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ANTIQUARIATE

 

 

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ANTIQUARIATE

 

 

 

HOMO HAUENSTEINENSIS

oder

 Paraphrasen des menschlichen Elends

 

 

 

 

 

 

 

  Ewiger Prolog

Hauenstein - ein Zeitgenosse, der es in sich hat und sich nicht scheut, aus sich heraus zu gehen. Denn auf Hauenstein trifft man nicht. Mit Hauenstein prallt man zusammen – eine würdevolle Erscheinung von sympathischer Wohlbeleibtheit mit liebenswerten Ecken und Kanten und nicht zuletzt ein überaus nüchterner, zuweilen bissiger Plauderer, der mit der Gewitztheit eines Hofnarren seine Bosheiten von sich gibt, Hauensteins Verlautbarungen sind keine Hirtenbriefe, die aufhorchen lassen und an denen man sich aufrichten kann. Hauenstein bevorzugt vielmehr die gebremste Normalität des Vernünftigen. Doch die unnachsichtige Beobachtung, die er seiner Umgebung und seinen Mitmenschen antut, und seine illusionslose Beurteilung der Welt und des Lebens sind durchaus dazu angetan, den einen oder anderen Zeitgenossen zur Nachdenklichkeit zu verführen. Ihnen sind schließlich auch jene Ansichten und Einsichten zu danken, die hier in zwangloser Folge erscheinen werden: hintergründige Intermezzi, Geschichten des Augenblicks - Kurzromane, wie sie das Leben diktiert.

 

Danksagung

«Sie sind also der neue Postbote?» fragte Hauenstein.

Der junge Mann schüttelte den Kopf.

«Vorübergehend», sagte er.

«Sie machen Ihren Job demnach nur aushilfsweise?» fragte Hauenstein.

Der junge Mann nickte.

«Ich studiere», sagte er. «Mathematik. Briefe und Päckchen trage ich nur aus, um mir ein Zubrot zu verdienen.» Er äußerte sich mit der spekulativen Bescheidenheit derer, die sich in der Hoffnung auf Erhöhung erniedrigen.

«Meine Hochachtung!» meinte Hauenstein. «Ich bin immer sehr davon angetan, wenn ich feststellen darf, wie fleißig und vorurteilslos die Jugend ihr Leben meistert.»

Er nahm die Sendung, die ihm der junge Mann hinreichte, entgegen. «Vielen Dank», sagte er freundlich.

Der enttäuschte Bote, seiner verschämten Hoffnung auf ein Trinkgeld entsagend, wandte sich ab, nicht ohne eine abfällige Bemerkung vor sich hinzumurmeln.

«Wie meinen?» fragte Hauenstein.

Der Student drehte sich um.

«Ich meine», knurrte er, «dass sich ein Dank auch in Zahlen ausdrücken lässt.»

Hauenstein nickte verbindlich. «Tausend Dank», sagte er.

 

 Verantwortlich (c) für Text und Inhalt: Dr. Gerhard Fischer, Schifferstadt.

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Ad personam

 

 

Dr. phil. Gerhard Fischer ist Chefredakteur eines Fachmagazins und Autor der Bestseller 'Das Ei des Damokles' sowie 'Die Weisheit der Binse',

 

beide verlegt bei PRINCIPAL