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Eine Reise zu sich selbst
Von Körpererfahrungen, Sinneswahrnehmungen und der Subjektivität des Erlebens
Wer kennt sie nicht, die
verschiedenen Sichtweisen, mit denen Menschen Gleiches unterschiedlich
betrachten und beurteilen? Begriffe wie sinnvoll / es macht Sinn bedeuten
so viel wie eine Erkenntnis bringen / logisch nachvollziehbar sein. Denn
einen Sinn machen solche Wahrnehmungen und Handlungen, die sich unter
Gebrauch der dem Menschen verfügbaren sensorischen, motorischen, kognitiven und
affektiven Strukturen allgemeingültig - d. h. von der Mehrzahl der Menschen -
als vernünftig und normal betrachtet werden; ohne klare Grenze zur Abnormalität
oder mit Abgrenzung zu einer Abnormalität, welche die jeweilige Gesellschaft
festlegt. Der Prozess des Orientierens von der Reizaufnahme bis hin zum Output
ist durch seine Subjektivität so facettenreich wie die Vielfalt der Individuen.
Das macht unsere Welt so reich an variierenden Arrangements und
persönlichkeitsgebundenen Vorlieben und Abneigungen!
Heute wird Wahrnehmen nach
pädagogischem Erklärungsmodell begriffen als abhängig von der Person des
Wahrnehmenden und dem wahrzunehmenden Objekt mit besonderer Beeinflussung durch
Vorerfahrungen, Wissen, Emotionen, Entwicklungs- und Charakterbesonderheiten
eines Menschen und den sozialen Strukturen seiner Mitwelt. Hieraus ergeben sich
Fördermöglichkeiten zum Umdenken. Denn der Anfang jeglichen Lernens bedeutet,
das Wagnis des Umdenkens einzugehen, indem vertraute Standpunkte aufgegeben
werden und zeitweilig eine Verunsicherung hinzunehmen ist, um dann zu neuen
Erkenntnissen zu gelangen.
Die Reise zu sich selbst als
ein Sich-über-sich-selbst-klar-Werden impliziert einerseits einen Horchauftrag
in das Körperinnere und andererseits genaues Studieren der Signale aus der
Mitwelt. Damit erscheint eine funktionierende Sensorik als Dreh- und Angelpunkt
für ein Sich-Orientieren. Erfahrungen mit dem eigenen Körper sind immer auch
Erfahrungen mit allen Sinnen bei selbst-ständigem Erkunden und Erleben in
Zusammenhängen.
Die Wahrnehmung als Teilbereich
der Körpererfahrung ist ein Basiselement für die psychische, motorische und
soziale Entfaltung der Persönlichkeit. Dazu ist ein intaktes Wahrnehmungssystem
aus allen Sinnesorganen notwendig. Letztere brauchen Anregungen und
Übung, müssen benutzt werden, um nicht zu verkümmern.
Das Gruppenbild der Sinne zeigt
unsere sieben Familienmitglieder, oder besser, es zeigt sechs von uns: den
Haut-, Muskel-, Schmeck-, Riech-, Seh- und Hörsinn. Der Siebente, der
Gleichgewichtssinn, konnte wieder einmal nicht still halten. Du siehst ihn auf
dem Geländer herumturnen.
Wir arbeiten immer zusammen.
Jeder von uns liefert dem Gehirn seinen Teil an Informationen, auf den er
spezialisiert ist. Das Gehirn sammelt unsere Mitteilungen, bewertet sie und fügt
alle unsere Signale zu einer “Gesamtinfo” zusammen.
Sinnliche Erfahrungen in
richtiger Weise miteinander zu verbinden, ist eine wichtige Voraussetzung für
jegliches Lernen. So lässt sich bspw. das ganzheitliche Kennenlernen dessen, was
einen Apfel ausmacht, nur erfassen über das Sehenswerte seiner Schale
(Farbnuancen, -sprenkel und Unebenheiten), das Klangstarke beim Hineinbeißen
(ohrenbetäubende Knack-Geräusche im Kopf als Resonanzraum), das Fühlbare
(Runzeln, Knubbeln, raue oder glatte Schale), das Schmackhafte und
Duftaromatische (würzig, süß, sauer, saftig) sowie über das Bewegliche beim
Balanceakt des Pflückens.
