_______________________________________________________________________

 

   

 

         

ANTIQUARIATE

 

 

___  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

___

 

ANTIQUARIATE

 

 

 

 

EX HYBRIS

 

 

 

 

 

ZeitZerfall

Wie ich die Gegenwart beurteile? Nun, ich möchte mich davor hüten, zu jenen Geistersehern gezählt zu werden, die überall und in allem eine Bestätigung für ihre pessimistische Lebenshaltung entdecken. Gewiss: Politik findet nicht mehr statt seit der Beseitigung der Formen und Normen der bürgerlichen Gesellschaft, jedenfalls nicht im guten Sinn und im Hinblick auf das Wohl des Volkes und der Gemeinschaft. Pflichtbewusstsein, Aufrichtigkeit, Hilfsbereitschaft, Verlässlichkeit, Anstand, Fleiß, Benehmen – alles ist in Vergessenheit geraten. Die überkommenen Werte zählen nicht mehr. An ihrer Stelle werden alle gesellschaftlichen Probleme auf ihren Preis und auf ihre Kosten reduziert und mit Geld zu lösen versucht – seit Menschengedenken die bewährte Methode, das Volk in sogenannter Freiheit und im Wohlstand degenerieren zu lassen. Die Ökonomisierung aller Lebensbereiche, für die moralische Hemmnisse und ethische Bedenklichkeiten, kulturelles Herkommen und nationale Traditionen nichts als unwirtschaftliche Belastungen darstellen, die ausgeschaltet, wenigstens aber minimiert werden müssen, ist so total, dass das individuelle Glücksverlangen und die vollständige Emanzipation des Einzelnen aus allen ethischen und religiösen Bindungen jede gegenteilige Spekulation ad absurdum führen. Dazu kommt die karitative Justiz, die sich nur noch dem Täter, nicht mehr dem Opfer zuwendet. Wir leben in einer Gesellschaft von  Egoisten und narzisstischen Wichtigtuern», sagte er bitter. «Dazu kommen die neuen Millionarios übelster Provenienz. Und der Glaube an die Machbarkeit aller Dinge verringert sogar den Abstand, der den Menschen als Geschöpf von seinem Schöpfer trennt.

Es ist verdammt schwer geworden, Optimist zu sein. Ein Trost allerdings bleibt: Je länger die Krise dauert, desto näher rückt ihr Ende.»

 

 Verantwortlich (c) für Text und Inhalt: Dr. Gerhard Fischer, Schifferstadt.

Kolumne >September 2007 I August 2007 I Juli  I Juni I Mai I April  März I Februar

 

 
 
 

 

Ad personam

 

 

Dr. phil. Gerhard Fischer ist Chefredakteur einer Fachzeitschrift und Autor der Bestseller 'Das Ei des Damokles' und 'Die Weisheit der Binse', verlegt bei PRINCIPAL