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'Der grüne Fürst'
Eine Lebensgeschichte, die es in sich hat -
die des Fürsten Pückler, eines genialen Gartenarchitekten und, weshalb nicht,
die des Lebemannes Hermann Fürst Pückler-Muskau, dessen nachwaltender Ruhm den
meisten Menschen lediglich als die von ihm kreierte Eisspeise bekannt ist. Daß
Pückler in geradezu überwältigender Vielfalt garten- und
landschaftsarchitektonische Meisterwerke hinterließ, die denen eines Lenné oder
Schinkel ebenbürtig sind, ist eher Randwissen.
Er war bekannt mit Bettina von Arnim,
Henriette Sontag, Goethe, Heine, Charles Dickens und anderen Hochgestellten
jener Zeit. Als sich nun ein Mann wie Heinz Ohff seinerzeit des Stoffes annahm und aus
vielerlei Zutaten solches fürstlichen Lebens einen Roman schuf, dann darf man
voraussetzen, daß das mehr wird als die bloße Ablichtung einer Matrix. Ohff war langjähriger Feuilletonchef des Berliner Tagesspiegels und
brillierte dort mit einem Fundus an Worten, die er, wohlgesetzt, den Lesern wie
auf einem Silbertablett servierte. Allein daher beweist sein Roman Klasse.
Deshalb erübrigt sich hinsichtlich der
literarischen Qualität auch eine großvolumige Anpreisung als ein Summa summarum: Wem
Pücklers Wirken bekannt ist und er mehr in ihm sieht als nur 'einen Offizier und
Dandy' (S.72) oder nur seine Amouren, dem ist das bei Piper,
München, 1991 von Heinz Ohff herausgebrachte Buch 'Der
grüne Fürst. Das abenteuerliche Leben des Hermann Pückler-Muskau' zur
gediegenen Lektüre zu empfehlen. Menschen gleichen nun einmal Fassaden, Fassaden
verbergen bekanntermaßen das Dahinterliegende, wer jedoch Entrée erhält, der
schaut in die gute Stube, hier in die von Pückler, dem Genius morbi seiner Zeit.
Er wird entdecken, daß bei aller Gloriole,
die Menschen wie Pückler umfloren, mehr als nur ein bißchen Seele mitregiert. Und
jene
wird in Ohhfs Buch als Mediator zwischen Außen- und Innenwelt so
hervorragend dargestellt, daß dem Leser die Augen vor Überraschung aufgehen. Das war vom Autor so beabsichtigt, nämlich das
innere Auge als gestaltendes
Element transparent zu machen, um das solcherart erschaffene Äußere als dessen komplementären,
dinglichen Ausdruck
vorzuführen. Wunderbar in Szene gesetzt und deshalb literarisch zur allerersten Wahl
gehörend!
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Verantwortlich (c) für Text und Inhalt: J.
Michael Baerwald, Berlin.
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