Die Sinnesgeschichten zum Lesen
und Vorlesen beschreiben in lustiger Art und Weise die Arbeit der einzelnen
Sinnesmodalitäten. Auf detaillierte Darstellungen neuronaler Prozesse wird
bewusst verzichtet. Im Buch “Lustige Sinnesgeschichten für kleine und große
Leute” (Jackel 2003) veranschaulichen Illustrationen die physiologischen Abläufe
in den Sinnessystemen. Andere spaßige bis skurrile Szenenbilder stellen
Situationen der Eigen- und Mitweltbeobachtung vor, die zu einem Wechsel in der
Perspektive anregen wollen. Auch Handlungsanregungen zum Experimentieren mit
allen Sinnen gibt es, um die eigene Wahrnehmungsfähigkeit neu zu entdecken und
ungewohnte Sichtweisen gewohnter Sachverhalte einnehmen zu können sowie
gewohntes Verhalten zu durchbrechen. Die Spielvorschläge verknüpfen sinnliches
Erleben und kognitives Lernen. Sie sind geeignet für Einzel- und Gruppenspiele
in Kindergarten, Schule oder an Geburtstagen und Sommerfesten. Und schließlich
gibt es Zusatzinformationen, Denkanstöße und Erkundungsanregungen für kleine und
große Leute, die sich mit dem Buch zum Schmökern zurückziehen wollen.
Sinnestraining darf nicht zur
alleinigen Aufgabe von Spezialisten werden, denen Eltern ihre Kinder anvertrauen
(Erzieher, Pädagogen) oder die im Bereich der Rehabilitation (Ergotherapeuten,
Motopäden, Mototherapeuten) mit Patienten jeglichen Alters arbeiten, bei denen
entweder die Sinnesorgane oder die Verarbeitungswege als pathologisch eingestuft
werden. Eltern geben heute bereitwillig und oft vorschnell die Verantwortung für
einen Lernbereich ihrer Kinder ab an sogenannte Spezialisten, sei es aus
Verunsicherung, aus dem Wissen um die eigene Inkompetenz heraus, aus
Bequemlichkeit oder sei es deshalb, weil sie selbst zu keinen Spürinformationen
(mehr) fähig sind. Das Buch “Lustige Sinnesgeschichten für kleine und große
Leute” will diese Brücke schlagen zwischen Klein und Groß, gemeinsam die
Reise zu sich selbst anzutreten und über alle Sinnesmodalitäten sich und die
Mitwelt “neu”, d. h. in ganzheitlichem Kontext zu entdecken.
Es sei ausdrücklich betont,
dass natürlich stets alle Sinnesmodalitäten beim Wahrnehmen
zusammenarbeiten. Das schließt nicht aus, in bestimmten Spiel-Animationen den
einen oder anderen Sinn in den Vordergrund zu stellen und dessen Arbeit damit
sowohl bewusst werden zu lassen als auch gezielt zu fördern. So sind die im
Folgenden beschriebenen Sinnes-Spiele der Übersichtlichkeit halber nach den
einzelnen Sinnessystemen geordnet - wohl wissend, dass weitere Sinnesorgane
stets mit gefördert werden.
Sinnes-Spiele:
Geschichten,
Zusatzinformationen, Denkanstöße, Spielanimationen und Erkundungsanregungen
1. Zur
Zusammenarbeit der Sinne:
Alle Sinne arbeiten auf
Hochtouren:
Hast du Lust auf einen
Waldspaziergang? Auf dem Weg hinauf zum Waldrand riechst du lange noch die
Autoabgase der Stadt. Einige Meter im Wald dann steigt ein würziger Duft von
Farnkraut, Moos und feuchtem Waldboden in deine Nase. Du atmest durch die Nase
ein, tief aus dem Bauch heraus in vier Schritten, hältst die Luft vier Schritte
lang, atmest ebenfalls durch die Nase in vier Schritten aus. Nach einer
Atempause von vier Schritten wird wieder eingeatmet. Auf einer Waldlichtung
siehst du Waldbeeren. Es sind hellrote Himbeeren und Walderdbeeren. Sie
schmecken zuckersüß, warm und würzig. Deine Augen freuen sich über das saftige
Juni-Grün um dich herum. Lustig, wie das Licht durch das Blattgrün flippert. Und
was ist das? Du hörst die Stille. Dann erschallt der Warnruf eines Eichelhähers.
