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ANTIQUARIATE

 

 

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ANTIQUARIATE

 

 

 

 

In medias res

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nur ein Buchstabe?

 

Nur ein Buchstabe? 

Oho, bei weitem nicht. Aber allein schon als Buchstabe hat es be­sondere Bedeutung: Phonetisch Vau, nicht Wau und vor allem nicht zu verwechseln mit dem Vogel Pfau, bekommt bereits das Grundschulkind dessen Be­sonderheit anhand der Merkhilfe Vo­gel-Vau im Gegensatz zum Finger-F mit herausragender didak­ti­scher Gewichtung bei­nahe täglich eingehämmert. Wei­te­re sol­che kognitive Aspekte schlagen hierbei nicht zu Buche.

In der Erwachsenenbildung wies Karl Valentin, der sich auch bei­­­nahe täglich der preußischen Aussprache seines Nachnamens zu erwehren hatte, auf einen deutlichen Unterschied hin: Man sage schließlich nicht Water, sondern Fater, auch wenn man Va­ter meine. Bei Villa sei das anders, weil es sich da um ein Fremd­­wort handele.

Tempus fugit, weshalb wir endlich in medias res gehen müssen. Der Buchstabe V in der Verbindung mit „Mann“ wurde zu ei­nem brisanten juristischen Problem. Nicht geschlechts­spe­zi­fisch, denn es gibt sicherlich und mit Fug und Recht auch V-Frauen. Wo kämen wir sonst hin? Außerdem verfügen Frauen über be­son­dere V-Waffen.

Ein V-Mann ist ein verdeckter Ermittler, daher das V. Bei der V-Frau, der Natur der Sache angemessen, ist das ein wenig an­ders, denn sie muß sich einesteils bedeckt halten, darf an­de­rerseit­s mit ihren Reizen nicht geizen. Ich möchte da keine V-Frau sein, ehrlich.

Ein V-Mann kann von der Sache seiner Natur her hingegen nie­mals ein Pfau-Mann sein, selbst wenn er sein Gefieder gerne zu einem schillernden Pfauenrad aufplusterte.

In der NPD, der kläglichsten, aber keineswegs zu unter­schät­zen­den Heils-Wiederholung, seit dem tausend­jäh­rigen Reich  nach zwöl­fen die Luft ausging, bedecken sich die Vaus bis in die Füh­rungs­ebene hinauf mehr oder weniger erfolgreich. Ist etwa der Name Holger Apfel nicht eindeutig ein Tarnname? Ge­wich­tige Leute in der Politik werden allenfalls und auch dann nur spa­ßig Birne oder bayerisch Preßsack genannt, und jeder weiß dann, wer gemeint ist.

Also und folgend ist die Rechtslage, hinreichnd be- und mitt­ler­weile fest­ge­schrieben durch den BGH. Oder doch durch das B-Vau-G? Dorten wurde erklärt, V-Leute könn­ten zu Straf­ta­ten animieren. Eine Ver­wer­tung ihrer Erkenntnisse sei daher, frei­lich erst nach sorg­samer Gü­ter­ab­wägung, mit den Ge­set­zen des Rechts­staates nicht ver­ein-, ein Verbot der Partei nach den Grundsätzen des Rechtsstaates nicht machbar.

Daß die Braunen Angehörige von Min­der­heiten zu Krüppeln oder gleich tot­schla­gen, Aus­län­der­wohn­heime nach Wollust und Promille ab­fackeln sowie bereits über einen militärischen Arm, die Anti-Antifa verfügen, ist dem­nach ein höher­wer­ti­ges Rechts­gut. Lo­gisch, denn die Minderen stel­len unseren deutschen Frau­en nach, nehmen uns das Grund­recht auf Arbeit, Re­li­gi­ons­frei­heit, Geschlechtsverkehr, Schnitzel Wiener Art und sogar auf die Frei­­heit der Kom­mu­ni­ka­ti­on mit ihrer Kanaksprak.

Eher marginal erscheint vorläufig die Frage, ob der Rechtsstaat inzwischen ein rechtlich noch unbedenklicher Zustand oder schon eine politische Rich­tungs­be­stimmung oder beides zu­sam­men ist. Damit sollen sich ggf., frühestens aber, wenn es zu spät ist, die frisch ge­schmie­deten Juristenkader ausein­an­der­set­zen, die derzeit in den De­bi­to­ren­ab­tei­lun­gen von Sparkassenfilialen Mahn­­be­schei­de ent­wer­fen. 

Adolf Schicklgruber, Tarnname „Hitler“, auf zephirischen Hän­den getragen von Tei­len der Weimarer Justiz und zur großen Freu­de derer, die man ein­stens und orthographisch sehr prob­le­ma­tisch als Fa­sa­nen-Vögel bezeichnete, nur filmisch unter­ge­gan­gen, verbrachte sei­nerzeit einen komfortablen Fe­stungs­ur­laub in Landsberg am Lech und schrieb dort das Jahr­tau­send­werk „Mein Krampf“.

Nur ran an den Speck, Holger Apfel oder andere, und tuet des­gleichen.

Die­ses Mal aber werden wir es lesen. Hoffentlich ma­chen sich dann auch die Damen und Herren in den roten Ro­ben die Mühe und mosern nicht gleich wieder rum, bei dem/den Ver­fasser/n han­dele es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um als bedenklich eingestufte Vau-Leute, weil nach den Erkenntnissen anderer, als un­be­denk­lich ein­gestufter V-Leute das durchschnittliche NPD-Mitglied des Lesens oder gar Schreibens gar nicht mächtig sei.   

 

Verantwortlich (c) für Text und Inhalt: Wilhelm Weglehner, Thalmässing.

 

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Ad personam

 

 

Wilhelm Weglehner ist Autor der vieldiskutierten Bücher

 

'Der Viehhändler' sowie 'Nahkampf' u. 'Franzl. Keiner weiß wohin.'

 

 verlegt bei MABASE