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ANTIQUARIATE

 

 

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ANTIQUARIATE

 

 

 

Bildbände

Vorgestellt von Hans Durrer

 

 

 

 

 

 

 

 

Ulrich Bachmann: Farbe und Licht. Materialien zur Farb-Licht-Lehre

 

„Im Anfang war nicht das Wort. Im Anfang war das Licht“, so beginnt Anton Rey sein Geleitwort zu diesem schön gestalteten Band, dessen Ziel ist, „uns zu sensibilisieren ... für die Feinheiten des Lichts und der Farben, für Temperaturen, graduelle Unterschiede.“

Wie wir Farben wahrnehmen, hängt von ganz verschiedenen Faktoren ab. Von den  Wechselwirkungen von Oberflächenfarben und Licht, zum Beispiel. Oder von der farblichen Umgebung, denn Farben werden in Relation zu anderen Farben unterschiedlich wahrgenommen. Dies „hängt mit unserem Sehsystem zusammen, welches Farben in Bezug zur Umgebung immer wieder neu verarbeitet“, schreibt Ulrich Bachmann in seiner Einführung. 

„Farbe und Licht“ besteht aus Buch und CD und „richtet sich grundsätzlich an alle an Farbe und Licht Interessierten, insbesondere an an Studierende und Lehrende sowie Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Gestaltung und Kunst, sowie an Berufsgruppen der gestalterischen Praxis, u.a. Architekten, Designer, Künstler, Maler, Szenografen.“ Nun ja, das klingt nicht gerade so, als ob ein eher beiläufiges Interesse an Farbe und Licht genügen würde. Ich machte mich auf einigen Jargon gefasst und beschloss, ganz einfach zu überblättern, was mich nicht ansprach. 

Immer mal wieder blieb ich hängen, sei es, weil mich Farbkombinationen faszinierten, sei es, weil mich Bilder anzogen, sei es, weil mich Sätze ansprachen. Sätze wie diese etwa: 

„Newton erkannte als Erster, dass weisses Licht ein Gemisch aus den verschiedensten Farben ist. Das Hilfsmittel, das er dazu benutzte, war ein geschliffenes Glas mit dreieckigem Querschnitt – ein Prisma. Er konnte damit den einfallenden weissen Lichtstrahl in seine Bestandteile zerlegen. Diesen Vorgang nennt man Dispersion.“ 

„Betrachtet man vierundzwanzig Stunden einen Palmenhain von oben, würde man zunächst sagen, man habe zu allen Tageszeiten grüne Palmen gesehen. Bei genauerem Nachdenken müsste man aber zugeben, dass man im Morgenlicht andere Farbtöne gesehen hat als am Mittag, am Nachmittag, am Abend und bei Mondschein. Durch den Sonnenverlauf unterliegt die spektrale Zusammensetzung des Beleuchtungslichtes einem dauernden Wechsel.“ 

Hängengeblieben bin ich auch an dem Text von Ralf Michel über „Positionen zur Farb-Licht-Forschung“, worin er u.a darauf eingeht, dass sich Design auch im deutschsprachigen Raum zu einer wissenschaftlichen Forschungsdisziplin entwickelt. Ob das wünschenswert ist, sei einmal dahin gestellt, denn das klingt dann offenbar so: „Design-Wissen lässt sich nicht nur über einen unmittelbar dem Marktinteresse zugeordneten Prozess oder über das Produkt des Designs definieren. Seine Bedeutung erschliesst sich mitunter auch aus der Darstellung des Wissens selbst, daraus, dass man dieses Wissen verhandelbar macht – damit büsst es nichts an seiner anwendungsorientierten Relevanz ein, sondern ist dazu geeignet, die Ausmasse der Bedeutung für die Anwendung zu verdeutlichen. Eine solche, nicht dem unmittelbaren Verwertungsinteresse von Forschungspartnern aus der Wirtschaft zugewandte Form des Wissens als Ergebnis eines Forschungsprozesses ist in hohem Masse relevant für den Anwendungskontext, weil sie die Grundlagen für diese Anwendung erst definiert.“ Alles klar? 

Übrigens: Das Projekt Farbe und Licht ist für den Designpreis Schweiz nominiert worden.

 

Herausgegeben vom Niggli-Verlag, Sulgen (CH) 2011
zum Verlag

 

Rezensent ©: Hans Durrer, Sargans (CH)

 

 

Bitte beachten Sie diese interessanten Links zum Autor:

http://hansdurrer.com

http://durrer-intercultural.blogspot.com

 

 

 

 
 

 

 

 

Ad personam

 

 

 

Hans Durrer, geboren 1953 in Grabs/Schweiz, ist Autor von "Ways of Perception: On Visual and Intercultural Communication (White Lotus Press, Bangkok 2006), "Inszenierte Wahrheiten. Essays über Fotografie und Medien" (Rüegger Verlag, Glarus/Chur 2011) und "Framing the World: Photography, Propaganda & the Media" (Alondra Press, Houston 2011). Er arbeitet als Dolmetscher, Essayist und Zwölf-Schritte Therapeut.