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Konfetti
Von einer großen Büberei, die 1534 zur
Fastnachtszeit geschah, berichtet der Chronist der Stadt Frankfurt am Main. Die
hohe Obrigkeit sah dieses ausgelassene und übermütige Treiben, in dem «Zucht,
Scham und Ehrbarkeit» litten, gar nicht gern; doch die Bürger kümmerten sich
wenig um das Verbot des «Vermummens und des damit verbundenen Umherziehens und
Umhertanzens». Auch die angedrohte Geldstrafe und die vierzehntägige Verbannung
zeitigten keine Erfolge. Schon 1467 hatte man in Frankfurt einen Karnevalszug
abgehalten, bei dem siebzehn edle Herren in langen weißen Badekitteln und «um
und um mit Lebkuchen behangen» durch die Stadt tanzten • Bis zum Jahr 1786 waren
Maskenbälle strikt untersagt •
Das leibliche Wohlergehen beflügelte die
Phantasie beim Entwurf origineller Kostüme. So erschien am 7. Januar 1788 auf
der ersten Berliner Redoute, die von König Friedrich Wilhelm im weißen Domino
eröffnet wurde, eine Dame, deren Kleid über und über mit Makronen besetzt war.
Bald fanden sich zahlreiche Verehrer, die die schöne Unbekannte ratzekahl aßen.
Daraufhin wechselte sie das Gewand und kam kurze Zeit später mit einem Kostüm
zurück, das sie sich mit Pralinen hatte benähen lassen.
Der Rosenmontag, der letzte Tag vor
Fastnacht, hat nichts mit Rosen zu tun, sondern mit rasen oder rosen, den
mundartlichen Ausdrücken für tollen, toben. Schon im achtzehnten Jahrhundert
findet sich am Niederrhein der Name Rasender Montag, weil die Menschen diesen
letzten Tag der Karnevalszeit in wilder Ausgelassenheit begingen.
Am 7. Februar 1695 fuhr ein prächtiger
Karnevalszug durch Dresden. Er bestand aus 53 Gruppen, an denen sich die
höchsten Persönlichkeiten des kurfürstlichen Hofs beteiligten. In der
Programmankündigung heißt es: «Herr Ober Schencke Freiherr zu Eck auff einer
Wolke, woraus viel Lüfte gehen» oder «Frau Cammer Herrin von Rechenberg auff
einem von selbst gehenden Hügel sitzend, mit einem über sie schwebenden
Regenbogen».
Dass man in früheren Zeiten weit über unsere
heutigen Fastnachtsgenüsse hinausging, bestätigt die Chronik der Stadt
Königsberg: Da schleppten 1601 über zweihundert Fleischer eine Riesenwurst von
624 Meter Länge zum Schloss und schnitten für den Fürsten achtzig Meter ab. Den
Rest vertilgten die Metzger zusammen mit den Bäckern, die dafür entsprechende
Riesenwecken gebacken hatten.
Verantwortlich (c) für Text und Inhalt: Dr. Gerhard Fischer, Schifferstadt.
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