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ANTIQUARIATE

 

 

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ANTIQUARIATE

 

 

 

 

EX HYBRIS

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wortmalerei

  

Die unbedachte Behauptung, ein Bild sage mehr als tausend Worte, gehört zu jenen kuranten und unauslöschlichen Unwahrheiten, die jeder, dem Fetisch der Sachlichkeit ergebenen, glaubt, weil keiner widerspricht. Denn letzten Endes gibt es vieles, was sich nur durch Worte aussprechen und festlegen lässt. Nicht nur Sichtbares, Fassbares und Tastbares. Worte drücken aus, was wir meinen und glauben.

Worte beschreiben und bezeichnen Gedanken und Gefühle, die kein Bild so eindeutig vermitteln kann.

Worte machen Sachverhalte vorstellbar, überprüfbar, widerlegbar. Worte gewinnen beschwörende oder beschwichtigende Bedeutung.

Worte erzeugen Wirklichkeiten, in denen wir uns als denkende, fühlende, leidende Wesen bewegen – Wirklichkeiten, die unserem Leben einen Sinn, unserem Handeln ein Ziel und unseren Ideen, Vorhaben und Entscheidungen Richtung, Entschlossenheit und Beharrlichkeit geben.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte?

Nicht zuletzt braucht man Worte, um diesen Widersinn ausdrücken zu können. 

 

Nebenbei bemerkt -

Was nur im Deutschen möglich ist:

 Auf Trab bringen

Auf dem laufenden halten

Einer Arbeit nachgehen

Sich in Bewegung setzen

 Und noch schöner:

Ehe man geboren wird, ist man unterwegs

 

 

 

  Verantwortlich (c) für Text und Inhalt: Dr. Gerhard Fischer, Schifferstadt.

 

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Dr. phil. Gerhard Fischer ist Chefredakteur einer Fachzeitschrift und Autor der Bestseller 'Das Ei des Damokles' und 'Die Weisheit der Binse', verlegt bei PRINCIPAL