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Rob Ford
/ Julius Wiedemann (Ed.): 'Erfolgsgeschichten aus dem Web'
Dieses handliche und
benutzerfreundliche Werk liefert, wie der Untertitel sagt, "Fallbeispiele und
Zahlen hinter einigen der erfolgreichsten Seiten im Netz". Gegliedert ist es -
doch, doch, die Texte sind auf Deutsch - in die Rubriken "Campaigns",
"E-Commerce", "Promotional", "Social Media" und "Corporate". Die Fälle werden
nach folgendem Schema abgehandelt: Das Briefing, Die Herausforderung, Die
Lösung, Der Erfolg. Gemessen wird der Erfolg an der Anzahl Unique User; der
Länder, von denen aus zugegriffen wurde; der nach Minuten durchschnittlichen
Verweildauer; der Anzahl Registrierungen, der generierten You Tube-Clips, der
Google Hits, der Prozent Steigerung des Marktanteils - kurz: an allem, das im
spezifischen Fall genessen werden kann. Anders gesagt: erfolgreich meint hier
eine quantitativ messbare Grösse ähnlich den Einschaltquoten beim Fernsehen.
Doch was bedeuten hohe Einschaltquoten eigentlich?
Walter van Rossum hat es
in "Die Tagesshow – Wie man in 15 Minuten die Welt unbegreiflich macht"
(Kiepenheuer & Witsch, 2007) so formuliert: „Um es so schlicht zu sagen, wie es
ist: Quote bedeutet nichts anderes als gemessener Strom in Fernsehern, der nach
den Programmen spezifiziert wird, die gerade eingeschaltet sind. Das ist alles.
Quote bedeutet weder Interesse noch Zustimmung. Niemand weiß, ob vor dem
laufenden Gerät überhaupt jemand sitzt. Die Quotenzählung ist in gewisser Weise
ein schon fast wieder faszinierend dümmliches Instrument, um etwas so Komplexes
wie Kommunikation zu erfassen. Offensichtlich genügt es, um beim Fernsehen die
Preise für TV-Werbeminuten kalkulieren zu können. Darin besteht ihr tiefster,
ja, ihr einziger Sinn.“
Die "Erfolgsgeschichten
aus dem Web" sind jedoch in ganz anderer Hinsicht aufschlussreich. Nein, nicht
wegen der gelegentlich dümmlichen Werbesprüche ("Willkommen im neuen Internet
der echten Emotionen" - gibt es etwa unechte Emotionen?), sondern weil man
erfährt wie Werber ticken. Wen dies interessiert, ist bei diesem toll
gestalteten und eindrücklich illustrierten Werk bestens aufgehoben.
Herausgegeben vom Taschen-Verlag, Köln, 2010
►www.taschen.com
Rezensent
©:
Hans Durrer, Sargans (CH)
Bitte beachten Sie diese Links zum Autor:
http://hansdurrer.com
http://durrer-intercultural.blogspot.com |
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