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ANTIQUARIATE

 

 

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ANTIQUARIATE

 

 

 

 

EX HYBRIS

 

 

 

 

 

Zahlenmystik

 

Die Verdammung der sieben Todsünden, wie sie Petrus Lombardus für die katholische Kirche katalogisiert hat, ist durchaus verständlich, wenngleich zu befürchten steht, daß der Autor möglicherweise der Magie der Septime erlegen ist, nachdem die Vorstellung, daß in den Zahlen geheimnisvoll verschlüsselte Informationen einer höheren, vielleicht sogar göttlichen Ordnung verborgen sind, seit eh und je schon die Geister bewegt. Zudem erhebt die Aufzählung keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Denn die Liste der möglichen Vergehen, die die Menschen auf sich nehmen, ist viel weitläufiger, als daß sie sich auf diese sieben begrenzen ließe. Interessant aber ist die von der Kirche kanonisierte Zusammenstellung in jedem Fall. In alphabetischer Reihenfolge, um jeder verfänglichen Gewichtung aus dem Weg zu gehen, zählen zu den verdammenswerten Untaten die Acedia: die Herzensträgheit; dann Avaritia: Geiz, Habsucht; Gela: Völlerei, Genußsucht, Verschwendung; Invidia: Neid; Ira: Zorn; Luxuria: Wollust, Begierde; und schließlich Superbia: Hoffahrt und Hochmut.

Der Jesuit Lehmkuhl definiert die Todsünde in seiner «Theologia moralis» als «diejenige, welche den Frieden und die Freundschaft mit Gott, die heiligmachende Gnade und das Recht auf ewige Seligkeit zerstört und deshalb den geistlichen Tod herbeiführt».

Warum aber, muß man sich als staunender Laie fragen, sind nicht auch Raub, Mord und Brand angeklagt?

Eine Erklärung für diesen unverständlichen Ausschluß läßt sich nur mit einem sehr strapazierten Maß an Nachsicht und Sanftmut zur Kenntnis nehmen. Ob er allerdings verständlich wird, bleibt jedem Einzelnen überlassen. Denn die Beweggründe sind’s, wie es aus berufener Quelle heißt, nicht die Tat. Die Gesinnung ist’s, die als Sünde wiegt.

 

Verantwortlich (c) für Text und Inhalt: Dr. Gerhard Fischer, Schifferstadt.

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Ad personam

 

 

Dr. phil. Gerhard Fischer ist Chefredakteur einer Fachzeitschrift und Autor der Bestseller 'Die Weisheit der Binse' und 'Das Ei des Damokles', verlegt bei PRINCIPAL