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Wortklaubereien
Anstößig
Demosthenes, Athener Staatsmann und Urvater
der politischen Rede, gilt nicht nur durch seine Warnungen und Schmähungen gegen
König Philipp von Mazedonien als Erfinder der Philippika, er konnte zudem
beweisen, dass die Begabung zur politischen Mundfertigkeit nicht unbedingt ein
Gnadengeschenk der Natur ist. Durch unnachsichtiges Training gelang es ihm,
seine Sprachstörungen zu überwinden, indem er sich einen Kiesel unter die Zunge
legte, um so während des Redens ihr Anstoßen und sein Stolpern und Stottern zu
vermeiden. Insofern ist Demosthenes zugleich auch der Entdecker vom viel
zitierten, oft beschworenen und schlecht beleumundeten Stein des Anstoßes.
Spitzfindig
Immer wieder spricht man von der Spitze des
Eisbergs. Wann endlich wird sie erklommen? Wo es galt, jungfräuliche Berge zu
besteigen, konnten sich wagemutige Männer einen Namen machen und bezwingend
auszeichnen. Warum der Eisberg bisher so schnöde missachtet wurde, ist
eigentlich unbegreiflich. Ob es daran liegt, dass die wenigsten Eisberge spitz
zulaufen? Oder dass sie gerade kalben – ein delikater Vorgang, den man, wie man
schicklicherweise einräumen wird, ungern stören sollte. (Binse, Seite79)
Ausnahmslos
Wie und warum kann, was immer wieder
behauptet wird, eine Ausnahme die Regel bestätigen? Ist die Ausnahme nicht eher
der Nutznießer der Regel? Und gibt es nicht auch Ausnahmen für Regeln, die es
noch gar nicht gibt? Was, übrigens, ist überhaupt nötig, um zur Regel gefirmt zu
werden? Vieles ist zwar nicht die Regel, aber schon lange keine Ausnahme mehr.
Und was passiert, wenn die Ausnahme zur Regel wird?
Eines jedenfalls ist zu bedenken: Man sollte
es sich zur Regel machen, eine Ausnahme zu bleiben.
Verantwortlich (c)
für Text und Inhalt: Dr. Gerhard Fischer, Schifferstadt.
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