Zur Ehre!
Habe die Ehre!
Vollständig heißt es
Ich habe die Ehre!
So sagt man in den
südlichen Regionen der Republik seit alters her, um jemanden anständig zu
begrüßen. Es sei auch nicht verhohlen, dass diese Form der Ehrerweisung mit dem
Zusatz Herr Geheimrat ihren Ursprung in der Alpenrepublik hat,
wenngleich sich auch dort schon Hallo oder gar Hallööchen
etabliert hat, eine Schande für die stolzen Schluchtenkacker, die sich den
Piefkes unterworfen haben.
Man drückt damit aus,
dass es einem eine Ehre ist, den Begrüßten begrüßen zu dürfen.
Doch wie ist denn nun
tatsächlich bestellt mit der Ehre, einesteils der Ehre an sich, andererseits der
Ehre dessen, den man ehren möchte?
In dem Fall, der immer
neue Aspekte offenbart, sind es ebendiese Aspekte, die einen nicht los kommen
lassen davon, selbst wenn man sich in den Arsch beißt, was überdies nur
Schlangenmenschen möglich ist.
Ehrenworte, die
öffentlich abgegeben wurden, gab es viele. Das bekannteste, öffentlich
ausgesprochen, war das jenes schweißtriefenden Mannes, der kurz darauf in der
Badewanne eines Genfer Hotels gefunden wurde, gestorben unter dem noch
frischen Bekenntnis seiner Ehre. Unter uns: Der Mossad war´s, wie immer.
Es gab Zeiten, da sich
Männer ihrer Ehre halber erschossen oder sich im Duell erschießen ließen, so
dass es kein Selbstmord war oder zumindest nicht so aussah. Wegen der
Hinterbliebenenrente zum Beispiel.
Und schon nähern wir uns
dem Gegenstand dieser Gedankensammlung ein wesentliches Stück.
Ein Ehrenwort wurde in
diesem Fall bisher noch nicht abgegeben. Man lernt ja, vor allem von
verblichenen Parteifreunden.
Doch da ist etwas ganz
anderes – ein Ehrensold. Immerhin um die 200.000 im Jahr.
Ein Ehrensold steht
Politikern nach dem Ausscheiden aus dem Amt zu. Zur Rentenaufbesserung. Und für
die geleistete Arbeit, was immer auch das sein mochte. Verdienste am Rande mit
einbezogen.
Aber da gibt es so
verflixte Beschränkungen. Beim Rücktritt beispielsweise. Wenn ja, dann nur aus
politischen Gründen, wegen Krankheit und so.
Verdienste gibt es auf
jeden Fall: Kredit, Urlaube, Mobiltelefon und förderungswürdige
Filmproduktionen.
Herrschaft, das muss doch
möglich sein, irgendwie. Könnte man daraus nicht eine glaubwürdige Krankheit
fabrizieren? So sehr bräuchte man sich doch gar nicht anzustrengen.
Krankhafte Vorteilsnahme, wahnhafter Geiz oder Gier, am besten alles zusammen,
das gab es schon immer.
Besser noch wäre freilich
der Vorstandsposten bei der Commerzbank. Hm... zweifelhaft, denn die ist auch
in Nöten aufgrund der Einstufung durch eine heimtückische Ratingagentur.
Verdammt, es gibt noch
genug andere, auch Banken, die Leute brauchen, und wenn es Clowns sind. Clowns
erfreuen die Menschen durch Späße. Ist das nichts?
Aber da wartet längst
Westerwelle, der Spaßguido der Nation, nicht zu verwechseln mit Horns Guildo,
dem anderen Spaßvogel.
Versuchen Sie es selbst
mal, Herr Wolf mit u und zwei ff. Bei Rotkäppchen im Riesengebirge. Oder mit der
Rotkäppchen-Schaumwein AG. Das Produkt, täglich mehrmals selbst
eingenommen, hebt zudem die Stimmung.
Fragen Sie aber ja nicht
den Anderen aus der FDP, den mit dem Eulengesicht. Der empfiehlt Ihnen höchstens
irgendeinen Sauren aus der Pfalz, und Sie sehen am Ende aus wie er. Zu Ihrer
Barbie passen Sie dann auch nicht mehr, ganz ähnlich wie bei Oskar und seiner
Sara-Rosa, geborener Luxemburg.
Und noch was: Wenn wir
schon bei Märchen sind, die Sie erzählen, dann lassen Sie die Finger von den
sieben Geißlein oder dem Fischer un siner Fruu. Das würde im Brunnen oder wieder
auf dem Sofa Ihrer präsidialen Klinkerkate enden.
Verantwortlich (c) für Text und
Inhalt: Wilhelm Weglehner, Thalmässing.
Wilhelm Weglehner ist
Literaturpreisträger des
Elisabeth-Engelhardt-Literaturpreises
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