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Ulrich Bachmann:
Farbe und Licht. Materialien zur Farb-Licht-Lehre
„Im Anfang war nicht das
Wort. Im Anfang war das Licht“, so beginnt Anton Rey sein Geleitwort zu diesem
schön gestalteten Band, dessen Ziel ist, „uns zu sensibilisieren ... für die
Feinheiten des Lichts und der Farben, für Temperaturen, graduelle Unterschiede.“
Wie wir Farben
wahrnehmen, hängt von ganz verschiedenen Faktoren ab. Von den Wechselwirkungen
von Oberflächenfarben und Licht, zum Beispiel. Oder von der farblichen Umgebung,
denn Farben werden in Relation zu anderen Farben unterschiedlich wahrgenommen.
Dies „hängt mit unserem Sehsystem zusammen, welches Farben in Bezug zur Umgebung
immer wieder neu verarbeitet“, schreibt Ulrich Bachmann in seiner Einführung.
„Farbe und Licht“ besteht
aus Buch und CD und „richtet sich grundsätzlich an alle an Farbe und Licht
Interessierten, insbesondere an an Studierende und Lehrende sowie Schülerinnen
und Schüler in den Bereichen Gestaltung und Kunst, sowie an Berufsgruppen der
gestalterischen Praxis, u.a. Architekten, Designer, Künstler, Maler,
Szenografen.“ Nun ja, das klingt nicht gerade so, als ob ein eher beiläufiges
Interesse an Farbe und Licht genügen würde. Ich machte mich auf einigen Jargon
gefasst und beschloss, ganz einfach zu überblättern, was mich nicht ansprach.
Immer mal wieder blieb
ich hängen, sei es, weil mich Farbkombinationen faszinierten, sei es, weil mich
Bilder anzogen, sei es, weil mich Sätze ansprachen. Sätze wie diese etwa:
„Newton erkannte als
Erster, dass weisses Licht ein Gemisch aus den verschiedensten Farben ist. Das
Hilfsmittel, das er dazu benutzte, war ein geschliffenes Glas mit dreieckigem
Querschnitt – ein Prisma. Er konnte damit den einfallenden weissen Lichtstrahl
in seine Bestandteile zerlegen. Diesen Vorgang nennt man Dispersion.“
„Betrachtet man
vierundzwanzig Stunden einen Palmenhain von oben, würde man zunächst sagen, man
habe zu allen Tageszeiten grüne Palmen gesehen. Bei genauerem Nachdenken müsste
man aber zugeben, dass man im Morgenlicht andere Farbtöne gesehen hat als am
Mittag, am Nachmittag, am Abend und bei Mondschein. Durch den Sonnenverlauf
unterliegt die spektrale Zusammensetzung des Beleuchtungslichtes einem dauernden
Wechsel.“
Hängengeblieben bin ich
auch an dem Text von Ralf Michel über „Positionen zur Farb-Licht-Forschung“,
worin er u.a darauf eingeht, dass sich Design auch im deutschsprachigen Raum zu
einer wissenschaftlichen Forschungsdisziplin entwickelt. Ob das wünschenswert
ist, sei einmal dahin gestellt, denn das klingt dann offenbar so: „Design-Wissen
lässt sich nicht nur über einen unmittelbar dem Marktinteresse zugeordneten
Prozess oder über das Produkt des Designs definieren. Seine Bedeutung
erschliesst sich mitunter auch aus der Darstellung des Wissens selbst, daraus,
dass man dieses Wissen verhandelbar macht – damit büsst es nichts an seiner
anwendungsorientierten Relevanz ein, sondern ist dazu geeignet, die Ausmasse der
Bedeutung für die Anwendung zu verdeutlichen. Eine solche, nicht dem
unmittelbaren Verwertungsinteresse von Forschungspartnern aus der Wirtschaft
zugewandte Form des Wissens als Ergebnis eines Forschungsprozesses ist in hohem
Masse relevant für den Anwendungskontext, weil sie die Grundlagen für diese
Anwendung erst definiert.“ Alles klar?
Übrigens:
Das
Projekt Farbe und Licht ist für den Designpreis Schweiz nominiert worden.
Herausgegeben vom
Niggli-Verlag, Sulgen (CH) 2011
►zum
Verlag
Rezensent
©:
Hans Durrer, Sargans (CH)
Bitte beachten Sie diese interessanten Links zum Autor:
http://hansdurrer.com
http://durrer-intercultural.blogspot.com |
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Ad personam
Hans Durrer,
geboren 1953 in Grabs/Schweiz, ist Autor von "Ways of Perception: On Visual and
Intercultural Communication (White Lotus Press, Bangkok 2006), "Inszenierte
Wahrheiten. Essays über Fotografie und Medien" (Rüegger Verlag, Glarus/Chur
2011) und "Framing the World: Photography, Propaganda & the Media" (Alondra
Press, Houston 2011). Er arbeitet als Dolmetscher, Essayist und Zwölf-Schritte
Therapeut.
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