Deine Hände berühren die raue Baumrinde. Stachelige Tannennadeln schlagen dir
ins Gesicht und kratzen an den Armen. Muskel- und Gleichgewichtssinn werden
beide gefordert, wenn du auf einem liegenden Baumstamm balancierst und über
Unebenheiten wie Wurzelwerk und Geäst läufst. Wohltuend empfinden es dann deine
Füße, führt dich der Weg über einen weichen Teppich aus Tannennadeln und Moos
... (nach Jackel 2003, S. 64).
Im Jahreskreislauf:
Im Frühjahr genießen es deine
Füße, nicht länger in hoch geschlossenen Schuhen eingesperrt zu sein und deine
Augen nehmen gierig die Farben der Frühblüher und das frische Blattgrün auf. Im
Sommer brennt die Mittagshitze auf deiner Haut und Schweiß kitzelt dich in den
Kniekehlen. Im Herbst spürst du die feinen Spinnweben im Gesicht und du riechst
den Nebel. Im Winter beißen dich Frost und scharfer Ostwind auf Stirn, Nase und
Wangen. Finde weitere Beispiele für sinn-volle Empfindungen im Jahreskreislauf.
(Jackel 2003, S. 64)
Interessantes über die Sinnesfamilie bei deinem Hund:
Dein Hund hat eine besondere
Schnüffelnase. Außerdem wachsen ihm Tasthaare an Schnauze, Kiefer und
Augenbrauen, so dass er genau weiß, wie breit sein Kopf ist. So wird er ihn
nirgendwo hineinstecken, wo er ihn nicht wieder herausbekommt. Seine besonders
guten und beweglichen Lauschohren sorgen dafür, dass er den Schall aus allen
Richtungen prima aufnehmen kann. Dafür sieht er nicht so gut wie du; jedoch:
seine Augen sind besser als die deinen auf Bewegungen ausgerichtet. In Abbildung
3 wird bei deinem Hund durch die Übergröße bestimmter Körperpartien angezeigt,
wie empfindlich diese Teile bei ihm sind.
2. Zur Arbeit
des Gleichgewichtssinns:
Farben
hüpfen:
Du brauchst: Hüpfpunkte in
verschiedenen Farben; sie werden auf der Spielfläche ausgelegt.
So wird gespielt: Der Zauberer
lässt nur diejenigen aus der Spielgruppe in seinem Bewegungsgarten spielen, die
mit 10 Hopsern bei geschlossenen Beinen auf Hüpfpunkten einer Farbe zur
anderen Seite kommen, ohne andere Kinder wegzudrängen. Schwieriger wird das
Spiel, wenn man nur auf einem Bein hüpfen und stehen darf.
Herunterrutschen:
Das kleine Vorhofsäckchen
Sacculus reagiert mit den Auf- und Ab-Bewegungen. Wenn du mit dem Fahrstuhl von
oben herunter in das Erdgeschoss fährst oder das Treppengeländer
herunterrutschst, muss es arbeiten.
Über Stock
und Stein:
Du brauchst: Stelzen oder
Lauf-Dollis, Teppichfliesen, Zeitungspapier, Springseile, Softbälle, Pappkartons
So wird gespielt: Baue dir
zusammen mit deinen Spielkameraden eine Spiel-Landschaft auf. Benutzt das
genannte Spielzeug. Die Teppichfliesen sind kleine Inseln zwischen reißenden
Gebirgsbächen. Sie müsst ihr bei eurer Hindernis-Reise erreichen. Die
Zeitungsseiten sind gefährliche Stromschnellen unten am Fluss. Ihr müsst sie
umlaufen oder darüber hinwegsteigen. Entlang der Springseile als Wegmarkierungen
könnt ihr an den steilen Felswänden entlangstelzen. Die Softbälle sind
Felsbrocken, die mit den Stelzen oder Lauf-Dollis während des Laufens in
Pappkartons (Öffnung seitlich aufgelegt) buxiert werden.
3. Zur Arbeit
des Hautsinns:
Thermorezeptoren:
Probiere im Freibad aus: Du
liegst in der Sonne und willst nun ins Wasser gehen. Erst steigst du langsam ins
Becken ohne dich vorher abzuduschen. Ich weiß, das sollte man schon wegen der
Sauberkeit nicht tun. Aber für unseren Versuch kannst du einmal eine Ausnahme
machen. Wie fühlt sich die Wassertemperatur im Schwimmbecken für die an? Später
liegst du wieder in der Sonne und willst ins Wasser gehen. Nun duschst du dich
vorher kalt ab. Wie fühlt sich jetzt die Temperatur im Schwimmbecken für dich
an? Warum ist dein Temperaturgefühl jetzt anders? Sprich mit deinen Eltern oder
Lehrern über messbare Temperaturen und empfundene Temperaturveränderungen
(Jackel 2003, S. 32).
