Anregungen zum Nachdenken und Nachspielen. Dortmund: borgmann publishing. Aus: Praxis der Psychomotorik 2003, 28 (4), 235-239.

 

Verantwortlich für Text und Inhalt: Dr. phil. Birgit Jackel

Ihre Meinung zu diesem Text ist gefragt:

redaktion@deutscher-buchmarkt.de

 

 

 
 
 

 

Ad personam

Dr. phil. Birgit Jackel, Lehrerin mit 32 Jahren schulpraktischer Erfahrung in Grund- und Hauptschulen; zeitgleich zur Lehramtstätigkeit Diplom und Promotion an der Goethe-Universität Frankfurt (Main) im Fachbereich Erziehungswissenschaften und 1997 - 2001 lehrbeauftragt ebendort; bis heute tätig in der Aus- und Weiterbildung von LehrerInnen, ErzieherInnen, PolizeibeamtInnen und TherapeutInnen mit Gastvorträgen an Universitäten und Akademien, mit Kongressbeiträgen und Kompaktseminaren im In- und Ausland; Fachgebiete: Allgemeine Pädagogik, Motopädagogik, Verkehrspädagogik, Neuropädagogik, Sprachheilkunde und Logopädie; diverse Fachveröffentlichungen (siehe Schriftenverzeichnis). In diese Arbeiten gehen theoretisch-wissenschaftliche Erkenntnisse ebenso ein wie langjährige schulpraktische Erfahrungen und machen die vorgestellten Lernwege glaubwürdig.

Ihr neues Buch Lernen wie das Gehirn es mag ist bei VAK erschienen.