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'Das gab's nur einmal'
Für Cineasten ein Solitär: Ein Buch über die
schönsten Filme unseres Lebens - allerdings bevorzugt für die Älteren unter uns
und für Sammler, die ihr Archiv bereichern wollen. Es schildert in oft verloren
geglaubten Fotoaufnahmen den Beginn der laufenden Bilder in der Stummfilmzeit
bis gegen Ende 1954 im Deutschland der Davongekommenen.
Den tragischen Schicksalen vieler
Vorkriegsschauspieler sowie die drastische Filmzensur der Nazi-Zeit mit ihren
zynischen Auswirkungen haben den bekannten Autor Curt Riess veranlaßt,
sich in besonderen Kapiteln damit zu befassen. Herausgekommen ist ein ungemein
wichtiger Abschnitt im Filmschaffen, das fast immer in eine Zäsur für die
Betroffenen mündete.
Das Buch umspannt das gewaltige Œuvre
deutscher Filmkunst, angereichert mit einem nahezu unfaßbaren Wissen des Autors
über Personen, Inhalte und Produktionen. 576 s/w Abbildungen generieren eine
fundamentale Sichtweise auf Intentionen und Umsetzungen durch all jene, die eine
Welt erläutern, der wir Nachgewachsenen nurmehr ob ihrer künstlerischen
Bemühungen höchsten Respekt bezeugen können. Und da lohnt es sich, wenn man
solches Adjektiv überhaupt für dieses Buch verwenden darf, da lohnt es sich
einzutauchen in das 'Damals war's'.
Der Autor hat den Inhalt straff gegliedert
und in 21 Abteilungen aufgeteilt: von So begann es bis Die Gesichter
von heute. Das kommt dem Gegenstand der jeweiligen Betrachtung sehr
entgegen, und es wird der cineastisch gebildete Leser natürlich mehr in ihnen
fündig werden als nur der allgemein interessierte Laie. Beiden jedoch würde etwas
entgehen, wenn Sie das bei Bertelsmann, Gütersloh, 1956
edierte, 1,8 kg schwere Werk im Format 180 x 250 x 60 mm nicht besäßen. Es
entgingen ihnen traumhafte Erlebnisse und die Begegnung mit einer Welt, von der
wir zwar alle wissen, daß sie eine Kunstwelt ist, die wir jedoch ab und an nicht
missen möchten.
Solches Verlangen mündete irgendwann in der
Nachkriegszeit in den banalen Slogan 'Mach' dir ein paar schöne Stunden, geh'
ins Kino', gleichwohl traf er den Nerv des Einzelnen, nämlich sich
hineinzuträumen in das Virtuelle, das Artifizielle, das so ganz und gar
kunstgemachte Gehäuse aus Sehnsüchten und Träumen von einer Welt ohne eigenes
Dazutunmüssen. Doch: die meisten Filmplots boten wirkliches handwerkliches Können aller
Beteiligten und waren gewiss nicht für fließbandorientierte Traumfabriken
erdacht. Drehbuchschreiber von heute und deren kongeniale Mimen müßten
sich unter dem nächstbesten Tisch verkriechen und hoffen, nie in einem der noch
zu verfassenden Rückschauen erwähnt zu werden. Für den Leser in spe bedeutete
dies nämlich fahrlässige Körperverletzung.
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Verantwortlich (c) für Text und Inhalt: J.
Michael Baerwald, Berlin.
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