Kalt oder
warm?
Du kannst auch einmal eine
Minute lang (zähle bis 60) deine rechte Hand in eine Schüssel mit heißem, deine
linke in eine Schüssel mit kaltem Wasser tauchen und dann beide Hände in
lauwarmes Wasser halten. Wie empfindest du die Temperaturveränderungen in beiden
Händen? (Jackel 2003, S. 32).
Welche Süßigkeit ist das?
Auf deinem Geburtstag haben
deine Gäste viel Spaß an einem Spiel, bei dem sie Süßigkeiten an deren Form und
Verpackung ertasten sollen.
Du brauchst: große Schüssel,
Kopftuch, verschiedene Süßigkeiten (Kleinteile); mehr Süßigkeiten als Kinder
So wird gespielt: In der
Kreismitte steht die gefüllte Schüssel; abgedeckt mit dem Tuch. Im Uhrzeigersinn
nacheinander dürfen alle je einmal in die Schüssel greifen, die Süßigkeiten
ertasten und eine davon benennen (Marken- oder Produktname). Wer richtig
ertastet hat, darf das Teil aufessen.
4. Zur Arbeit
des Muskelsinns:
Ein Kobold entführt eine ganze
Kindergruppe zu einem Urwaldgewässer. Dort kommt es zur “Krokodilmahlzeit”.
Ihr braucht: Betttuch oder
große Tischdecke; die Kinder sitzen um das Tuch. Ihre Beine ragen unter das Tuch
in den “Urwaldfluss” hinein, wo sich ein weiteres Kind als “Krokodil” bewegt.
So wird gespielt: Jedes Kind im
Spielkreis fasst das Tuch am Saum und wabert es leicht. Das Tuch bildet die
Oberfläche des Urwaldgewässers. Das Krokodil bewegt sich in tiefster Gangart
unter dem wabernden Tuch und hält nach einer “Mahlzeit” Ausschau. Plötzlich
fasst es ein Kind an den Beinen und will es unter das Tuch ziehen. Dieses Kind
versucht durch Anspannen seiner Bein- und Gesäßmuskeln, dem Krokodil Widerstand
zu leisten. Schließlich aber muss das Krokodil siegen. Und das Kind wird
schreiend unter das Tuch gezogen (es darf schaurig schreien), wo es seinerseits
zu einem hungrigen Krokodil wird und zuschnappt.
Ein Rätsel:
Das Zwerchfell ist ein großer
Muskel unterhalb der Rippen. Er hilft dir beim Atmen. Zieht er sich schärfer als
normalerweise zusammen, musst du heftig einatmen. Dein Körper hüpft dabei
ruckartig hoch und gibt einen “Hicks”-Laut von sich. Was ist das eigentlich?
Lies nach in einem Kinder-Sachbuch zum menschlichen Körper.
Einladung zum
Grimassieren:
Du hast mehr als 40
Gesichtsmuskeln. Jetzt sollst du einmal einige davon bewusst anspannen und ihnen
dann wieder freien Lauf lassen. Benutze einen Handspiegel.
Ziehe deine Augenbrauen hoch -
senke sie wieder.
Spitze deinen Mund - lasse
wieder locker.
Kneife deine Augen zusammen -
öffne sie wieder.
Stelle deine Zähne aufeinander,
beiße fest zu und zeige jeden einzelnen Zahn - lockere den Biss wieder.
Presse deine Lippen fest
aufeinander - öffne sie wieder.
Drücke bei geschlossenem Mund
deine Zunge gegen die Zähne - lasse sie wieder zurückgleiten.
Beobachte dabei deinen
Gesichtsausdruck im Handspiegel. Wann ist er mürrisch, grimmig, erstaunt,
angestrengt und wann ohne besonderen Ausdruck? (Jackel 2003, S. 38).
5. Zur Arbeit
des Schmecksinns:
Sachinformation:
Das Geschmacksempfinden ist bei
jedem Menschen verschieden. Was dem einen schmeckt, findet ein anderer
ekelerregend. Farblich verfremdete Lebensmittel wirken in jedem Fall
irritierend.
