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ANTIQUARIATE

 

 

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ANTIQUARIATE

 

 

 

HOMO HAUENSTEINENSIS

oder

 Paraphrasen des menschlichen Elends

 

 

 

 

 

 

 

Immerwährender Prolog

Hauenstein - ein Zeitgenosse, der es in sich hat und sich nicht scheut, aus sich heraus zu gehen. Denn auf Hauenstein trifft man nicht. Mit Hauenstein prallt man zusammen – eine würdevolle Erscheinung von sympathischer Wohlbeleibtheit mit liebenswerten Ecken und Kanten und nicht zuletzt ein überaus nüchterner, zuweilen bissiger Plauderer, der mit der Gewitztheit eines Hofnarren seine Bosheiten von sich gibt, Hauensteins Verlautbarungen sind keine Hirtenbriefe, die aufhorchen lassen und an denen man sich aufrichten kann. Hauenstein bevorzugt vielmehr die gebremste Normalität des Vernünftigen. Doch die unnachsichtige Beobachtung, die er seiner Umgebung und seinen Mitmenschen antut, und seine illusionslose Beurteilung der Welt und des Lebens sind durchaus dazu angetan, den einen oder anderen Zeitgenossen zur Nachdenklichkeit zu verführen. Ihnen sind schließlich auch jene Ansichten und Einsichten zu danken, die hier in zwangloser Folge erscheinen werden: hintergründige Intermezzi, Geschichten des Augenblicks - Kurzromane, wie sie das Leben diktiert.

 

Fragen

 

Auf früher und auf die alten Zeiten angesprochen, erwiderte Hauenstein: «Wo ist gestern?» Er machte eine bedeutungsvolle Pause und sah auf den Frager - so ernst wie ein Engelsbote. Dann, sich an die Stirn tippend, sagte er: «Hier. Hier ganz allein.»

Sein Gesicht wahrte mimische Neutralität.

«Und wo ist morgen?» fügte er hinzu, als habe man seine Ansicht bezweifelt.

«Auch hier.»

Wieder tippte er sich an die Stirn.

«Aber wo», meinte er schließlich, «sind heute und morgen, wenn das Gehirn aufhört zu arbeiten?» Und leise meinte er abschließend: «Wenn wir uns von der schönen Gewohnheit des Daseins verabschiedet haben?»

 

Verantwortlich (c) für Text und Inhalt: Dr. Gerhard Fischer, Schifferstadt.

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Ad personam

 

 

Dr. phil. Gerhard Fischer ist Chefredakteur eines Fachmagazins und Autor der Bestseller 'Das Ei des Damokles' sowie 'Die Weisheit der Binse',

 

beide verlegt bei PRINCIPAL