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Der Hinweis, daß es sich bei diesem
vehementen Pädoyer um ein Handbuch für die pädagogische Praxis handle, sollte
auch profane Eltern nicht davon abhalten, mehr als nur einen Blick
hineinzuwerfen, um sich beispielsweise dem Kapitel IV zu nähern: Wie man
Störungen umgehen kann. Sie werden begreifen, daß Schule und ihre
assoziativen außerschulischen (Lernpflicht-) Elemente nahezu deckungsgleich
sind. Und so empfiehlt die Autorin, Rektorin einer Grundschule und in selbst
entwickelter Leselernmethodik und Übungsanleitungen zur Konzentration,
Meditation und Bewegung für Kinder hoch engagiert, etwas ganz und gar Rationales
(in Konflikten wie solchen jedoch oft Abhandengekommenes), nämlich zu handeln
statt zu reden. Wie wahr! Für einfühlsame Lehrer eine Selbstverständlichkeit,
für zu poltern gewöhnte Eltern ein Hinweis auf die Pflicht zur
Selbstbeschränkung zum Zwecke der De-Eskalation. Was den Ratgeber lesenswert
macht ist zum einen seine ganz unprätentiöse Didaktik, die hinweist und nicht
zeigefingert, und zum anderen die in den Fachtext eingeflochtenen Fallbeispiele.
Diese Form der Herangehensweise an brisante Thematiken hat sich bewährt, und die
Autorin versteht hierin ihre eigentliche Aufgabe: nicht trocken vortragen und
rekapitulieren, sondern den Stoff mit genügend dosiertem Schmiermittel versehen,
um ihn geschmeidig zu halten. Das zeichnet im übrigen den Inhalt des Buches aus,
nämlich daß es wohltuend abweicht von vergleichbaren Publikationen. Man merkt
ihm schnell an, daß es aus der Praxis für die Praxis verfaßt wurde. Und so wird
der Bogen über immerhin 185 Seiten effizient gespannt: vom ersten Kapitel
Pädagogische Überlegungen zum Thema Disziplin, bis zum Kapitel 6 Menschen
im Spannungsfeld der Schule; er zeichnet damit zugleich ein Sittenbild
der heutigen pädagogischen Arbeit. Ihre Funktion, sofern sie engagierte
Erziehungsarbeit als postiv bewertet und nicht als rüde Einmischung in praxisfremde kultusministerielle Handlungsvorgaben, kann nur gelobt und
elterlicherseits (!) unterstützt werden. Deshalb eingangs der Hinweis, daß
wohlmeinenden Eltern dieses Buch ebenso empfohlen werden kann wie Lehrern, die
noch nicht den Glauben aufgegeben haben, etwas im Unterricht und Schulalltag
bewegen zu können. Die Autorin macht ihnen zurecht Hoffnung.
VAK, 2009, ISBN
3-935767-77-4 16,95
Euro (PB)
Der Verlag: www.vakverlag.de
in Kirchzarten bei Freiburg
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