Beim
“Hexen-Kaffeekränzchen”:
Wenn du zu Fasching eine
Kinderparty geben darfst, kannst du sie in diesem Jahr zur Abwechslung einmal
unter das Motto “Hexen-Kaffeekränzchen” stellen. Sind dann alle Hexen
eingetroffen, stehen ihre Besen an der Wand, sitzen ihre Raben auf der
Gardinenstange, nehmen die Gäste Platz und du servierst “Zauberbällchen mit
Mäusekot auf püriertem Teichmoos”. Dazu reichst du “Brackwassersekt”.
Zutaten “Zauberbällchen
mit Mäusekot” (gefärbte Rosinenbrötchen): 300g Mehl, 150g Quark, 6 Esslöffel
(EL) Milch, 6 EL Speiseöl, 3 EL Rosinen, 3 EL Honig, 3 EL Kokosflocken, 1
Teelöffel Zimt, 1 Backpulver, 1 Prise Salz, gelbe Lebensmittelfarbe, Dosenmilch;
Zubereitung: Zutaten mit
Handrührgerät durchrühren; mit bemehlten Händen faustgroße Bällchen formen; auf
Backblech (mit Backtrennpapier) legen und etwas andrücken; mit Dosenmilch
bestreichen; Backzeit: 200 Grad Celsius 20 Minuten (Achtung: je kleiner die
Brötchen, desto kürzer die Backzeit).
Zutaten für “ püriertes
Teichmoos” (gefärbte Schlagsahne): süße Sahne, Zucker, grüne Lebensmittelfarbe;
Zubereitung: mit dem
Handrührgerät aus süßer Sahne, Zucker und Lebensmittelfarbe Schlagsahne
herstellen.
Zutaten für
“Brackwassersekt” (gefärbtes Wasser): Wasser, grüne Lebensmittelfarbe, Zucker;
Zubereitung: Gläser mit
angefeuchtetem Rand in Zucker tauchen; Wasser mit Lebensmittelfarbe verrühren;
Gläser zur Hälfte füllen.
Serviervorschlag:
Zauberbrötchen halbieren; mit gelber Schnittfläche nach oben in einem Klecks
püriertem Teichmoos reichen; dazu Brackwassersekt oder Fliegenpilzsirup (rot
gefärbte Limonade mit Sahnehaube) in durchsichtigen Gläsern (Jackel 2003, S.
44).
6. Zur Arbeit
des Riechsinns:
Gewürzmischungen und gespickte
Orangen:
Du kannst eine Duftmischung aus
Orangen-, Mandarinen- oder Zitronenschalen, Anissternen, Zimtstangen und
Gewürznelken in einer Schale auf die Heizung stellen. Duftet das intensiv und
erinnert an Weihnachten! Ein Fest für Augen und Nase sind “gespickte Orangen”.
Du piekst Gewürznelken in Form von Mustern in die Schalen von Orangen. Dann
dekorierst du die Orangen zusammen mit Tannenzweigen und Zapfen als Tischschmuck
in der Adventszeit. (Jackel 2003, S. 50)
Küche oder
Bad?
Du brauchst: Essig, Kaffee,
Spülmittel, Gewürzketschup, Duschgel, WC-Reiniger, Nagellackentferner, Zahnpasta
... Filmrollendosen oder Tupperzwerge, Schal
So wird gespielt: Du sollst
zusammen mit deinen Spielkameraden die Düfte mit verbundenen Augen danach
unterscheiden, ob sie in der Küche oder im Bad vorkommen. Supernasen können
außerdem die einzelnen Gerüche benennen.
Entspannung
im Wannenbad:
Wo es gut riecht, fühlt man
sich bekanntlich auch wohl. Wenn du abends ein Wannenbad nehmen willst, kannst
du einige Tropfen Duftöl ins Wasser geben. Bist du abgespannt und müde, beleben
dich Rosmarin- oder Zitrusduft wieder. Bis du aufgedreht, beruhigt dich
Rosenduft. Hast du eine Erkältung mit Halsschmerzen und Husten, nimm Eukalyptus
und der Schleim löst sich. Schaue einmal in einer Drogerie nach Duftölen. Es
gibt auch viele verschiedene Sorten für Duftlampen (Jackel 2003, S. 48).
