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Fortschritt
So optimistisch
Heine an den Fortschritt glaubte und sich überzeugt gab, daß ein gütiges
Geschick die Menschheit zur Glückseligkeit bestimmt habe, so schwer fällt es
mir, Fortschritt und Glückseligkeit gleichzusetzen. Viel leichter wäre es, auch
in diesem Bekenntnis den alten Spottdichter auszumachen. Denn wenn schon der
Fortschritt nicht definiert wird, dann ist das, was man als Glück bezeichnen
könnte, um ein weit größeres offener und mannigfaltiger. Vieles wäre schon
erreicht, wenn es gelänge, die Menschen weniger unzufrieden und ungeduldig zu
machen. Stattdessen kümmert man sich mit lustvollem Eifer um das Unwesentliche,
ohne auch nur dem Wahren, Schönen und Guten einen Schritt näher zu kommen.Nicht
wenige glauben schon an den Fortschritt, wenn sie beim Rückwärtsgehen nicht aufs
Gesicht fallen.
Daß man sich aufmachen und gehen muß, um
fortzuschreiten, leuchtet ein. Was aber ist der richtige Weg? Genügt es, einen
gewissen Druck nach vorn auszuüben, damit wir voran kommen? Daß einer, der
stehen bleibt, nicht viele Möglichkeiten hat, in die Irre zu gehen, leuchtet
ebenso ein wie die Erkenntnis, daß sich mit jedem Schritt in die falsche
Richtung die Chance verringert, ans gewünschte Ziel zu gelangen. Und wie soll
man sich zurecht finden vor lauter Wegen und Gängen, vor Zugängen und Abgängen,
vor Umwegen, Rückwegen, Irrwegen, Bremswegen und Auswegen?
Eines nur ist sicher: Auf dem falschen Weg ist
jeder Schritt verkehrt.
Übrigens: Auch
ein Spaziergang kann einen weiterbringen - und ein Tritt ins Gesäß zu einem
Schritt nach vorn.
Verantwortlich (c)
für Text und Inhalt: Dr. Gerhard Fischer, Schifferstadt.
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