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ANTIQUARIATE

 

 

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ANTIQUARIATE

 

 

 

 

EX HYBRIS

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vom Zauber der Vergänglichkeit

Nichts ist so sehr geeignet wie eine Ruine, um uns die Vergänglichkeit anschaulich zu machen: sie führt uns die Endlichkeit unseres Seins und unseres Tuns und unserer Werke vor Augen. Die Mischung aus Neugier und Wehmut, die uns beim Anblick eines verfallenen Tempels befällt, ruft ein ganz besonderes Gefühl hervor. Irgendwie strahlt die eigentümliche Romantik des natürlichen Verfalls umgestürzter Säulen mehr Würde aus als eine vollständig erhaltene Basilika.Die Ruine stellt deshalb keine Anklage gegen die Zerstörung dar, sondern symbolisiert eindrucksvoll und einprägsam die Harmonie zwischen Kultur und Natur mit ihren bröckelnden Mauern, an denen sich die verfilzte Gier der Ranken und Winden und das Dickicht und Unkraut emporwuchert - eine einsame Stätte, die schon seit langem den Spinnen, Eulen und Fledermäusen überlassen wurde.Das gleiche gilt für die Statuen und Skulpturen auf Mauern und Brücken oder an Gebäuden, die uns aus früheren Jahrhunderten erhalten geblieben sind. Sie verfallen, so sehr die Steine auch den Unbilden der Zeit und der Natur getrotzt haben. Die Jahre haben sie zu Aussätzigen gemacht, denen die Nasen wegfaulen und die Ohren abfallen. Selbst die Gesichter der Heiligen sind weggefressen. Ihre Züge wurden zu Grimassen, ohne dass der Herrgott eingegriffen hätte. Zu verödender Verkommenheit verunstaltet und vorwurfsvoll schauen sie zum Himmel empor, der sie so wenig beschützt und behütet. Tempus edax rerum - Die Zeit zernagt die Dinge Die Vergänglichkeit ist unverwüstlich. Ruinen sind geronnene Zeit.  

Verantwortlich (c) für Text und Inhalt: Dr. Gerhard Fischer, Schifferstadt.

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Dr. phil. Gerhard Fischer ist Chefredakteur einer Fachzeitschrift und Autor der Bestseller 'Das Ei des Damokles' und 'Die Weisheit der Binse', verlegt bei PRINCIPAL