7. Zur
Arbeit des Sehsinns:
Kannst du dir vorstellen, wie
das Gesicht dieses übellaunig dreinschauenden Menschen umgedreht aussieht? Erst
nachdenken! Hast du die Lösung gefunden, darfst du das Bild umdrehen.
Kleidertausch:
An einem Kindergeburtstag lässt
du dich mit deinen Gästen im Sitzkreis nieder. Ein Gast verlässt den Raum, die
anderen tauschen 5 bis 6 Kleidungsstücke untereinander aus. Das Rate-Kind darf
nun wieder hereinkommen und muss herausfinden, wer was mit wem getauscht hat.
Auf einer Faschingsparty macht das Spiel besonderen Spaß.
Welche
Süßigkeit fehlt?
Du brauchst: kleine Teile an
Süßigkeiten; mehr Süßigkeiten als Kinder
So wird gespielt: In der
Kreismitte liegen auf einem ausgebreiteten Tuch die Süßigkeiten. Bis auf einen
deiner Gäste schließen alle die Augen (bei Mogelkindern drehen sich alle vom
Tuch weg). Dieses Kind darf sich ein süßes Teil wegnehmen und unter seine
Serviette legen. Nun schauen alle wieder auf die Süßigkeiten auf dem Tuch. Wer
von den anderen zuerst das fehlende Teil nennt, darf jetzt zulangen. Jedes Kind
bekommt 2 Teile. Wer diese bereits unter seiner Serviette gehortet hat, hilft
einem anderen Kind bei der süßen Raterei. Zuletzt wird alles verzehrt
8. Zur
Arbeit des Hörsinns:
Sachinformation:
Die Ohren hören Schwingungen in
der Luft als Klänge und Töne, das heißt als Geräusche. Sie entstehen bspw., wenn
ein Gegenstand angeschlagen, gerieben oder wenn Luft durchgeblasen wird.
Musikinstrumente funktionieren auf diese Weise.
Ein
“Orchester aus Natur-Instrumenten”:
Klanghölzer und Kastagnetten:
Suche dir im Wald trockene, harte Aststücke. Schneide sie glatt ab, entrinde und
poliere sie (Achtung: Das Messer immer vom Körper weg führen!). Jetzt legst du
das Holz locker längs in die hohle Hand. So kann es gut schwingen. Mit dem
anderen Holz schlägst du locker auf das Erste. Beobachte, welche Töne du mit
unterschiedlich großen und dicken Ästen oder verschiedenen Holzarten erzeugen
kannst. Kastagnetten kannst du herstellen, wenn du Kokosnüsse mit einer Holzsäge
in zwei Hälften teilst und aushöhlst. Du schlägst die beiden Hälften im Takt der
Musik mit ihren Öffnungen aufeinander.
Rasseln und Geräusch-Röhrchen:
Hast du einen Zierkürbis aus dem letzten Jahr lange genug aufgehoben, hat er im
Inneren kein Fruchtfleisch mehr und die harten Kerne rasseln beim Schütteln. Ein
leises Geräusch erzeugst du mit einem teils mit Sand gefüllten und durch
Korkstopfen (passend zugeschnitten) verschlossenen Installationsrohr-Rest (ca.
30 cm). Richtige Krachmacher-Dosen dagegen sind mit Steinen oder Muscheln
gefüllte Cremedosen. Etwas sanfter klingen da Nüsse und Holzstückchen (Jackel
2003, S. 62).
Geräusche
raten:
Du brauchst: Augenbinden,
Wasser, Schüssel, Kieselsteinchen, Lachsack (Wer hat hier keinen?), Zahnbürste
(neu), Locher, Papier
So wird gespielt: Du bist der
Spielleiter. Du gießt Wasser aus, schüttest Kieselsteine in eine Schüssel,
betätigst den Lachsack, putzt dir die Zähne (trocken putzen), durchlöcherst mit
dem Locher ein Blatt Papier. Deine Rate-Kinder bekommen Augenbinden und müssen
heraus horchen, mit welchen Materialien die Geräusche erzeugt wurden.
Literatur:
Jackel, B. (2003). Lustige Sinnesgeschichten für kleine und große Leute.
Sinnlich-sinnvolle Anregungen zum Nachdenken und Nachspielen. Dortmund: borgmann
publishing. Aus: Praxis der Psychomotorik 2003, 28 (4), 235-239.
Verantwortlich für Text und
Inhalt: Dr. phil. Birgit Jackel
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